Zum Inhalt springen

Die Mitschuld der Kirche am Leid der Tiere und an der Zerstörung der Natur

„Es lebe der heilige Firmin!“ - Stier- und Menschenquälerei „zu Ehren“ eines Heiligen

„Es lebe der heilige Firmin!“ ertönt jedes Jahr am 6. Juli ein gewaltiger Ruf und Hunderte weiß-rot gekleidete Männer, nur mit einer Zeitung „bewaffnet“, lassen sich von sechs „Kampfstieren“ durch die Gassen der nordspanischen Stadt Pamplona jagen. Mit Schaum vor dem Maul und blutunterlaufenen Augen in höchster Erregung und panischer Angst greifen die Tiere alles an, was sich vor ihnen bewegt, um ihre Quäler loszuwerden. Die „Fiesta“ bietet den Zuschauern 204 Stunden Tierhatz, das sind 8 Tage „Stierquälerei“ (Süddeutsche Zeitung) mit anschließender Tötung von 48 Stieren in der Arena durch professionelle Toreros, massenweise Alkoholexzesse, zahlreiche Leicht- und Schwerverletzte und immer wieder Todesfälle. Bis zu einer Million Menschen, Einheimische wie Touristen aus aller Welt, berauschen sich an dieser „Fiesta des Horrors“ und füllen die Kassen der Tourismusbranche mit Millionen Euro. Und das alles zu Ehren des Heiligen Firmin.

Tierquälerei zu Ehren eines Heiligen, der weder für Menschen noch für Tiere etwas Wertvolles geleistet hat

Tierquälerei zu Ehren eines Heiligen, der weder für Menschen noch für Tiere etwas Wertvolles geleistet hat

Wer ist dieser Heilige, dem diese Ehren zuteil werden? Das Kirchenlexikon nennt einen Firminus, den Märtyrer (geb. ca 272 in Pamplona, gest. ca. 303 in Amiens). Er war Sohn eines römischen Beamten in Pamplona, wurde zum Christentum bekehrt und berühmt als Missionsprediger. In der Zeit des römischen Kaisers Diokletian soll er der Legende nach verfolgt, eingekerkert, gegeißelt und als Märtyrer enthauptet worden sein. Seine Reliquien befinden sich heute noch in Pamplona in der ihm geweihten Kapelle San Fermin. Von guten Taten und vorbildlichem Leben nach den christlichen Geboten ist nichts bekannt. Mit Tieren hatte er auch nichts zu tun. Zur Erinnerung an die Enthauptung tragen die Teilnehmer des Stierrennens, wie das grausame Spektakel verharmlosend genannt wird, ein rotes Halstuch. Die rationale Begründung, was das mit dem heiligen Firmin zu tun hat und warum Stiere von Menschen tagelang gejagt und dann ermordet werden, bleibt die Urheberin dieses Kultes, die katholische Kirche, schuldig, hat sie nie erklären können und will sie gar nicht erklären. Eine Deutung führt in jedem Fall ins Irrationale, ja ins Absurde, denn Vernunft und Glaube pflegen in der Religion oft weit auseinanderzuklaffen. Vielleicht war die ursprüngliche Absicht von Priestern oder fanatischen Gläubigen bei Einführung des Kultes, dass an Tieren das historische Martyrium an dem Heiligen als Schau vorgeführt werden soll. Vielleicht soll auch das Martyrium den Gläubigen vorgeführt werden, wenn wirklich einer von ihnen mit den Hörnern aufgespießt oder durch sie verletzt wird. Der Leidende hat dann das „Glück“, das Martyrium „nacherleben“ zu dürfen. Pech hat er allerdings, wenn er an den Verletzungen stirbt. Oder vielleicht ist es doch Glück, das Glück nämlich, in die ewige Seligkeit zu gelangen?

Das archaische Blutopfer von Tieren als Ursprung vieler kirchlicher Tiertötungsbräuche

Wie alle derartigen blutigen Tierrituale, und deren gibt es noch zahlreiche in der katholischen Kirche, sind es adaptierte archaische heidnisch-magische Opferkulte, von denen die katholische Kirche nicht lassen will. Die Blutmystik hat schon immer die Menschen beeindruckt und begeistert und ist ein effektives Mittel, Gläubige an die Religion zu binden.

Zwar wurde im Christentum das heidnische Tieropfer, das im Alten Testament ein heiliges Ritual von zentraler Bedeutung war, in der Zeit Konstantins des Großen verboten, doch schwingt das religöse Motiv bei den Festspielen und -bräuchen, bei denen Tiere gequält und getötet werden, immer noch mit, gepaart mit der puren Lust an Grausamkeit beim absurden Kräftemessen Tier – Mensch. Das sportliche Vergnügen, die etablierte Festindustrie mit Tausenden von Arbeitsplätzen und Profiten in Millionenhöhe, das florierende Tourismusgeschäft, die gewaltigen Spendenflüsse und eine populäre, festefördernde Lokalpolitik haben den ursprünglichen psychoreligiösen und theologischen Hintergrund solcher Bluttraditionen völlig verdrängt.

Auf der Gegenseite wird aber auch der Ruf nach Tierschutz, nach Verboten oder Entschärfungen von Grausamkeiten immer lauter, und aufklärende Kampagnen, die meist aus der Bevölkerung kommen, weniger von den Behörden, sind immer häufiger zu Gange. Kürzlich stimmten die Abgeordneten des katalanische Regionalparlaments für die Abschaffung der Stierkämpfe in ihrer Region. Die Parlamentsausschüsse müssen noch zustimmen.

Wie steht die katholische Kirche , in deren Glaubensgebäude die Heiligen – obwohl das erste Gebot bekanntlich neben Gott andere Götter verbietet - ihren festen Platz haben, zu den grausamen „Tierspielbräuchen“ zu Ehren von Heiligen?


Das Lavieren der Kirche: aus theologischer Sicht gegen Tierquälerei - in der Praxis absegnen und mitverdienen

An zahlreichen Fest- und Feiertagen in Spanien und Italien, zu denen Tiere gequält und geopfert werden, wird an Heilige gedacht, bei nicht wenigen auch an Franz von Assisi, der ja bekanntlich Patron der Tiere war. Das zeigt ganz besonders die Absurdität und Irrationalität solcher Traditionen. Erst im Jahr 2000 wurde ein besonders übler Brauch verboten, aber nicht von der Kirche, sondern von der weltlichen Gemeindebehörde. Jugendliche warfen mit Hilfe der Priester alljährlich ein Ziege vom Kirchturm des Dorfes Manganeses de la Polvorosa, was oft den Tod zumindest schwerste Verletzungen des Tieres nach sich zog. Gemildert wurde die Quälerei auf Grund von Protesten der Tierschützer durch ein Sprungtuch, doch die Ziegen verletzten sich trotzdem.

tl_ziegeEinmal mehr zeigt die Szene, dass die katholische Kirche am heidnischen Tieropfer festhält. Zu Ehren des Dorfheiligen, zur Befriedigung der Schaulust der Dorfbewohner von Manganeses de la Polvorosa, zum Entsetzen der Tierschützer wird jedes Jahr eine Ziege vom Kirchturm hinuntergeworfen – erst seit kurzer Zeit „schützt“ sie ein Sprungtuch

tl_ziegeEinmal mehr zeigt die Szene, dass die katholische Kirche am heidnischen Tieropfer festhält. Zu Ehren des Dorfheiligen, zur Befriedigung der Schaulust der Dorfbewohner von Manganeses de la Polvorosa, zum Entsetzen der Tierschützer wird jedes Jahr eine Ziege vom Kirchturm hinuntergeworfen – erst seit kurzer Zeit „schützt“ sie ein Sprungtuch

Die Liste von öffentlichen schauspielartigen Tierquälereien und Tötungen von Tieren ist lang. Die weltweite Verbreitung ist groß. Die unteren Kirchenfunktionäre, Priester und kirchlichen Zuarbeiter sind oft Befürworter solcher Veranstaltungen, denn es ist viel Geld im Spiel, das die Kirche braucht. Nicht, dass die Kirche sich am Millionengeschäft der Stierkampfindustrie beteiligen würde, aber die Segnung und Weihe der Tiere und der Toreros, die Feste zu Ehren der Heiligen und zum Schaden der Tiere lassen reichlich Spenden fließen und verschaffen die nötige Popularität der Kirche und ihrer Repräsentanten im Volk. Schnell ist ein Stierkampf dann umfunktioniert von einem bloßen Volksschauspiel zu einer Benefiz-Veranstaltung, und die Einnahmen fließen in die Kirchenkassen. Die finanzielle Abhängigkeit der Priester von den einflussreichen Spendern der Stierkampfindustrie in den Gemeinden lässt die Priester es sich dreimal überlegen, ob sie sich gegen die Tötungsexzesse aussprechen.

Und wie sah es und sieht es es oben aus in der Glaubensfabrik Vatikan? Schon Papst Pius verfasste 1567 die päpstliche Bulle „De salutis gregis dominici“, in der er das Verbot dieser „....plumpen und blutigen Spektakel, die mehr vom Teufel als von Menschen erdacht...“ bei den christlichen Völker forderte. Er befahl die Exkommunizierung der Kaiser, Könige und Kardinäle, die sie weiterhin erlaubten und der Geistlichen, die einen Stierkampf besuchten. Außerdem verweigerte er den Toreros, die in einem Stierkampf umgekommen waren, die kirchliche Beerdigung.

Doch wie die Kirche mit den Ketzern verfuhr, also mit Menschen, die der Kirche den Gehorsam verweigerten, weil sie deren Glaubensregeln und Dogmen nicht anerkannten, nämlich diese zu exkommunizieren, einzusperren, zu foltern und in Massen hinzurichten, hier versagte merkwürdigerweise ihre Macht. Man ließ das Volk seine Gier nach Blut befriedigen, gab dem Ganzen einen kultisch religiösen Anstrich, dass alles zum Heil diene, dem der Seele und sicher auch dem der Kirche.

Auch Papst Johannes Paul II. bekannte sich dazu „...dass der Mensch von Gottes Händen gemacht, solidarisch mit allen anderen Lebewesen ist“ und missbilligte somit die Stierkämpfe, was ihn aber nicht hinderte auf seiner Spanienreise einen Stierkämpfer, der ihm das Capote, das Tuch des Toreros, als Geschenk überreichte, zu segnen. Natürlich nahm er das Geschenk an.

Die alttestamentliche Ethik: der Mensch ist Herr der Natur - die Kreatur ist ihm untertan

Für das alte Judentum und spätere Christentum von zentraler Bedeutung ist der Schöpfungsmythos im Alten Testament. Hier ist es vor allem ein Zitat, das richtungsweisend für die Lebensweise und das Verhalten der Menschen zur Schöpfung, zu seinesgleichen und zur Natur und den Tieren ist: Im ersten Schöpfungsbericht, 1 Mose 28 „Und Gott segnete sie (Mann und Frau, Adam und Eva) und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch u n t e r t a n und h e r r s c h e t (in der kirchlichen Einheitsübersetzung heißt es „...und unterwerft sie euch“) über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“

Hier läge der Schlüssel für das Weltherrschertum der Menschen, besonders der Christen, der sie ermächtigt, die Natur total auszubeuten, sagen kritische Geister unserer Zeit. Gott selbst habe es dem Menschen befohlen, und die „Heilige Schrift“, die von Gott selbst den Menschen, so glaubt die Kirche, „diktiert“ worden ist, dient als Rechtfertigung. Carl Amery ist einer der schärfsten Verfechter dieser Deutung in seinem Buch „Das Ende der Vorsehung. Die gnadenlosen Folgen des Christentums“. Die heute zur Stellungnahme herausgeforderte Kirche setzt mit einer kunstgerechten Exegese dagegen: Der Begriff „herrschen“ bedeute im Hebräischen „verantworten“ im Sinne von „bewahren“. Der Mensch sei eine Art Stadthalter, ein von Gott eingesetzter Verwalter der Schöpfung, wie es auch in dem Zitat des zweiten Schöpfungsberichtes in 1 Mose 2,15 heißt: „Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“
Wie ging die Kirche, gingen die Christen aber mit der Natur und der Kreatur in Laufe der Geschichte um?


