- Die Mitschuld der Kirche am Leid der Tiere und an der Zerstörung der Natur
- Das Lavieren der Kirche: aus theologischer Sicht gegen Tierquälerei
- „Weltherrschaftsmentalität“ steht gegen „Schöpfungsverantwortung“
- Sicherung der Priestermacht durch Blutgesetze für Menschen und Tiere
- Die Propheten als schärfste Kritiker des blutigen Tieropferkultes
- Die von der Kirche verheimlichte Liebe des Jesus v. N. zur Natur und zu den Tieren
- Wissenschaften erschließen ernährungsphysiologische Wirkung der veg. Nahrung
- Unter Kaiser Konstantin: Kriegsdienst und Zwang zum Fleischessen für Urchristen
- Die Verketzerung und Verfolgung der Vegetarier im Mittelalter
- Herrschafts- und Nützlichkeitsdenken im Katechismus der kath. Kirche
- Aus Lusttötern werden Bewahrer der Schöpfung - Verdrehung einer Legende
- Große und Naturphilosophen und Denker in Vergangenheit und Gegenwart
- Die Lutherkirche und die Tiere
Von wem die Kirche hätte lernen können und lernen könnte: Große Naturphilosophen und Denker in Vergangenheit und Gegenwart
In der Spätantike waren es der Neuplatonist (205-270) Plotin und sein Schüler Porphyrius, die lehrten, dass sich auch in der niedrigsten Schöpfungsform, der Materie, noch der Geist spiegelt und dass sich die Seele durch ein ethisches Leben wieder emporarbeiten und mit dem Geist verschmelzen kann. Porphyrius schreibt in seinem Buch „Über die Enthaltsamkeit von Beseeltem“ auch darüber, wie die sich höher entwickelnde Seele auf Fleischgenuss verzichtet. Mit seiner Kritik am Christentum, in der er aber nur das Abweichen vom wahren Urchristentum ins Visier nahm, fiel er natürlich in Ungnade bei der Kirche.
Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Maler und Universalgenie: „Es wird ein Tag kommen, an dem die Menschen über die Tötung eines Tieres genauso urteilen werden, wie sie heute die eines Menschen beurteilen. Es wird die Zeit kommen, in welcher wir das Essen von Tieren ebenso verurteilen, wie wir das Essen von unseresgleichen, die Menschenfresserei, verurteilen.“
François Voltaire (1694-1778), französischer Philosoph: „Gewiss ist es, dass dieses scheußliche Blutbad, welches unaufhörlich in unseren Schlachthäusern und Küchen stattfindet, uns nicht mehr als ein Übel erscheint. Im Gegenteil betrachten wir diese Scheußlichkeiten, welche oft penstilenzialisch wirken, als einen Segen des Herrn und danken ihm in unseren Gebeten für unsere Mördereien. Kann es denn aber etwas Abscheulicheres geben, als sich beständig von Leichenfleisch zu ernähren?“
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter: „Die religiöse Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist, umfasst natürlich auch die Tierwelt und legt den Menschen die Pflicht auf, die unter ihm entstehende Schöpfung zu ehren und zu schonen.“
„Jagd ist doch immer ein Form von Krieg.“
Alexander von Humboldt (1769-1859), Begründer der wissenschaftlichen Geographie: „Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen. Sie ist eines der kennzeichnensten Laster eines niederen und unedlen Volkes. Dem Tier gegenüber sind heute alle Völker mehr oder weniger Barbaren, und es ist unwahr und grotesk, wenn sie ihre vermeintliche hohe Kultur bei jeder Gelegenheit betonen und dabei tagtäglich die scheußlichsten Grausamkeiten an Millionen von wehrlosen Geschöpfe begehen oder doch gleichgültig zulassen. Können wir uns wundern, dass diese sogenannten Kulturvölker immer mehr einen furchbaren Weg des Abstieges entgegengehen? Dieselbe Strecke Landes, welche als Wiese, d.h. als Viehfutter, zehn Menschen durch das Fleisch der darauf gemästeten Tiere aus zweiter Hand ernährt, vermag, mit Hirse Erbsen, Linsen und Gerste bebaut, hunderte Menschen zu erhalten und zu ernähren.“
Wilhelm Busch (1832-1908), deutscher Dichter und Zeichner: „Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur Menschenfresserei, sondern jede Art des Fleischgenusses als Kannibalismus gilt.“
