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Konstantin der Große - ein Schwerverbrecher auf dem Thron

Begründer und Förderer eines Kirchenchristentums der Gewalt

Der Kaiser-heute-Rap

Hey jo jo -
Konstantin ist der Beste!

Wow!

Er hat so viel für uns getan,
ey das ist ja voll der Wahn!!!

saucool unser Kaiser,
macht ihn nicht heiser,
denn er macht Mut,
und das ist gut.

Als er zurückkam,
war er ein Jesusfreak

- und dazu machen wir den Beat:
Unsere Rose
keine Mimose!

Konstantin -
er hat uns erlaubt,
an Jesus zu glauben.
Hey, wo sind die weißen Tauben?

Für ihren „saucoolen“ Kaiser, der für sie „so viel getan hat“, dichteten Schüler der Klasse 7b des Gymnasiums am Rotenbühl in Saarbrücken  diesen fetzigen Song für ihr selbstgebasteltes  Musical „Der große Konstantin“. Man konnte ihn lesen in der „Schülerwerkstatt“, die der Ausstellung „Konstantin der Große“ in der Europäischen Kulturhauptstadt Trier angeschlossen war. Vom 2. Juni bis zum 4. November dieses Jahres hat diese gigantische Zurschaustellung von über 1400 Exponaten der antiken und christlichen Kultur und auf einer Fläche von etwa 7000 qm Hundertausende von Besuchern angezogen.

1700 Jahre sind vergangen, seit der junge Konstantin im Jahre 306 in Trier die Würde eines „Augustus“, eines Hauptkaisers, erhielt und 307 mit der 10jährigen Fausta, Kind eines Offiziers und der Schankwirtin Helena (die spätere heilige Helena), vermählt worden war. Das wäre an sich noch kein Grund zu diesem Mega-Event gewesen, zu dessen touristischer Vermarktung extra „Konstantinbrot“, Konstantinwurst“ und „Konstantinwein“ und jede Menge Spektakels veranstaltet wurden. Da die Stadt an der Mosel zeitweise Hauptstadt des weströmischen Reiches und Residenz des großen Kaisers gewesen war,  feierte sie zu Recht Konstantin als „große Persönlichkeit der Stadt“. Die Kirche indes, vertreten vom Erzbistum Trier, sah in diesem Jubiläum einen willkommenen Anlass, der Menschheit wieder einmal Konstantin den Großen als „Idealbild des christlichen Herrschers“ und „Begründer des christlichen Abendlandes“ vorzuführen – wenn da nicht die historische Wissenschaft mit ihren harten und unbequemen Fakten wäre. Diese hat nämlich die „Größe“ des zur Schau gestellten Kaisers inzwischen beträchtlich relativiert, besonders was dessen Charakter und Herrschaftsgebaren betrifft. Vor allem zieht sie seine angeblich „ideale Christlichkeit“ erheblich in Zweifel,  ja spricht sie ihm glattweg ab. 
So sieht der Theologe P. Stockmeier Konstantin den Großen „als leuchtendes Vorbild“, das „der Christenheit  vor Augen stand“ - nicht zufällig ähnlich übrigens dem mit angedeuteten Strahlen umkränzten Riesenkopf des Kaisers auf dem Trierer Ausstellungsplakat. Dieser naiv-unreflektierten Verherrlichung hat der Historiker und Künstler H. Schwickerath mit der Ausstellung „Konstantin –
Kunst & Provokation“ mit kritisch-satirischen Exponaten zum „unheiligen Konstantin“ dem von den Museen „vermittelten Bild des christlichen Idealherrschers den machtbesessenen Despoten mit schwer kriminellen Handlungen“ entgegengestellt.

Konstantin der Große auf Plakat der Konstantin-Ausstellung in Trier 2007. Das Prospekt der Ausstellung „Konstantin - Trier“ suggeriert „Heiligkeit“.

Konstantin der Große auf Plakat der Konstantin-Ausstellung in Trier 2007. Das Prospekt der Ausstellung „Konstantin - Trier“ suggeriert „Heiligkeit“.

Plakat von Konstantin dem Großen von der Gegen-Ausstellung Kunst&Provokation. Kunst & Provokation zeigt die „andere Seite“ vom großen Konstantin.

Plakat von Konstantin dem Großen von der Gegen-Ausstellung Kunst&Provokation. Kunst & Provokation zeigt die „andere Seite“ vom großen Konstantin.

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1 comment

  • Comment Link Tina Tuttilutti Donnerstag, den 01. März 2012 um 14:17 Uhr posted by Tina Tuttilutti

    Möglicherweise war nicht nur der Kaiser der Ansicht, dass es für Christen einerlei wäre, ob sie Steuern für den Kriegsdienst anderer zahlten oder persönlich Kriegsdienste leisteten.

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