Die Verantwortlichkeit der Christen für die Schöpfung: „Weltherrschaftsmentalität“ steht gegen „Schöpfungsverantwortung“

Riesige Waldflächen wurden für die Gerüste von Prunkbauten der weltlichen und geistlichen Herren der Kirche gerodet, um deren Repräsentationssucht zu befriedigen

Riesige Waldflächen wurden für die Gerüste von Prunkbauten der weltlichen und geistlichen Herren der Kirche gerodet, um deren Repräsentationssucht zu befriedigen

Von Verantwortung und Bewahrung der Schöpfung, wie die Kirche heute dieses Zitat gerne verstanden wissen will, kann keine Rede sein angesichts der Jahrtausende andauernden Misshandlung von Natur und Kreatur. Die „Heilige Schrift“ gebietet es doch so: Der Mensch ist in der Schöpfung der absolute Herr, Natur und Tiere sind seine Untertanen und sind seiner Willkür ausgeliefert.
Waren noch die frühen Christen Bekenner zur Gewaltlosigkeit, Verweigerer des Kriegsdienstes, Ablehner von Fleischnahrung und Gegner des Tötens von Tieren, dankten sie noch Gott für die Natur und ihre Geschenke und sahen sich in der Einheit mit der Natur, seit Etablierung der christlichen Kirche als Verwaltungsinstitution des Christentums mit weltlicher Macht ausgerüstet, gingen die Kirchenchristen über Jahrhunderte in der vorindustriellen Zeit so rücksichtslos mit der Natur um wie die christlichen weltlichen Mächte. Macht muss repräsentiert, demonstriert, ausgeübt und gesichert werden. So wurde zuerst in Europa in gigantischen Ausmaßen zerstörerisch in die Natur eingegriffen. Riesige Waldflächen fielen für die Fundamente, Gerüste, Werkzeuge, Gefährte und Baumaschinen von Großbauten wie Palästen, Kirchen, Dome und Festungen, vor allem für die mächtige Kriegs- und Handelsflotten der damaligen geistlichen und weltlichen Großmächte zum Opfer.

Vom Fleisch eines erlegten Büffels musste eine Indianerfamilie eine Woche leben. Dazu bekam sie Fell, Knochenmaterial, Sehnen und vieles mehr als Werkmaterial

Vom Fleisch eines erlegten Büffels musste eine Indianerfamilie eine Woche leben. Dazu bekam sie Fell, Knochenmaterial, Sehnen und vieles mehr als Werkmaterial

Eine durch Städteneugründungen schon im Hochmittelalter rasant wachsende Bevölkerung benötigte neue Anbauflächen für Nahrungsmittel. Die Folge war eine europaweiten Entwaldung mit, wie man heute weiß, gravierenden Auswirkungen für die Natur. Ausgeschwemmte Sedimente verunreinigten die Flüsse, so dass der Flussfischbestand auf ein Minimum sank und die Fischnahrung für die Bevölkerung bedenklich einschränkte. Die rücksichtslose Ausbeutung der Ost- und Nordsee hat hier ihren Ursprung und wird heute fortgeführt in gigantischem, industriellem Ausmaß auf allen Weltmeeren. Nie vernahm man eine Mahnung oder Kritik des höheren Klerus, des Garanten der Christenheit, an dieser Ausplünderung.

Ebenso drastisch war früher der Missbrauch von Tieren, die nicht zur Nahrungsgewinnung oder zum Transport genutzt wurden. Pferde für Kriegszwecke wurden gezüchtet und domestiziert, um sie dann auf Schlachtfeldern in ungeheuren Massen niederzumetzeln. Weder das Kriegführen noch die Massentötung von Tieren ihrer Gläubigen rührte die moralische Institution Kirche, geschweige denn, dass sie dem mörderischen Tun Einhalt geboten hätte. Auch fielen eine Unzahl von Wildtieren den Jagdorgien, besonders den blutrünstigen par force-Jagden der geistlichen und weltlichen Herren zum Opfer. Die Äbte des Klosters Langheim in Oberfranken verfügten beispielsweise über ein eigenes Jagdschloss. Ein Gefühl für die Würde von Tieren als Mitgeschöpfe kannte die Kirche nicht. Auch hatte sie nichts dagegen, dass alle Arten von Tieren für Wettspiele abgerichtet und unter Qualen für lustvolle Hof- und Festgesellschaften kämpfen oder Kunststücke vorführen mussten. Auf den Höfen der Burgunderkönige wurden zu den Festgelagen stets Löwen, in jämmerlichen Umständen gehalten, präsentiert.

30 Millionen Büffel fielen der Lusttöterei von eingewanderten europäischen Christen zum Opfer

30 Millionen Büffel fielen der Lusttöterei von eingewanderten europäischen Christen zum Opfer

An der Ausbeutung der Erde von Bodenschätzen und Edelmetallen beteiligten sich die kirchlichen Obrigkeiten genauso wie die weltlichen. Ganze Tiergattungen waren schon vor der industrielle Revolution vom Aussterben bedroht. So wurde die Heringspopulation der Ostsee extrem dezimiert, da Hering beliebte Fastenspeise war. Ebenso wurde der Biber aus den gleichen Gründen fast ausgerottet, da er von der Kirche der Gattung der Fische zugehörig erklärt wurde.

Hand in Hand mit der Ausrottung der Urbevölkerung auf den im 17. und 18. Jh. entdeckten überseeischen Inseln ging auch die Vernichtung zahlreicher Seevögel- und Landvögel- und Tiergattungen. Die Kirche nahm daran keinen Anstoß. Umgekehrt wurde durch Import fremder Tierrassen in die neu gegründeten Kolonien Nordamerikas schwerwiegende Eingriffe in die Natur des Landes unternommen. Zur Weideflächengewinnung wurden ungeheure Wäldflächen abgeholzt. Christen schossen aus Tötungslust in wenigen Jahrzehnten Mitte des 19. Jhs. Millionen von Büffeln zu einem Häufchen von ca. 30 000 Tiere zusammen, deren Bestand man erst im 20. Jh. wieder mühsam erweitern konnte. Aus Europa importierte Schweine ließ man sich ungehemmt vermehren und ließ es zu, ja förderte es sogar, dass die verwilderten Tiere die Maisfelder der Indianer durchwühlten und zerstörten. Da aber die puritanischen Christen „im Auftrag Gottes“ das Land in Besitz genommen hatten, um das Christentum in aller Welt zu verbreiten und die indianischen Einwohner als „Anhänger des Teufels“ sahen, hatten sie kein schlechtes Gewissen bei ihrem Treiben.

Der Gipfel der Missachtung der Tiere und der geistigen Verwirrung der Kirche:  Hinrichtung eines Schweins, dem man mehrere „Verbrechen“ zur Last gelegt hat

Der Gipfel der Missachtung der Tiere und der geistigen Verwirrung der Kirche: Hinrichtung eines Schweins, dem man mehrere „Verbrechen“ zur Last gelegt hat

Ein düsteres Kapitel der Behandlung der Tiere durch den Menschen ist auch die von der Kirche zugelassene und geförderte Dämonisierung von Tieren und Pflanzen. Die Fledermaus galt als ein Teufelsbote, der Salamander als eine Ausgeburt des Satans, der Rabe als ein Hexenvogel. Sie wurden deswegen zu Unrecht oft gejagt und getötet. Die kirchlichen Hexenverfolger stellten in ihrem abergläubischen Zynismus Tiere auf die gleiche Stufe wie ihre Opfer: Sie waren Helfer des Teufels und wurden daher wie Menschen exkommuniziert, vor Gericht gestellt und mit den „Hexen“ auf dem Scheiterhaufen verbrannt.  Auch Pflanzen wurden dämonsiert wie beispielsweise die als "Hexenbesen" bezeichnete Mistel, die heute wegen tumorhemmender Proteine und biogenen Flavonoiden ein bekanntes Heilmittel bei Krebserkrankung darstellt. Viele Pflanzen bekamen auf diese Weise ein anrüchiges Image.

Was soll der Mensch essen: Pflanzennahrung oder Fleischnahrung? Die Bibel widerspricht sich selbst.

Die Bibel gibt genau Auskunft, wovon sich die Menschen ernähren sollen. In 1 Mose 1,29 ff heißt es: „Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben mancherlei Kraut, das sich besamt, auf der ganzen Erde und allerlei fruchtbare Bäume, die sich besamen, zu eurer Speise, und allem Getier auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das da lebt auf Erden, dass sie allerlei grünes Kraut essen. Und es geschah also.“
Das ist ein klarer Hinweis auf eine vegetarische Ernährung, zu der sogar die Tiere ausersehen sind. Offenbar kennt der Schöpfungsmythos keine Raubtiere, die sjaich von Beutefleisch ernähren. Jeder Bibelkundige weiß, dass die Bibel ein Sammelsurium von verschiedensten Texten ist, aus den verschiedensten Zeiten von den unterschiedlichsten Autoren verfasst. So nimmt es nicht Wunder, dass ein paar Seiten nach diesem Zitat im zweiten Schöpfungsbericht, 1 Mose 9,1ff widersprochen wird: „Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet die Erde. Furcht und Schrecken vor euch sei über alle Tiere auf Erden und über alle Vögel unter dem Himmel, über alles, was auf dem Erdboden kriecht, und über alle Fische im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich`s euch alles gegeben. Allein esset das Fleisch nicht, das noch lebt in seinem Blut. Auch will ich eures Leibes Blut rächen und will`s an allen Tieren rächen und will des Menschen Leben rächen an einem jeglichen Menschen als dem, der sein Bruder ist. Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll auch durch Menschenblut vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht.“

Weder beim Judentum, dem daraus hervorgegangene Christentum noch dem hieraus abgezweigten Islam, denen allen drei das Alte Testament zu Grunde liegt, hat der göttliche Auftrag Gehör gefunden, die Schöpfung im Gesamten und besonders die tierischen Mitgeschöpfe fürsorglich zu behandeln, sie nicht zu töten und zu essen. Er wurde niemals allgemeines Glaubensgut, Lehrgut, Erziehungsgut, angewandte Praxis, wie es überhaupt das Desaster in der Geschichte der Großreligionen ist, dass ihre Repräsentanten zwar die Heilslehre verkündeten, deren Ethik jedoch nicht eingehalten und gelebt haben. Das ist heute nicht anders. Die vegetarische oder vegane Nahrung war schon immer nur Nahrung von Einzelpersönlichkeiten oder Außenseitergesellschaften wie Eremiten, Sekten oder Mönchsgemeinschaften (z.B. die Essener zur Zeit von Jesus), die sich von der Religionsgemeinschaft, in der sie lebten, abgesondert hatten.