Bertha von Suttner (1843-1914), österreichische Pazifistin: “Wer die Opfer nicht schreien hört, nicht zucken sehen kann, dem es aber, sobald er aber außer Seh- und Hörweite ist, gleichgültig ist, dass es schreit und zuckt – der hat wohl Nerven aber Herz hat er nicht“
Georg Bernhard Shaw (1856-1950), englischer Dichter: „Tiere sind meine Freunde, und ich esse meine Freunde nicht.“
Albert Schweitzer (1875-1965), Arzt, Musiker, Theologe: „Ehrfurcht vor dem Leben bedeutet Abscheu vor dem Töten.“
Theodor Heuss (1874-1963), 1. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland: “Je früher unsere Jugend von sich aus Gewalt gegen Tiere als verwerflich anzusehen lernt, je mehr sie darauf achtet, dass aus Spiel und Umgang mit Tieren nicht Quälerei wird, desto klarer wird auch später ihr Unterscheidungsvermögen werden, was in der Welt der Großen Recht und Unrecht ist.“ „Jagd ist nur ein feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankeit.“
Luise Rinser (*1911), deutsche Schriftstellerin: „Es wird lange dauern, bis die Menschheit begriffen hat, dass nicht nur die Völker der Erde ein Volk sind, sondern das Menschen, Pflanzen und Tiere zusammen das 'Reich Gottes' sind und dass das Schicksal des einen Bereichs auch das Schicksal des anderen ist.“ Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph: “Die christliche Moral hat ihre Vorschriften ganz auf den Menschen beschränkt, die gesamte Tierwelt rechtlos gelassen. Man sehe nur, wie unser christlicher Pöbel gegen die Tiere verfährt, sie völlig zwecklos und lachend tötet oder verstümmelt oder martert, seine Pferde im Alter bis aufs Äußerste anstrengt, um das letzte Mark aus ihren armen Knochen zu arbeiten, bis sie unter seinen Streichen erliegen. Man möchte wahrlich sagen, die Menschen sind die Teufel der Erde und die Tiere ihre geplagten Seelen.“ Schopenhauer entwarf eine Philosophie des Mitleids: „Die Natur pflanzte in das menschliche Herz jene wundersame Anlage, vermöge welche das Leiden des einen vom anderen mitempfunden wird, und jeder macht von diese Fähigkeit freigebigen Gebrauch. Nicht nur auf andere Menschen richtet sich dabei unser Augenmerk, es geht um grenzenloses Mitleid mit allen lebenden Wesen.“
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter: „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“
„Vegetarismus gilt als Kriterium, an welchem wir erkennen können, ob das Streben des Menschen nach moralischer Vollkommenheit ernst gemeint ist.“
„Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur eine Schritt.“
Prof. Dr. Hubertus Mynarek (*1929), deutscher Humanist und Kirchenkritiker: „Echtes Christentum kann und muss ohne Fleisch auskommen. Denn wie kann man eine eigene Humanität, eine eigene Menschlichkeit, seine eigene Vervollkommnung ansteuern und realisieren, wenn man zugleich weiß, dass man unsere Brüder und Schwestern tötet. Es ist unmöglich, eine höhere Spiritualität zu erreichen, wenn man Tiere schlachtet.“
Mynarek sieht in seinem Buch „Ökologische Religion“ den Menschen als Teil der Natur: „Wer könnte heute nach mehr als hundert Jahren intensivster Evolutionsforschung, den unerhört engen Zusammenhang des Menschen in seiner geistig-psychisch-physischen Beschaffenheit mit der Natur, vor allem aber mit dem Tier-und Pflanzenreich leugnen?“ ... „Nicht nur die gesamte Natur, unsere ganze Existenz erstreckt sich in die Vergangenheit. Unser erweiterter Leib sind die Pflanzen und Tierarten, die phylogenetisch vor uns waren und unsere Linie, die Linie zum Menschen bilden. Schon deshalb verbieten sich alle Tierversuche und alle gentechnischen Manipulationen an unserem „Vergangenheits-Leib“, den Tieren und Pflanzen, die ja weiterhin unsere Lebensgrundlage bilden, für die wir verantwortlich sind und für die wir auch in Zukunft die Verantwortung tragen, weil wir kein Recht haben, auch nur eine Art, die zu der auch von künftigen Generationen zu erlebenden atemberaubenden Vielfalt der Natur beiträgt, auszurotten oder auch nur wesentlich zu dezimieren.“