„Seid fruchtbar und mehret euch  und erfüllet die Erde. Furcht und Schrecken vor euch sei über alle Tiere auf Erden ......Alles was sich regt und lebt sei eure Speise.“ So sprach Gott zu Noah nach der Sintflut. Gott lagen die Tiere am Herzen, sonst hätte er sie dem Noah vor der Katastrophe nicht in Obhut gegeben. Jetzt gibt er sie in die unheilvollen Hände der Menschen, in denen sie Furcht und Schrecken zu erwarten haben. „Alles, was sich regt und lebt“, darf der Mensch essen. Einige Kapitel vorher empfiehlt Gott den Menschen aber nur „allerlei Kraut“ und „fruchtbare Bäume“ als Speise. Fleisch oder Pflanzen – was soll er nun essen?

„Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet die Erde. Furcht und Schrecken vor euch sei über alle Tiere auf Erden ......Alles was sich regt und lebt sei eure Speise.“ So sprach Gott zu Noah nach der Sintflut. Gott lagen die Tiere am Herzen, sonst hätte er sie dem Noah vor der Katastrophe nicht in Obhut gegeben. Jetzt gibt er sie in die unheilvollen Hände der Menschen, in denen sie Furcht und Schrecken zu erwarten haben. „Alles, was sich regt und lebt“, darf der Mensch essen. Einige Kapitel vorher empfiehlt Gott den Menschen aber nur „allerlei Kraut“ und „fruchtbare Bäume“ als Speise. Fleisch oder Pflanzen – was soll er nun essen?


Sicherung der Priestermacht durch Sündendenken und Blutgesetze für Menschen und Tiere

Die israelitische Priesterschaft zur Zeit der Abfassung des Schöpfungsberichtes im 5. Jh. hatte gute Gründe, das Pflanzennahrungsangebot ihres Gottes auszuschlagen. Die Vokabeln des Zitattextes „Furcht und Schrecken“ im zweiten Schöpfungsbericht spiegeln die psychologischen Instrumente der Macht der Priester in der altisraelitischen Gesellschaft wider, auf die sich ihre Herrschaft stützte. Die Priester verstanden sich als auserwählte Ebenbilder Gottes, denen nicht nur die Tiere untertan waren, auch ihren Mitmenschen fühlten sie sich wegen ihrer angeblichen Gottnähe überlegen. Die Priester vermittelten zwischen den Göttern und den Menschen, waren Richter und Volksführer in einem. Gleichzeitig standen sie un­ter dem Druck der Furcht vor den Göttern und später vor einem unbarmherzigen, strafenden, beleidigten, rachsüchtigen und patriarchalisch gestimmten Gott, dem Gott des Alten Testaments. Aus diesem Grund verfassten sie Gesetze, verurteilten, straften, um nicht selbst de­ssen Gericht und Verfluchung zu verfallen.

Auch kann mit dem angeführten Zitat hervorragend demonstriert werden, wie das Gottes- und Men­schenbild der Priesterautoren beschaffen ist: Ein unheimlicher, monströser Gott, der mit absurder Willkür Leben gibt und wieder nimmt, bietet seinen höchsten Geschöpfen, den Menschen, die nie­deren Mitgeschöpfe, die Tiere, zur Speise an, und darüberhinaus dürfen die Menschen die Tiere auch so behandeln, wie es ihnen gefällt („in eure Hände seien sie gegeben“), also auch miss­handeln. Denn sonst erführen diese nicht „Furcht und Schrecken“.

Im alten Israel verkörperte ein Missetäter das Böse schlechthin, und in schweren Fällen musste es radikal ausge­löscht werden; das Böse musste vom Volke Israel genom­men werden, heißt es im AT („....und das Böse von ihr tun“), denn nur der Tod des Täters versöhnte das Volk mit den Göttern. Die Verhängung der Todesstrafe war dann obligatorisch.

Zum Ausdruck kommt das im nicht zufällig an dieser Stelle stehenden Anschlusszitat: „Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden“. Seit Entstehung des homo erectus in Urzeiten, schon mit einem Quantum Intelligenz ausgerüstet, beherrscht dieses genetisch eingravierte verhaltensbiologische Tötungsprogramm aus Rachemotiven die Menschen – die Tierwelt kennt keine Rache! - und ist in den archaischen Gesellschaften und in einigen Kulturen des Altertums zum Gesetz geworden. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ heißt es im Codex Hammurapi, der ältesten vollständigen Gesetzgebung der des Königs von Babylon um 1760 vor Chr., und diese hat auch Eingang in die altisraelitischen Gesellschaft und Religion gefunden.

Somit wird die unerhörte Grausamkeit der altisraelitischen Gebote und Gesetze verständlich. Dass aber auch durch die permanente Bedrohung mit Blutgesetzen und dem Vollzug der Todesstrafe bei geringen Vergehen wie Ehebruch der Frau, (Männer wurden in den orientalischen Rechtsprechungen geschont), Ungehorsam des Sohnes gegenüber dem Vater, Ungehorsam gegenüber Priestern und vielen anderen das Volk leichter lenkbar und beherrschbar ist, ist eine weitere Konsequenz des Sündendenkens und dessen Handhabung durch Gesetze.
Auch gegenüber der Tierwelt demonstrierten die Priester ihre Macht, was in dem Text: „Auch will ich eures Leibes Blut rächen und will's an allen Tieren rächen....“ zum Ausdruck kommt. Das Rachegesetz wurde demnach auch an Tieren vollzogen, wie dieses Zitat in 2 Moses 21,28 aussagt: „Wenn ein Ochse einen Mann oder ein Weib stößt, so soll man den Ochsen steinigen.“

Die Magie der Blutmystik faszinierte Menschen und besänftigte Götter – dafür mussten Tiere sterben

Der blutige Tieropferkult wird wohl schon in der Frühzeit des Menschen, etwa bei seiner Sesshaftwerdung, entstanden sein. Der Gedanke, dass man den Göttern opfert, setzt voraus, dass es einen differenzierten Götterpantheon gegeben haben muss, in dem Gottheiten existierten, die den verschiedenen Naturbereichen, aber auch menschlichen Lebensbereichen z.B. Landwirtschaft, Krieg, Frieden und Fruchtbarkeit zugeordnet waren. Dabei hatte das blutige Tieropfer herausragende Bedeutung.

Wie ausgefeilt die kultischen Handlungen gewesen waren, wieviel verschiedene Spezialopfer es gab, aber auch wie grausam das Kulthandwerk ausgeführt wurde, lesen wir seitenlang im Alten Testament. Hier nur ein Beispiel aus 5 Mose, 10 ff: „Wenn’s nun geschieht, dass er sich an einem verschuldet (schuldig wird) und bekennt, dass er daran gesündigt hat, so soll er für seine Schuld dieser seine Sünde, die er getan hat, dem Herrn bringen von der Herde eine Schaf- oder Ziegenmutter zum Sündopfer, so soll ihm der Pries­ter seine Sünde versöhnen. Vermag er aber nicht ein Schaf, so bringe er dem Herrn für seine Schuld, die er getan hat, zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, die erste zum Sündopfer, die andere zum Brandopfer, und bringe sie dem Priester. Der soll die erste zum Sündopfer machen und ihr den Kopf abkneipen hinter dem Genick, und nicht abbrechen und sprengen mit dem Blut des Sündopfers an die Seite des Altars, und lasse das übrige Blut ausbluten an des Altars Boden. Das ist das Sündopfer.“

Die Blutmagie und Blutmystik hat die Menschen schon immer fasziniert. Blut hat nach uraltem Glauben reinigende Kraft. Der Priester war der Magier, der über diese Reinigungskraft verfügte, indem er es mit seiner von den Göttern erbetenen Kraft auflud. Er konnte die Opfernden mit den Göttern in Kontakt bringen und brachte den versöhnenden Pakt der Götter mit den Menschen zustande. Das Blutopfer besonders, aber auch die unblutigen Opfer banden die Menschen an die Priester, machten sie hörig, und umgekehrt verlieh es diesen die Macht der Beeinflussung und der Beherrschung. In solchen archaischen Kulttraditionen verharrten die altisraelitischen Priester wohl jahrtausendelang.

Dass in ganz frühen kaanitischen Zeiten auch Menschenopfer verbreitet waren, die die jüdischen Priester sogar übernommen und gepflegt hatten, trotz des Monotheismus, des Eingottglaubens, trotz Mose und der Zehn Gebote, dass erst Salomon systematisch das Menschenopfer auszurotten versuchte, wird durch die Bibel belegt. So ist die Szene von Isaaks Beinahe-Opferung als symbolisches Zeugnis vom Übergang vom Menschenopfer zum Tieropfer zu deuten.

Isaaks Beinahe-Opferung ist symbolisch der Übergang vom Menschenopfer zum Tieropfer in der kaanitischer Zeit des Volkes Israel.

Isaaks Beinahe-Opferung ist symbolisch der Übergang vom Menschenopfer zum Tieropfer in der kaanitischer Zeit des Volkes Israel.

Aus all dem erscheint es plausibel, dass die Priester niemals ihren Gläubigen die Fleischnahrung verbieten und stattdessen rein pflanzliche Nahrung hätten anbieten wollen. Das Opferspektakel und seine suggestive Wirkung auf die Masse der Gläubigen brachte ihnen genau das Prestige, das sie zu ihrem Amt brauchten. Ohne dieses wären sie machtlos und letztlich überflüssig gewesen.

Das Opfer als rituell-dramatisiertes Spektakel, war die auch die einfachste und müheloseste Art, vor den Göttern eigene Schuld loszuwerden, sie gnädig zu stimmen und ihr Wohlwollen zu erlangen. Eigene Anstrengung, Einsicht in die böse Tat und Bekenntnis zur Schuld, unmoralische Eigenschaften aufgeben, diese zu „opfern“, zu verzeihen, wieder gut zu machen, sich zu ändern, alle diese Instrumente der Versöhnung und der Schuldbefreiung, waren nicht nötig. Das Tier, das „beste Stück“ in der Herde, aber auch Speisen, Früchte etc. reichten zur Lossprechung aus – ein typisches Phänomen von Religionssystemen: Psychologisch und sozial sinnvolles Denken und Handeln wird durch ein mechanisches, aller logischen Realität entkleidetes Ritual ersetzt. Als Ersatzopfer muss das Tier herhalten.

Das Tieropfer sollte die Menschen mit Gott versöhnen: Besonders scharf verurteilten die Propheten diesen blutigen Kult, denn ihr Gottesbild war ein anderes als das der Priester. Sie kündeten wie Moses von einem Gott der Gewaltlosigkeit gegen Menschen und Tiere, einen Gott der Güte, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.

Das Tieropfer sollte die Menschen mit Gott versöhnen: Besonders scharf verurteilten die Propheten diesen blutigen Kult, denn ihr Gottesbild war ein anderes als das der Priester. Sie kündeten wie Moses von einem Gott der Gewaltlosigkeit gegen Menschen und Tiere, einen Gott der Güte, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.

Das Sündenbockritual und die Sündenbock-Mentalität der Menschen

Ähnlich dem Tieropferkult gestaltete sich auch das Sündebockritual, das in 3 Mose, 16, 8-21 beschrieben wird. Am Jom Kippur, dem Tag der Sündenvergebung im alten Judentum, machte der Hohe Priester die Sünden des Volkes Israel bekannt und übertrug sie durch Handauflegen symbolisch auf einen Ziegenbock. Mit dem Vertreiben des Bocks in die Wüste wurden diese Sünden symbolisch aus den Menschen gejagt:
„Für (Aron) soll er die zwei Böcke nehmen und vor den Herrn stellen vor der Tür der Hütte des Stifts, und soll das Los werfen über die zwei Böcke: ein Los dem Herrn und das andere dem Asasel. Und soll den Bock, auf welchen das Los fällt, opfern zum Sündopfer. Aber den Bock, auf welchen das Los von Asasel fällt, soll er lebendig vor den Herrn stellen, das er über ihm versöhne, und lasse den Bock für Asasel in die Wüste.“

Der Sündenbock wird dem Asasel geopfert, indem er in die Wüste gejagt wird, und der andere Bock fällt an Gott, wobei letzterer es sichtlich besser hatte, weil er Chancen hatte zu überleben, während ersterer sterben musste. Hinter Asasel verbirgt sich eine Art Satan, dem Verursacher der Verderbnis auf der Welt. Ähnlich wie das Töten aus Rache hat sich die Sündenbockmentalität der Menschen in die Gehirne und wahrscheinlich auch in die Gene eingraviert. Seine Ritualisierung hat dieses Denken nur noch gefördert, und Tiere mussten herhalten und ihr Leben opfern für diese im Grunde feige Denkungsart der Menschen, die für ihre Handlungen nicht die Verantwortung übernehmen wollten. Gott hat aber laut Schöpfungsbericht 1 Mose 27 den „mündigen Menschen“ geschaffen: „Und Gott schuf den Menschen ihn zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.“ Der Mensch ein Ebenbild eines unmündigen Gottes?


Die Propheten als schärfste Kritiker des blutigen Tieropferkultes und Bewahrer der Ethik und Moral des wahren Schöpfergottes

Seit alters her verstanden es die Priester großer Religionen ihre Theologie durch Schriften zu begründen und diese zu dogmatisieren, indem sie, weil angeblich von den Göttern stammend, zum Heiligtum erklärt wurden. Zweiflern und Ungläubigen drohte man Strafen an, verfluchte und verdammte sie. In theokratischen Herrschsystemen leistete stets die weltliche Gewalt der geistlichen Beistand und vollzog die Sanktionen.
Nicht anders verfuhr die katholische Kirche auf dem Konzil von Trient 1546 n. Chr., an dem die Bibel zur „Heiligen Schrift“ und zum „Wort Gottes“ erhoben und deren An­zweiflung oder Nichtanerkennung mit dem Anathema, dem Bann und der ewigen Höllenstrafe belegt wurde. Die katholische Kirche hatte jetzt ein ideologisches Instrument in Händen, ihre Theologie und Politik religiös zu rechtfertigen und damit natürlich auch all ihre Verstöße und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sei es durch Kreuzzüge oder Verfolgung von Ketzern und „Hexen“. Da die amtskirchlichen Bibelkundigen die absolute Auslegungshoheit und, wie die moderne nichtkonfessionelle Bibelwissenschaft weiß, auch kein schlechtes Gewissen hatten, „nachzubessern“ und zu fälschen, hat die pseudochristliche Theologie der katholischen Kirche die Denk -und Lebensweise der Menschen des Abendlandes im Allgemeinen und im Besonderen das Verhalten zur Natur und den Tieren geprägt. Erst die Aufklärung sprengte die geistige diktatorische Imperium der Kirche.

Auch die altjüdischen Schriftgelehrten und Priesterautoren wussten von der Macht des geschriebenen „heiligen“ Wortes und verstanden es geschickt, ihre archaische, polytheistische Kultreligion mit der neuen Ethik des einen Gottes Jahwe, verkündet vom Gottesmann Mose und später von den Propheten, zu vermischen. Man unterschob Mose einfach Worte, Texte, Gesetze, Gebote und Handlungen, deren Urheber er nie sein konnte. Doch die Thora, das mosaische Gesetz, war und ist unantastbares Heiligtum.

Der im Alten Testament auffallende Antagonismus in der Gesetzgebung, hier humane, soziale und ethische Gebote, dort Gesetze, grausam, asozial und inhuman, erklärt sich aus der Gegensätzlichkeit der verschiedenen Gesetzesverkünder – Propheten und Priester - und ihrer Gottesbilder. So steht hinter den Zehn Geboten ein Gott, der seine Schöpfung und seine Geschöpfe liebt. Er hat eine klare Ordnung im Kosmos geschaf­fen und den Menschen mit den Geboten beauftragt, diese und ihre eigene Ordnung zu pflegen und zu bewahren. Seine Gebote ziehen bei Übertretung keine Sanktionen, keine Strafe, keine Gewalt nach sich. Gerade das 5. Gebot des Propheten Mose ist ein in der damaligen Zeit einzigartiges Be­kenntnis zu Gewaltlosigkeit. Sie gilt für Menschen gleichermaßen wie für Tiere als Gottesgeschöpfe mit ihren eigenen Ordnungsgesetzen. Auf der anderen Seite zeugen die angeführten Beispiele von inhumanen Gesetzen von einem Gott des Tötens, des Krieges und der Gewalt, der zu Kriegsgräueln aufruft, einem Gott der Rachsucht, der schreckliche Straf­gerichte erlässt und der an grausamen Tieropfern Gefallen findet. Dieser Gott ist ein reines Konstrukt der Pries­terkaste, die in dieses ihre archaischen Traditionen und nicht zuletzt ihre niederen Instinkte hineinprojiziert hat. Dass Mose bereits von der Nächs­tenliebepflicht spricht, wie das Zitat in Levitikus 3 Mose 19,18 zeigt: „Du sollst deinen Nächs­ten lieben, wie dich selbst.....“, erzeugt noch einen stärkeren Gegensatz zwischen dem wahren und dem gefälschten Mose.

Die Propheten waren einfache Männer des Volkes, aber auch Angehörige gebildeter Kreise oder stammten aus Priesterfamilien, wurden zu ihrem Amt an die Höfe berufen und be­rieten Israels Könige. Ihr Wirken konterkarierte eindeutig die in ihren Augen vom willen des wahren Gottes abirrende Macht­politik, Traditionspropaganda und Kultreligion der herrschenden Priesterkaste. Folgerichtig standen sich Propheten und Priester jahrhundertelang in einem erbitterten geistigen Kampf gegenüber, der im Alten und Neuen Testament genau nachvollziehbar ist. Ging es den Pries­tern um Macht und Einfluss, kämpften die Propheten einzig und allein um die Authentizität und die richtige Interpretation vom Gottes Wort und seinen Geboten.

So beschwören die Propheten in ihren göttlichen Eingebungen die immer wieder nicht beachteten Gesetze (Zehn Gebote) des Mose: „Denkt an das Gesetz meines Knechtes Mose; am Horeb (Berg Sinai) habe ich (Gott) ihm Satzung und Recht übergeben, die für ganz Israel gelten.“ (Maleachi, 22)
Sie zeigen den Menschen, was Gott wirklich will „Es ist dir gesagt worden Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehr­furcht den Weg gehen mit seinem Gott.“ (Micha 6,8)

Besonders großen Unwillen erregte bei den Propheten der von den Priestern übereifrig betriebene Tie­ropferkult, denn in ihm sahen sie das völlige Unverständnis gegenüber dem Wirken und Wollen des mosa­ischen Gottes und eine Missachtung des 5. Gebots. In Ihren Augen galt das auch für Tiere. Gleich mehrere Propheten geben dazu den Willen ihres Gottes, des Schöpfergottes, kund.

In Jesaija 1,11 heißt es: „Was soll ich (Gott) mit euren vielen Schlachtopfern? Spricht der Herr: Die Widder, die ihr als Opfer verbrennt, und das Fett eurer Rinder habe ich satt; das Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke ist mir zuwider“ (ähnlich auch bei Joel).

Und der Prophet Hosea verkündet in 6,6: „Liebe will ich (Gott) nicht Schlachtopfer, Gotteser­kenntnis statt Brandopfer.“

Derselbe in Hosea 8,13: „Ihr Opfer schlachten und Fleisch fressen ist mir ein Gräuel und der Herr hat keinen Gefallen daran, sondern wird ihrer Missetaten gedenken und sie für ihre Missetaten heimsuchen.“

Gleichzeitig mit den Tieropfern verwirft der Prophetengott auch die Zeremonien. In Jesaja 66,3 heißt es: „Wer einen Ochsen schlachtet, ist eben einer, der einen Menschen erschlüge; wer ein Schaf opfert, ist als der einem Hund den Hals bräche; wer Speiseopfer bringt, ist als der Saublut opfert; wer Weihrauch anzündet, ist als der das Unrecht lobt. Solches erwählen sie in ihren Wegen, und ihre Seele hat Gefallen an ihren Gräueln.“

Entkleidet von Textunterschiebungen und Textmanipulationen durch die verschiedensten Autoren verschiedenster religiöser Strömungen und Parteien innerhalb des Judentums im Lauf der Zeiten kristallisiert sich doch ein recht klares Konzept der Propheten heraus: Eine hohe Ethik der Ehrfurcht vor und der Liebe zu Gott, der Liebe zu den Menschen, zu den Tieren, eine Ethik des rechten und gerechten Tuns, des guten Handelns und der Sorge für den Bedürftigen. Die strikte Ablehnung der Tieropfer ist eine logische Konsequenz der Anerkennung des Lebensrechtes für Tiere aller Art und der daraus resultierenden Verhaltenslogik, sich der Fleischnahrung zu enthalten. Hierin erkennt man den wahren, eigentlichen Auftrag für die Christenheit und ihre Kirche.

Propheten kontra Priester: Der Priester Amazia will den Propheten Amos verjagen; Amos hält ihm seinen Prophetenauftrag, den er von Gott erhalten hat, entgegen. Während es den Priestern um Macht und Einfluss ging, standen die Propheten für die Authentizität und die richtige Interpretation des Wortes Gottes. In dessen Sinne prangerten sie die Herrschsucht, den Reichtum, die Ausbeutung der Armen durch den israelitischen Klerus an. Besonders verwarfen sie die blutigen Tieropfer der Priester, die Gott nie gewollt hat.

Propheten kontra Priester: Der Priester Amazia will den Propheten Amos verjagen; Amos hält ihm seinen Prophetenauftrag, den er von Gott erhalten hat, entgegen. Während es den Priestern um Macht und Einfluss ging, standen die Propheten für die Authentizität und die richtige Interpretation des Wortes Gottes. In dessen Sinne prangerten sie die Herrschsucht, den Reichtum, die Ausbeutung der Armen durch den israelitischen Klerus an. Besonders verwarfen sie die blutigen Tieropfer der Priester, die Gott nie gewollt hat.


Die von der Kirche verheimlichte Liebe des Jesus von Nazareth zur Natur und zu den Tieren

Das Neue Testament enthält keine Belege und Beispiele einer Natur- und Tierliebe von Jesus, wor­aus die Theologen den Schluss zogen und ziehen, dass seine Lehre mit Tieren und der Natur nichts zu tun habe. Die Evangelien berichten von keinen derartigen Fakten. Anders sieht das der Fernsehjournalist Franz Alt in seinem Buch „Der ökologische Jesus“: „Jesus liebte die Tiere. Wie hätte er dieses Bild in Johannes 10,11 gebrauchen können: ‘Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe ‘. Wäre Jesus nicht ein aufmerksamer Be­obachter von Natur und Mitwelt, Tieren und Pflanzen gewesen, er hätte nicht in den eindrucksvollen Bildern vom Hirten und vom Schaf, vom Sämann und Acker, von den Lilien des Feldes und den Vögeln des Himmels sprechen können. Wie treffend Jesus zwischen Tierliebe und Tiersentimentalität zu unterscheiden wusste, beweist er mit dieser Fragestellung an seine theolo­gischen Kritiker in Matthäus 12, 9-14: „Wer ist unter euch, so er ein Schaf hat, das ihm am Sabbat in eine Grube fällt, der es nicht ergreife und aufhebe. Wieviel besser ist nun ein Mensch denn ein Schaf? Darum darf man wohl am Sabbat Gutes tun.“

Wir verfügen aber heute über eine stattliche Anzahl von Schriften, die nicht zu den sogenannten kanonischen Schrif­ten der Kirche, sondern zu den sogenannten apokryphischen Schriften gezählt wird. Diese nichtka­nonischen Evangelien und Abhandlungen sind einer von vielen Beweisen, dass die Kirche die echte evangelische Wahrheit ihren Gläubigen vorenthalten hat, denn erst heute werden sie von mutigen Verlagen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So wird die Tierliebe von Jesus in einer Geschichte von „Jesus und dem Kamel“ in der Schrift „Das Evangelium Jesu“ dokumentiert, eine apokryphe Schrift, die um 100 n. Chr. entstanden ist und vom englischen Theologen Gideon Jasper Richard Ouseley 1902 durch eine intuitive Innenschau rekonstruiert wurde.