Laotse (ca. 3. - 4. Jh. v. Chr.), chinesischer Philosoph: „Seid gut zu den Menschen, zu den Pflanzen und zu den Tieren! Hetzt weder Menschen noch Tiere noch fügt ihnen Leid zu.“
Mahatma Gandhi (1869-1948,) Hinduist, Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung:
„Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.“
„Für mich ist das Leben eines Lammes nicht weniger wertvoll als das Leben eines Menschen. Und ich würde niemals um des menschlichen Körpers willen einem Lamm das Leben nehmen wollen. Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto größer ist sein Anspruch auf menschlichen Schutz vor menschlicher Grausamkeit.“
Albert Einstein (1879-1955), Physiker und Nobelpreisträger: „Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarische Ernährung.“
Charles Darwin (1809-1882), britischer Naturforscher: “Die Tiere empfinden wie wir Menschen Freude und Schmerz, Glück und Unglück.“
„So groß nun auch nichtsdestoweniger die Verschiedenheit an Geist zwischen dem Menschen und den höheren Tieren sein mag, so ist sie doch sicher nur eine Verschiedenheit des Grades und nicht der Art. Wir haben gesehen, dass die Empfindungen und Eindrücke, die verschiedenen Erregungen und Fähigkeiten wie Liebe, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Neugierde, Nachahmung, Verstand usw., deren sich der Mensch rühmt, in einem beginnenden oder zuweilen selbst in einem gut entwickelten Zustand bei niederen Tieren gefunden werden.“
Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen für die Tiere aus Darwins Evolutionslehre ist die Kontinuität des Bewusstseins und die Leidensfähigkeit der Tiere.
Helmut Kaplan (*1952), deutscher Öko-Philosoph: „Wir brauchen für Tiere keine neue Moral. Wir müssen lediglich aufhören, Tiere willkürlich aus der vorhandenen Moral auszuschließen.“
Aus der apokryphen Schrift unserer Tage „Das ist mein Wort“, das über Offenbarung empfangen und 1989 niedergeschrieben worden ist, lesen wir:
„Und einige Seiner (Jesu) Jünger kamen zu ihm und sprachen zu Ihm über einen Ägypter, einen Sohn des Belial, der lehrte, dass es nicht wider das Gesetz sei, die Tiere zu quälen, wenn ihr Leiden den Menschen Nutzen bringe. Und Jesus sprach zu ihnen: 'Wahrlich ich sage euch, wer Vorteile zieht aus dem Unrecht, das einem Geschöpf Gottes zugefügt wird, der kann nicht rechtschaffen sein. Ebenso können die mit heiligen Dingen umgehen oder die Geheimnisse des Himmels lehren, deren Hände mit Blut befleckt sind oder deren Mund durch Fleisch verunreinigt ist.
Gott gibt die Körner und Früchte der Erde zur Nahrung; und für den rechtschaffenen Menschen gibt es keine andere rechtmäßige Nahrung für den Körper ... Deshalb sage ich zu allen, die Meine Jünger werden wollen: Haltet eure Hände frei von Blutvergießen und lasset kein Fleisch über eure Lippen kommen; denn Gott ist gerecht und gütig und hat befohlen, dass die Menschen leben sollen allein von den Früchten und den Saaten der Erde.“ (Kap.38)
Es gab und gibt also Hinweise noch und noch, Hinweise, wie der Mensch leben, wie er zur Natur und den Tieren sich verhalten soll und welche Nahrung ihm gemäß ist, auf die die Kirche hätte hören und davon hätte lernen können, die sie aber zwei Jahrtausende lang ignoriert hat. Da sie in ihrer Selbstherrlichkeit den Anspruch auf die absolute Wahrheit erhebt, lässt sie andere Wahrheiten nicht gelten, auch wenn sie aus dem Munde des Religionsstifters kommen: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Eine Kirche, die meint, S e i n e Wahrheit stellvertretend verkünden zu müssen, hat Jesus nicht gewollt. Er wusste, wie die Schriftgelehrten und Priester seiner Zeit mit den Wahrheiten Gottes umgegangen sind, sonst hätte er sie nicht verdammt und zum Teufel gejagt.