„Jesus zog nach Jerusalem und begegnete einem Kamel mit einer schweren Last Holz. Das Kamel konnte sie nicht den Berg hinaufschleppen, und der Treiber schlug es und misshandelte es grau­sam, aber er konnte das Tier nicht von der Stelle bringen. Und als Jesus es sah, sprach er zu ihm: ‘Warum schlägst du deinen Bruder?' Und der Mann erwiderte: ‘Ich wusste nicht, dass es mein Bruder ist. Ist es nicht ein Lasttier und dazu gemacht, mir zu dienen?’ Und Jesus sprach: ’Hat nicht derselbe Gott aus dem gleichen Stoff dieses Tier geschaffen und deine Kinder, die dir dienen, und habet ihr nicht denselben Atem beide von Gott empfangen?’ Und der Mann staunte über diese Rede. Er hörte auf, das Kamel zu schlagen und befreite es von einem Teil seiner Last. So schritt das Kamel den Berg hinan, und Jesus ging vor ihm und es blieb nicht mehr stehen bis ans Ende seiner Tagesreise. Das Kamel erkannte Jesus; denn es hatte die Liebe Gottes in ihm gefühlt. Und der Mann wollte mehr von der Lehre wissen, und Jesus lehrte ihn gerne, und er wurde sein Anhänger.“

In einer anderen Erzählung aus dieser Schrift, die auch in den sog. Petrusakten erscheint, sieht Jesus, wie ein Mann ein Pferd blutig schlägt. Jesus ruft darauf: „Weh euch, der Stumpfheit eures Herzend wegen hört ihr nicht, wie es klagt und schreit zu seinem himmlischen Schöpfer um Erbarmen und dreimal Wehe über den, gegen den es schreit und stöhnt in seiner Qual.“

Jesus zeigt hier keine Sentimentalität. Er wusste, was man heute längst in der Biologie weiß, dass Tiere hochsensitiv sind, menschenähnliche Emotionen zeigen wie Freude und Trauer und vor allem zum Leid fähig sind, was schon der Naturforscher Ch. Darwin erkannt hat. Auch deutet Jesus ein fundamentales kosmisches Gesetz an, nämlich das Gesetz von „Saat und Ernte“, wie es Paulus ausdrückt. Mit anderen Worten: Wer Leid sät, wird Leid ernten. Das ist ein klarer Hinweis auf die Lehre der Inkarnation, die Jesus verkündete - und die die Kirche einst auf dem Konzil von Konstantinopl 553 verdammt und aus der Bibel gestrichen hat. Auf das Verhältnis des Menschen zu den Tieren bezogen, bedeutet das: Wer Tieren Gewalt antut, wird, irgendwann, diese Gewalt schmerzhaft an sich zu spüren bekommen, vielleicht erst in einem weiteren Erdengang.

Wie ethisch hoch der Mord an Tieren von den Propheten des Alten Testaments eingeordnet wird, besagt eine Zitat Jesajas in Jesaja 66,3: “Wer einen Stier schlachtet, gleicht dem, der einen Mann erschlägt.“ Zwischen Mensch und Tier besteht bei dieser ethischen Weltsicht wertmäßíg kein Unterschied. Beide sind Lebewesen eines Schöpfergottes und haben den gleichen Atem von ihm erhalten.

Das Tieropfer verwarf Jesus genauso wie die Propheten vor ihm. Aus Matthäus 9,13 entnehmen wir folgende Szene: Als Jesus mit Zöllnern und Sündern speiste und von den Pharisäern deswegen kri­tisiert wurde, zitierte er den Propheten Hosea: „Barmherzigkeit will ich (Gott), nicht Opfer.“

Desweiteren kritisiert er den Opfertiereverkauf im Tempel in Markus 11,17 „Seht nicht geschrieben: mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!“

Die berühmte Tempelreinigung von Jesus galt genauso den Opfertierhändlern wie den Almosen-und Ritualgeldeintreibern. Mit diesem Jesus als Gewalttat angelasteten Kraftakt schenkte er den Tieren die Freiheit und setzte eine gleichzeitig ein deutliches Zeichen gegen den Missbrauch des Tempels für Geldgeschäfte.

Jesus reinigt den Tempel von Jerusalem: Der als Markthalle missbrauchte Tempel steht als Symbol für eine zum reinen Geschäft verkommene Religion, in der man sich das Seelenheil mit Geld erkaufen konnte. Jesus  befreite aber auch die eingesperrten Tiere, die zum Tieropfer bereitstanden. Damit demonstrierte er seine Absage an die Tradition des Tieropferkults und sein Eintreten für das Lebensrecht der Tiere als Mitgeschöpfe der Menschen. Die Tierliebe des Jesus, bisher von der Kirche verschwiegen und geheimgehalten, ist dokumentiert in den apokryphen Schriften, die heute weitgehend veröffentlicht sind.

Jesus reinigt den Tempel von Jerusalem: Der als Markthalle missbrauchte Tempel steht als Symbol für eine zum reinen Geschäft verkommene Religion, in der man sich das Seelenheil mit Geld erkaufen konnte. Jesus befreite aber auch die eingesperrten Tiere, die zum Tieropfer bereitstanden. Damit demonstrierte er seine Absage an die Tradition des Tieropferkults und sein Eintreten für das Lebensrecht der Tiere als Mitgeschöpfe der Menschen. Die Tierliebe des Jesus, bisher von der Kirche verschwiegen und geheimgehalten, ist dokumentiert in den apokryphen Schriften, die heute weitgehend veröffentlicht sind.

Jesus – ein Vegetarier?

Das Eintreten des Jesus für Natur und Tiere lässt auch darauf schließen, dass er sich fleischlos ernährt haben muss. In den Evangelien haben wir darüber keine Belege, was Jesu wirklich gegessen hat. Auch dass er am letzten Abendmahl ein Osterlamm gegessen haben soll, ist eine Legende, denn in den Evangelien von Markus, Matthäus und Lukas steht zwar etwas vom Passahmahl, jedoch nichts von einem Lamm, statt dessen spielt das Brotbrechen eine besondere Rolle als Symbol der Teilung von Nahrung unter Brüdern. Doch einige Hinweise im Schrifttum der Spätantike lassen aufmerken: Der Kirchenvater Hieronymus, der im Jahre 370 von Papst Damasius mit der Übersetzung der damals vorliegenden Bibeltexte ins Lateinische und zu einer Edition einer Einheitsschrift, der späteren Vulgata, beauftragt worden war, äußerte sich in einen Brief an den Kollegen Jovianum folgendermaßen: „Der Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt, aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die stinkenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft. Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, so dass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen.“ Und an anderer Stelle im selben Brief heißt es: „Und so sage ich zu euch: Wenn ihr vollkommen sein wollt, dann ist es förderlich ..., kein Fleisch zu essen.“

Hieronymus bezieht sich hier klar auf das im zweiten Schöpfungsbericht enthaltene Zitat, das den Menschen auffordert, alles was lebt und sich regt zu essen. Man muss annehmen, dass er auch das Zitat des ersten Berichtes kannte, in dem von Fleischnahrung keine Rede ist. Dass er trotzdem in seiner neuen Zusammenstellung der Bibel den Aspekt Jesus als Tierliebhaber und Vegetarier unterschlug bez. bereits gefälschte Unterlagen einfach übernahm, lässt vermuten, dass der Vegetarismus im Allgemeinen und der des Jesus im Besonderen den Mächtigen der katholischen Kirche ein besonders schmerzhafter Dorn im Auge gewesen sein muss und dass er aus bestimmten Gründen, über die noch zu reden sein wird, keineswegs in die Bibel aufgenommen werden durfte. Hieronymus, selbst Vegetarier und Alkoholabstinenzler, wurde deswegen sogar aus Rom vertrieben.

Einen weiteren Hinweis für die Vegetarismus des Jesus haben wir wiederum von Hieronymus, und zwar aus einer der von ihm genutzten Quellen, dem geheimen Ebioniter- oder Hebräerevangelium. Die Nazaräer und späteren Ebioniten waren jüdische Christen, die vier Jahrhunderte lang das von Jesus vorgelebte originäre Christentum lebten, also echte Urchristen. Ihr Evangelium enthielt die authentischen Lehren des Jesus an seine Jünger, und zwar in verschlüsselter Form geschrieben, daher nur von wenigen Eingeweihten lesbar. Der Experte für Vegetarismusforschung, Carsten-Strehlow, weist in seinem Buch „Vegetarismus/Veganismus als Bestandteil des Christentums“ auf Plinius hin, der in einem Brief an den Kaiser Trajan den Vegetarismus/Veganismus bei den Ebionitern bestätigt. Hieronymus' muss dieses Evangelium vorgelegen haben, denn er erwähnt es in einem Brief an die Bischöfe Chromatis und Heliodorus.

Wohl übersetzte der Kirchenvater dieses geheime Hebräerevangelium, weigerte sich aber, die darin enthaltenen Erkenntnisse und Fakten, ja die komplette Schrift als echtes authentisches Evangelium zu übernehmen, denn er erkannte darin die Veränderungen, Verfälschungen und Irrtümer, die sich bereits in die anderen Evangelien eingeschlichen hatten. Auf diese hatte aber die frühe Kirche schon ihr Traditions- und Dogmengebäude aufgebaut, dessen Einsturz die echten jesuanischen Lehren sicher bewirkt hätten. So blieb Hieronymus nichts anderes übrig, als das geheime Evangelium für häretisch zu erklären. Wahrscheinlich wäre er, wenn er sich dazu bekannt hätte, selbst zum Häretiker erklärt worden.

Nur Bruchstücke sind heute überliefert oder werden von anderen Kirchenvätern zitiert, die offenbar das Buch kannten, z.B. von Epiphanius, dem kirchlichen Sektenbeauftragten um 350 in seiner „Panarion omnium haeresium“ 30,22,4 („Arzneikasten gegen alle Haeresien“). Der Religionswissenschaftler C.A. Skriver nennt folgendes Jesuszitat in seinem Buch „Die Lebensweise Jesu und der ersten Christen“ aus dem Ebionäerevangelium zum Thema Tierliebe des Jesus: „Ich bin gekommen, die Opfer abzuschaffen, und wenn ihr nicht ablasst zu opfern, wird der Zorn von euch nicht ablassen.“

Über die moralischen Folgen belehrte Jesus die Menschen, wie ein Zitat im „Friedensevangelium“ der Essener, das im Vatikan unter Verschluss gehalten wird, zu finden ist und in das der ungarische Forscher Edmond B. Sze´kely Einblick haben durfte. Danach lehrte Jesus „Und das Fleisch geschlachteter Tiere in seinem Körper wird sein eigenes Grab werden. Der, der tötet, tötet sich selbst, und wer vom Fleisch erschlagener Tiere isst, isst vom Körper des Todes.“

Denkbar ist, dass dies auch als ein Hinweis auf die bedenklichen Gesundheitsschäden gelten kann, die ein dauernder Fleischkonsum nachgewiesener Maßen u. a. wegen der extrem hohen Ansammlung mit aggressiven Säuren und Toxinen des anverwesten Fleischeiweißes im Organismus verursacht. Dazu passt jedenfalls das Zitat von Jesus aus dem bereits genannten „Friedensevangelium“ der Essener: „Das Fleisch geschlachteter Tiere in seinem Körper wird sein (des Menschen) eigenes Grab werden.“

Die Belege deuten allesamt daraufhin, dass Jesus aus Liebe zu den Tieren kein Fleisch gegessen hat und wegen das Passahlammes weder aus kultischen Gründen noch aus Genusssucht seiner Liebe sicher nicht untreu geworden ist. Auch die Tatsache, dass auf Nichteinhalten des Kultes die Todesstrafe bestand, wird den Mann, der die Kulte der Priester so heftig bekämpfte, weil sie den Menschen den Weg zu Gott versperren, nicht abgeschreckt haben. Der Passahopferkult stammt aus der Zeit, als das Volkes Israel in Ägypten in Knechtschaft verfallen war, und wurde zur Erinnerung alljährlich gefeiert. Laut Bibel bestrafte Gott die Ägypter mit Tod des jeweils erstgeborenen Sohnes, verschonte jedoch das Volk Israel davor, wenn sie ein Lämmchen als Blutopfer für Gott schlachteten und ihre Türpfosten mit dem Blut bespritzten.

Wir haben hier übrigens einen ernstzunehmenden Hinweis darauf, dass der ganze Tieropferkult der alten Israeliten sehr stark von dem der Ägypter beinflusst, ja direkt kopiert worden ist, wie ein Vergleich von israelitischen mit ägyptischen Opferabläufen ergibt. Dass diese nicht aus der Feder des Mose stammen konnten, beweist folgendes Zitat des Propheten Jeremia, der das ganze Passahopfergebot als Lüge der Priesterautoren in Jeremia 7,22 entlarvte: „Ich aber habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus Ägypten führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern.“

Die nun genannten Beispiele moderner Bibelforschung besagen einmal mehr, dass die Bibel als Grundlage des Christentum keineswegs glaubwürdig ist, schon gar nicht „von den Aposteln aus dem Munde Christi selbst empfangen“ worden ist, wie die dogmatische Lehrentscheidung 1869/70 des 1. Vatikanischen Konzils lautet. Vielmehr ist die Bibel offensichtlich nicht nur gefälscht, manipuliert und entstellt durch die nicht mehr zählbaren Abschriften, sondern man kann auch davon ausgehen, dass den Menschen essentielle Wahrheiten wie die einer kosmischen Lebensgemeinschaft von Mensch, Natur und Tieren verschwiegen werden sollten. Eine neue Epoche der Aufklärung tut hier not – ja, sie ist schon zu Gange.

Der ökologische Jesus und seine spirituelle Ökologie

Unser Wissen von Jesus heute zwingt zu einer Revision des traditionellen Jesusbildes, das die Kirche seit zwei Jahrtausenden vor sich herträgt. Franz Alt, der Autor des Buches „Der ökologische Jesus“, spricht von der „positiven Anthropologie“ des Jesus von Nazareth. Jesus brachte den Menschen das Bild Gottes als das eines liebenden Vaters, das Aktivität, Vertrauen und Hoffnung stiftet, während hingegen die Kirche das Bild eines strafenden, rächenden und beleidigten Gottes lehrt, das den Menschen Angst macht, ihre Kräfte lähmt, weil seine Sünden ihn niederdrücken. Diese „negative Anthropologie“ der Kirche überwinden wir, wenn wir die ökologischen Bilder und Gleichnisse Jesu als eine umfassende Liebe zu den Menschen, den Tieren, zur Natur und zum Kosmos auffassen lernen. Die rein anthropozentrische Sichtweise der Kirche muss ersetzt werden durch eine kosmische Sichtweise eines neuen „ökologischen Jesus“: „In einer Zeit der globalen ökologischen Bedrohung brauchen wir eine universelle spirituelle Ökologie. Nur der Abschied von finsteren Gottes-und Menschenbildern kann zu seelischem Wachstum und zu einer spirituellen Entfaltung führen“, schreibt der Autor.

Die Kirche sieht Jesus immer noch als Sündenprediger. Seine Gleichnisse hingegen erzählen von den Menschen, der  Natur und den Tieren gleichermaßen. Und über allem steht ein gütiger Vater, der alle eine Geschöpfe liebt. Der Journalist Franz Alt spricht von einem „ökologischen Jesus“, der auch einen Weg aus der größten Krise in der Menschheitsgeschichte weist: Liebe.

Die Kirche sieht Jesus immer noch als Sündenprediger. Seine Gleichnisse hingegen erzählen von den Menschen, der Natur und den Tieren gleichermaßen. Und über allem steht ein gütiger Vater, der alle eine Geschöpfe liebt. Der Journalist Franz Alt spricht von einem „ökologischen Jesus“, der auch einen Weg aus der größten Krise in der Menschheitsgeschichte weist: Liebe.


Heute erschließt sich durch Wissenschaft und Forschung die konkrete ernährungsphysiologische Wirkung der vegetarischen bez. veganen Nahrung

Aus der ernährungsphysiologischer Sicht sind in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte zu verzeichnen. Nach heutigen Erkenntnissen spricht eine erdrückende Negativ-Beweislast gegen den Fleischverzehr, und mit einer fleischlosen Ernährung würde auch das Töten von Tieren automatisch überflüssig.  Wir wissen, dass der Mensch mit Fleisch eine Nahrung aufnimmt, mit der er sich die beim Tötungsvorgang ausgeschütteten hormonellen Aggressions- und Stresshormone (Adrenalin, Cortisal etc.) im Blut der Tiere beim Essen einverleibt und sich vor allem mit Tötungsinformationen und Tötungsenergien seine Hormondrüsen-, Nerven- und Organzellen und sogar das Gehirn programmiert. Ebenso nimmt der menschliche Organismus die den Tieren in der Mast und Haltung verabreichten Hormonpräparate (z.B. Testosteron) zum schnellen Wachstum und die Antidepressiva zur „Beruhigung“ vor dem Schlachten auf. Bekannt ist auch die Antibiotikaresistenz bei Fleischkonsumenten wegen der Verfütterung antibiotischer Medikamente zur Wachstumsbeschleunigung.

Stress, Aggression, Todesangst – das alles „isst“ der Fleischesser mit, wenn er sich ein Steak bestellt oder selbst brät.  Der Organismus wird überschwemmt mit aggressivmachenden Hormonen und Säuren, die auf Dauer Krankheiten hervorbringen und sogar den Charakter beeinflussen.

Stress, Aggression, Todesangst – das alles „isst“ der Fleischesser mit, wenn er sich ein Steak bestellt oder selbst brät. Der Organismus wird überschwemmt mit aggressivmachenden Hormonen und Säuren, die auf Dauer Krankheiten hervorbringen und sogar den Charakter beeinflussen.

Weiterhin ist das „Nahrungsmittel“ Fleisch, wenn es auf unseren Teller kommt, verbrauchte, tote Materie und enthält keine aktuelle Lebensenergie mehr. Nur kurz nach der Schlachtung enthalten die Zellen noch eine Zeit hochschwingende Lebensenergie, doch beginnt auch gleich der Zersetzungsprozess des Eiweißes, einhergehend mit der Produktion der gefährlichen „Leichengifte“ Neurine, Purine, Schwefelwasserstoff und Bakterientoxine wie Botulin u.a., die den menschlichen Körper auf Dauer schädigen. Tierfleisch ist rein stofflicher Natur. Zwar enthält es wegen seines hohen Eiweiß und Fettgehaltes einen hohen Energiewert, der aber auch eine hohe Gegenleistung vom verdauenden Organismus fordert. Fleisch enthält nämlich keine Ballaststoffe, hat einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, relativ wenige Vitamine und Mineralstoffe (sog. Mikronährstoffe), dagegen Stoffe (siehe unten), die dem Körper „schwer zu schaffen machen“, weil sie Verursacher schweren Zivilisationskrankheiten sind. Fleisch wird heute zunehmend mehr als Genussmittel denn als Nahrungsmittel und schon gar nicht als „Lebensmittel“ eingestuft. In jedem Fall liefert Fleisch als totes Stoffprodukt niemals die „Lebenskraft“, die die Werbung verspricht. Den Vergleich beispielsweise zum alternativen absolut hochwertigen Nahrungs- und Lebensmittel Tofu mit seinem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, essentiellen Aminosäuren, außergewöhnlich hohem Vitamin- und Mineralstoffgehalt einschließlich der Ballaststoffe hält das Fleisch nicht stand.

Überhaupt zeichnet sich das „Lebensmittel“ Pflanze aus durch die Wirkung von hochschwingenden, feinster ätherische Lichtenergie, Bio-Photonen genannt, dazu die lebenswichtigen Frequenzen aller Farben und das gesamte unsichtbare lebenserhaltende Lichtspektrum des Universums. Alles das kann die Tiernahrung nicht bieten, weil sie bereits eine „verbrauchte“ Nahrung ist. Die Pflanze ist Lichtträger und ist imstande den Menschen zu verfeinern und zu veredeln, seine Sinne, das Gehirn, die Nerven, sein Denken, sein Gemüt, seine Spiritualität.

Dass Fleisch abbaut, statt aufbaut, wusste man schon in der Antike. Von Pythagoras begründet und von der antiken griechischen Medizin übernommen, galt als Grund­pfeiler der Lehre der Diätetik eine vorbeugende Gesunderhaltung, die Leib und Seele erfasst. Dazu gehörten Vorschriften zu mä­ßigem Genuss von Speise und Trank und bevorzugt eine fleischlose Kost, statt dessen Getreide, Gemüse, Obst und Honig. Den auf Beobachtung und Dia­gnostik hoch­spezialisierten antiken Ärzten war ge­nauestens bekannt, was heute immer mehr wissenschaftlich durch große Feldversuche vieler medizinischen Fakultäten der großen Universitäten weltweit verifiziert ist, dass die Fleischkost krankmachende Faktoren hat und Ursache der meisten Zivilisationskrankheiten ist. Das Institut für Erfahrungsheilkunde hat zahlreiche diese Faktoren zusammengestellt und befindet sich dabei in Übereinstimmung mit der modernen Ernährungswissenschaft. Tierische Fette, vorwiegend gesättigte Fettsäuren, verursachen auf Dauer Diabetes, Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen. Beim Abbau von tierischem Eiweiß enstehen aggressive Säuren (z.B. Harnsäure) und Phosphate, die die Osteoporose ebenso fördern wie die N-Nitroverbindungen den Krebs. Heterozyklische Amine werden beim Braten und Grillen frei und wirken cancerogen. Rheuma entsteht durch Arachidonsäure. Das im Fleisch enthaltene sog. Hämeisen führt bei Dauerkonsum zur Eisenüberladung, die wiederum für Darmkrebs verantwortlich ist.

Pflanzenkost: Geballte Energien aus hochwertigen probiotischen Stoffen, dazu Energien der Luft, des Lichts, der Farben, des Kosmos – Lebenkraft pur.

Pflanzenkost: Geballte Energien aus hochwertigen probiotischen Stoffen, dazu Energien der Luft, des Lichts, der Farben, des Kosmos – Lebenkraft pur.

Die Risiken und Nebenwirkungen des Fleischkonsums rücken immer mehr in den Fokus der Umweltschäden: Regenwaldabholzung, Methangasausstoß der Rinder, dann die katastrophalen Folgen für die Ernährungssituation großer Teile der Weltbevölkerung. Für 50 kg Rindfleisch könnten 35 000 kg pflanzliche Nahrung bereitgestellt werden. Schlussendlich bestätigt sich, was die Wissenschaft jetzt klar beweist: Fleisch ist kein Nahrungsmittel, sondern ein Genussmittel, dessen umweltzerstörerische Herstellung und maßloser Konsum immer mehr existenzbedrohend für die Menschheit ist.

Wussten die antiken Ärzte und Philosophen von den Folgen des übermäßigen Fleischgenusses schon? Ja. Die asketische Lebensweise wurde als Prozess der Reinigung (ka­tharmo´s), bei dem sich der Geist aus der trüben Materie lösen und zum Ewigen auf­schwingen kann im Sinne von - fleischlos gleich schwerelos. Das berühmte dunkle Wort des Platon: „Der Leib ist das Grab der Seele“ kann auch im Sinne einer Bindung der Seele an die schwere Materie verstanden werden, denn der Körper ist ja auch ein „Grab toter Körper“, wie der Philosoph Porphyrios, allerdings 234 n. Chr., dazu ergänzend deutet.

Doch zurück zum Thema mit der Frage: Welchen Beitrag leistete die Kirche zum Thema Tiere töten, Fleischverzehr und seine Folgen für den Menschen?

Das alt- und neutestamentliche Nichttöten-Gebot von Menschen und Tieren war eine ungeheure Chance für die ethische Höherentwicklung der Menschen – Sie wurde vertan. Gibt es sie denn noch?

Was das Nichttöten-Gebot so brisant macht, ist die Frage, ob es auch für Tiere gilt. Tierschützer und Vegetarier suchen eifrigst nach Beweisen in alten Schriften, doch bisher vergebens. Dann nämlich hätten die Christen es biblisch „amtlich“, dass sie das Lebensrecht der Tiere anerkennen müssten. Da das Nichtöten-Gebot von den Juden und Christen und ihrer Kirche bisher seit mehreren Tausend Jahren ignoriert worden ist und sehr wahrscheinlich weiterhin wird, hätte eine solche besondere Nennung von Tieren die Tötungslust der Gläubigen beider Religionen nicht irgendwie eingeschränkt. Oder das 5. Gebot wäre der Auslegungskunst der Theologen so zum Opfer gefallen, wie es mit dem 5. Gebot unter Ausschluss der Tiere in der „Gemeinschaftsproduktion“ beider Kirchen geschehen ist: Töten erlaubt, Morden verboten. Erst der ethisch-spirituell entwickelte Mensch empfindet mit der Kraft seines Gewissens und der Klarheit seines Bewusstseins, dass auch ein Tier ein Lebensrecht hat und nicht getötet werden darf. Zeit wird es, dass sich die Religionen daranmachen, diese ihre eigentliche Aufgabe, den Menschen höher und höher über die Naturgesetze hinaus zu den kosmischen göttliche Gesetzen zu führen, zu jener großen, „paradiesischen“ Gemeinschaft alles Lebendigen im „Garten des Herrn“.

Die Zehn Gebote des Propheten Mose hatten zur Zeit ihres Bekanntwerdens in der altisraelischen Gesellschaft (etwa um 900 v. Chr.) die Dimension einer ethischen Revolution, denn sie brachen das genetisch eingravierte evolutionäre Kampf- und Tötungsprogramm des Urzeitmenschen auf. In keiner der alten Kulturen und in keiner der herrschenden Großreligionen gab es etwas Vergleichbares: Zehn klare fundamentale Lebensregeln, die die wichtigsten Lebensbereiche des Menschen betreffen, Religiöses, Familiäres, Soziales, Moral und darin vor allem der zentrale Wert der Gewaltlosigkeit in Gestalt des Nichttöten-Gebots.

Die Annahme und Verinnerlichung einer Ethik der Gewaltlosigkeit und des Pazifismus, der Nächstenliebe und Liebe zur Natur und den Tieren, wie sie die Propheten, allen voran Mose und die Propheten des Alten Testaments und später Jesus in seiner Bergpredigt und vor allem durch seine Lebensweise, praktizierten und lehrten, fixiert in Gesetzes-, Erziehungs- und Verhaltensformen, hätte für das Volk der alten Israeliten einen gewaltigen Geistes- und Kulturschub bedeutet, zumal es im Altertum vor allen damaligen Völkern durch den Eingottglauben dazu prädestiniert war. Dieser eine Gott Jahwe (und später sein Sohn Jesus) war ja ein k o s m i s c h e r Gott, der, wie das eindrucksvolle Bild im Neuen Testament zum Ausdruck bringt, ein Gott, der „die Sonne scheinen lässt auf Böse wie auf gute Menschen“ (Jesus bei Matthäus 5,45) und, wie man ergänzen darf, auf alle Lebewesen auf dieser Erde.

Welche ungeheure Chance zum Schritt in eine neue ethisch höheren Evolutionsstufe für die Menschheit wurde hier vertan, die diese genetische Programmierung Kämpfen - Töten - Leben auslöschen zu durchbrechen und neu zu codieren mit Frieden und Einheit mit der Natur und der Kreatur. Freilich wäre das für die verantwortlichen Mensch-Gottvermittler, die Priester, gedankliche Schwerstarbeit gewesen, doch hätte es ihrer wahren Aufgabe entsprochen, Menschenführer zu sein.

Die ethische Gesetzgebung der alten Juden: Die Zehn Gebote. Wurden sie Gesetz? Sie wurde auf den Wanderungen des Volkes Israel stets mitgeführt und dann unter Salomo im Tempel als zentrales Staatsheiligtum stationiert. Sie sollte die Anwesenheit Gottes und den Bund mit Ihm bezeugen, doch eine strikte Einhaltung seiner Gebote war damit nicht verbunden. Statt die Ethik der Gewaltlosigkeit zu propagieren, sie zu lehren und zum Erziehungsgut für das Volk zu machen, wurde das 5. Gebot wird durch zahlreiche Tötungsgesetze konterkariert.

Die ethische Gesetzgebung der alten Juden: Die Zehn Gebote. Wurden sie Gesetz? Sie wurde auf den Wanderungen des Volkes Israel stets mitgeführt und dann unter Salomo im Tempel als zentrales Staatsheiligtum stationiert. Sie sollte die Anwesenheit Gottes und den Bund mit Ihm bezeugen, doch eine strikte Einhaltung seiner Gebote war damit nicht verbunden. Statt die Ethik der Gewaltlosigkeit zu propagieren, sie zu lehren und zum Erziehungsgut für das Volk zu machen, wurde das 5. Gebot wird durch zahlreiche Tötungsgesetze konterkariert.

Was geschah in Wirklichkeit? Die Gesetzestafeln von Moses wurden jahrelang in der Bundeslade durch die Wüste gekarrt, dann gelangten sie in den Tempel, wurden Staatsheiligtum, schließlich in einem Aufstand gegen die Römer verschleppt, sind sie heute unauffindbar - Symbol für die bloße Archivierung einer Ethik, statt ihre Gebote mit Leben zu erfüllen. Die Geschichte des Volkes Israel ist eine ununterbrochene Kette von Kriegen und zeigt, dass das 5. Gebot „Du sollst nicht töten“ nie eingehalten wurde. In Dutzende von Zitaten ruft der Kriegsgott der Priester seine Kinder auf zum Töten wie in z.B. in 5. Mose 32,42: „Mein Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen und Gefangenen, von den Köpfen streitbarer Feinde.“

Ebenso erging es der Bergpredigt des Jesus von Nazareth. Schon die unmittelbaren Nachfolger Jesu, an erster Stelle Petrus und Paulus, stritten sich um Traditionen. Das Wesentliche jedoch, die Gewaltlosigkeit, hätte gemeinsames verbindendes Ziel sein können und müssen. Paulus ließ die Gewalt zu. In Römer 13,1 ff schreibt er:
„Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die G e w a l t über ihn hat, denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen ... Denn sie (die Obrigkeit) ist Gottes Dienerin dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das S c h w e r t nicht umsonst: Sie ist Gottes Dienerin, eine Rä­cherin zur Strafe über den, der Böses tut.“

Wie leicht kann man die Legitimation zur Gewalt dahingehend verstehen, dass ein Staatsmacht über die „bösen Feinde“ richtet und daraus das Recht auf Krieg ableitet. In den kleinen urchristlichen Gemeinden galt lange Zeit nach Jesu Tod das Fleischessen-, das Kriegsdienst- und

verbot, bis – davon wird später noch genau die Rede sein – die Ethik der Gewaltlosigkeit im Zuge der sich etablierenden christlichen Staatskirche ausgeschaltet wurde. Die Nächstenliebe, das Herzstück von Jesu Lehre, war nie Thema der großen Konzile.

Tiere haben eine Ethik, von denen der Mensch seine eigene Ethik lernen kann

Es gibt heute wieder eine Chance aufgrund unseres gegenwärtigen Wissens und Erfahrungsguts von Tieren über neueste Psychotherapiemethoden, die allesamt für eine „Ethik“ sprechen, die von Tieren ausgeht und durch die eine Ethik im Menschen entwickelt werden kann. Zahlreiche Versuche und Studien belegen, dass Tiere manchmal besser als jedes Medikament wirken und therapeutische Fähigkeiten besitzen. Bei kranken Menschen kann der Umgang mit Tieren positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Der Kontakt mit den Tieren tut der Seele gut, kann in schwierigen Lebenslagen helfen, das seelische Gleichgewicht zu finden.

Eine breiter Fächer von verschiedensten Hilfen für für psychisch Kranke, für Strafgefangene, für Schulkinder werden von Tieren verschiedenster Gattungen angeboten, mit denen der Hilfebedürftige „zusammenarbeitet“: erhöhte Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung, die Fähigkeit zur Entwicklung von Freundschaft, problembezogenes Einfühlungsvermögen, Fähigkeiten zur Entspannung und Konfliktlösung, ausgeprägte Fürsorglichkeit und Toleranz, Konzentrationsfähigkeit, Fähigkeit den Tagesablauf zu strukturieren, Entwicklung eines Selbstwertgefühls, Kontakt, Vertrauen, Liebe, Mitleid – kurz die Elementaremotionen eines Menschen werden wieder geweckt und in ein harmonisches Gleichgewicht gebracht. Es sind seit Jahrtausenden bekannte Beobachtungen der Menschen mit Tieren, die in nächster Nähe bei ihnen leben; von daher ist es unverständlich, dass die katholische Kirche in ihrem Katechismus Liebe für das Tier ablehnt (siehe weiter unten).
Als Wahrer der Ethik, Moral und Wahrheit hätte die Kirche die Aufgabe, diese ethische Entwicklung für die Menschen nun endlich voranzutreiben und eine neue Vision vom Tier zu entwerfen: Tiere - unsere Mitgeschwister, Freunde und Helfer.

G. B. Shaws witziges, aber im Grunde ernstes Bonmot zum Vegetariertum „Ich esse meine Freunde (die Tiere) nicht“ lässt sich gut variieren: „Ich esse meine Heiler nicht“.

Die Ethik von Tieren: Sie sind gute Freunde, sie geben immer Liebe, sie trösten, sie heilen. Durch den Umgang mit Tieren kann der Mensch seine Ethik entwickeln.

Die Ethik von Tieren: Sie sind gute Freunde, sie geben immer Liebe, sie trösten, sie heilen. Durch den Umgang mit Tieren kann der Mensch seine Ethik entwickeln.

Die Urchristen waren wie Jesus Vegetarier und töteten keine Tiere, doch Paulus durchbricht die reine Lehre des Jesus: Fleischverzicht ist Häresie

Von den Aposteln wissen wir heute aus antiken Texten, dass sie Vegetarier waren, was natürlich nicht in den kanonischen Schriften steht. Von Petrus heißt es in den „Clementinischen Homilien“ (XII,6; rec.VII,6): „Ich lebe von Brot und Oliven, denen ich selten mein Gemüse hinzufüge“. Clemens von Alexandrien schreibt im „Paidagoigos“ (II 2,3) von Matthäus: „Er lebte von Samenkörnern, Baumfrüchten und Gemüse ohne Fleisch.“ Und in den „Epistulae ad Faustum“ steht: „Jakobus, der Bruder des Herrn, lebte von Sämereien und Pflanzen und berührte weder Fleisch noch Wein.“ Dass diese tierfreundliche Lebensweise der Urchristen in Palästina, die Ablehnung von Schlachtung und Fleischmahlzeit an den vielen kultischen Festtagen für die orthodoxen Juden Steine des Anstoßes waren und Feindseligkeit erzeugte, ist verständlich. Für sie war das Fleischessen Kult, Tradition, Gebot Gottes und natürlich Genuss. Jakobus wurde das erste Opfer dieses Unmuts, denn man warf ihm Abfall von Gott und seinen Geboten vor und ermordete ihn im Jahr 62. Die jahrhundertelange blutige Verfolgung der nicht fleischessenden Urchristen begann.

Auch die Kirchenväter waren anfangs zum größten Teil fleisch- und alkoholabstinent. Johannes Chrysostomos (um 380) charakterisiert eine Gruppe von Urchristen: „Keine Ströme von Blut fließen bei ihnen; kein Tier wird geschlachtet und zerhackt....., bei ihnen riecht man nicht den schrecklichen Dunst des Fleischmahles...., hört kein Getöse und wüsten Lärm. Sie genießen nur Brot, das sie durch ihre Arbeit gewinnen, und Wasser, das ihnen eine reine Quelle darbietet. Wünschen sie ein üppiges Mahl, so besteht ihre Schwelgerei aus Früchten, und dabei finden sie höheren Genuss als an königlichen Tafeln.“

Quintus Septimus Tertullianus trat mehrmals zur Verteidigung der Christen auf, als diese beschuldigt wurden, Menschenopfer darzubringen: „Wie soll ich es bezeichnen , dass ihr glaubt, wir seien nach Menschenblut begierig, da ihr doch wisst, dass wir Tierblut verabscheuen.“

Tertullianus kritisierte aber auch aufs Schärfste, dass Christen die Tier- und Menschenschlächtereien in den großen Arenen besuchten. Allerdings ging es ihm um die unmoralische Lust am Grausamen bei seinen Mitchristen, nicht eigentlich um Empörung über die Grausamkeit an den Tieren.

Basilius der Große (um 350) erkannte schon zu seiner Zeit die physiologische und psychosomatische Wirkung des Fleischessens und schreibt in seiner Enkarpa (1884): „Der Leib, der mit Fleischspeisen beschwert wird, wird von Krankheiten heimgesucht, eine mäßige Lebensweise macht ihn gesünder und schneidet dem Übel die Wurzel ab. Die Dünste der Fleischspeisen verdunkeln das Licht des Geistes. Man kann beschwerlich die Tugend lieben, wenn man sich an Fleischgerichten und Festmahlen erfreut.“

Derselbe sinniert in den Episteln: „Im irdischen Paradiese gab es keinen Wein, man opferte keine Tiere und man aß kein Fleisch. Und:„Solange man maßvoll lebt, wird das Glück des Hauses sich mehren: die Tiere werden sich in Sicherheit befinden; man wird kein Blut vergießen, keine Tiere töten, das Messer der Köche wird unnütz sein; die Tafel wird nur gedeckt mit Früchten, welche die Natur spendet, und man wird damit zufrieden sein.“

Auch Theophilus von Antiochien in der 2. Hälfte des 2. Jh. erkannte, dass erst die Sünde die Tiere böse gemacht hat: “Die wilden Tiere haben ihren Namen von ihrem wilden Wesen, nicht als ob sie von Anfang an böse erschaffen worden wären ..., sondern die Sünde des Menschen hat sie böse gemacht. Denn indem der Mensch vom Wege ablenkte, folgten sie auch ihm... Wenn nun der Mensch wieder zu einem seiner Natur angemessenen Dasein sich heben und nicht mehr Böses tun wird, werden sie wieder zu ihrem ursprünglich sanften Wesen zurückkommen.“

Ist es nicht die größte Sehnsucht und Hoffnung aller Menschen, dass sich in fernen Zeiten ein solcher Zustand der Sanftmut und des Friedens einstellt, wie ihn der Prophet Jesaja in einer Vision beschreibt?
„Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem (Gottes) ganzen heiligen Berg.“ (Jesaja 65,25 und 11,69)

Ebenso reflektiert Paulus in Römer 8,19,21,22: „Wir wissen, dass auch die ganze Schöpfung mitseufzt und mitleidet bis zu diesem Augenblick. Die Kreatur harrt ängstlich darauf, dass die Menschen sich als Söhne Gottes offenbaren. Denn auch die Kreatur soll einst frei werden von der Versklavung an den Kreislauf der Vergänglichkeit zur ursprünglichen Freiheit der Kinder Gottes.“

Nirgends ist belegt, dass Jesus bei seinem letzten Mahl ein Lamm verzehrte. Jesus als Opferlamm, das von Gott vollzogene Sohnesopfer ist eine Erfindung des Apostels Paulus. Es ist heidnisches Gedankengut, dass das Blut die sündigen Menschen reinwaschen sollte. Paulus verstümmelte damit die Lehre des Jesus, dass Glaube und Tat zusammengehören. Ihm reicht nur der pure Glaube.

Nirgends ist belegt, dass Jesus bei seinem letzten Mahl ein Lamm verzehrte. Jesus als Opferlamm, das von Gott vollzogene Sohnesopfer ist eine Erfindung des Apostels Paulus. Es ist heidnisches Gedankengut, dass das Blut die sündigen Menschen reinwaschen sollte. Paulus verstümmelte damit die Lehre des Jesus, dass Glaube und Tat zusammengehören. Ihm reicht nur der pure Glaube.

Dennoch empfiehlt er seinen Mitbrüdern, was typisch für den gespaltenen Paulus ist - das Fleischessen im 1. Korinther 10,25: „Was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, das esst und forscht nicht nach, damit ihr das Gewissen nicht beschwert.“ Diese Kehrtwendung im Fleischessen ist symptomatisch für die innere Einstellung des Apostels Paulus zu Jesus und seiner Lehre im Ganzen. Da Paulus Jesus nicht gekannt, ursprünglich ihn bekämpft und seine Lehre in ihrer Tiefe nicht verstanden hat, weicht er sukzessive davon ab, demontiert, vereinfacht, „verbessert“ dessen hohe Ethik. Er entfernt gewissermaßen den Kerngedanke aus dem Gehäuse von Jesus' Lehre: die Ethik des rechten Tuns („Wer meine Worte hört und sie t u t , ist ein kluger Mann.“ Jesus in Matthäus 7, 24 ff.). Übrig blieb ein pseudoreligiöses, abstraktes Glaubensgebilde: Nur der Glaube genügt für das Heil der Seele. “So halten wir nun dafür, dass der Mensch ge­recht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“

Erbitterter Streitereien und eine Spaltung der Urchristen und waren die Folgen. Judenchristen unter der Führung von Petrus und Jakobus, die der Lehre Jesu in allen Punkten folgten, und in die nichtjüdischen, trennten sich von griechischen Paulusanhängern, die nur glaubten, sich an seine Einhaltung der Gebote (des Gesetzes Werke) nicht mehr kümmerten, so auch an die Abstinenz von Fleisch und Achtung und Liebe zu Natur und zu den Tieren. So nahm, ausgehend von Paulus, das Christentum einen verhängnisvollen Lauf. Kirchenväter, Kirchenlehrer, Amtspriester, weltliche Autoritätspersonen verdrängten, verdrehten und verfälschten die originäre Lehre des Jesus mit einer Unzahl von Dogmen, Dekreten und kopierten altheidnische Kulte und
Rituale, denen heute noch die Amtskirchen absolute Gültigkeit beimessen. Die Urchristen wurden zu Irrlehrern erklärt, denn ihr Verzicht auf Fleischgenuss war Abfall vom „wahren Glauben an die Paulusreligion“ , also Häresie und gab Anlass zur Verfolgung, Bestrafung und Verdammung. Schon der 2. Petrusbrief 2,12 (der bekanntlich nicht von Petrus stammt) im Neuen Testament gibt Auskunft, wie es mit solchen Abtrünnigen zu halten ist. Hier werden Andersgläubige mit „unvernünftigen Tieren“ verglichen, „die von Natur dazu geboren sind, dass sie gefangen und geschlachtet werden“.


Unter Kaiser Konstantin Einzug der Gewalt ins Christentum: Kriegsdienst und Zwang zum Fleischessen für Urchristen

„Die blutigen Opfer aber glaube ich, wurden nur von den Menschen erfunden, welche einen Vorwand suchten, um Fleisch zu essen“, schreibt Clemens von Alexandria im „Paidagogos“ und hat damit zu einem Teil recht. Wie wir gehört haben, wird im Alten Testament niemandem Geringerem als Gott selber die grausigen Anweisungen in den Mund gelegt, dass bei allen Festen Tiere geschlachtet und verbrannt werden müssen, oft mit dem zynischen Beisatz „zum lieblichen Duft für den Herrn“. Diesen hatten die Priester und ihre Gläubigen natürlich genauso in der Nase und waren deshalb auf die anschließende Fleischmahlzeit besonders erpicht.

Als Kaiser Konstantin das Christentum anerkannte, stattete er die Bischöfe mit zahlreichen Privilegien wie hohe Staatsämter, Grundbesitz, Rechtsprechungsgewalt, Geldgeschenke und prachtvoll ausgestalteten Basiliken aus und legte damit den Grundstein zu einer Staatsreligion mit der dazugehörigen Staatskirche. Auf ihren Amtssitzen durften die Bischöfe das Gepräge und Zeremoniell des kaiserlichen Hofes nachahmen, hatten Anspruch auf besondere Titel, auf einen Thron und ließen sich kniefällig wie der Kaiser begrüßen. Damit hatten sie den gleichen Rang wie hohe Staatsbeamte, ja wie kleine weltliche Könige, und so nimmt es nicht wunder, dass der Status der Priesterkaste, was Machtbefugnisse und Lebensstil anbelangt, an den der weltlich herrschenden Elite angepasst wurde. Reichtum, Luxus, Hofvergnügen wie Jagden, Feste und Gelage waren an der Tagesordnung. Fleisch, schon immer ein Statussymbol für die Reichen, durfte dabei nicht fehlen.

Die Kirchenväter vor Konstantin haben Jesu Bergpredigt stets wörtlich verstanden. Der Kriegsdienst war, wie schon berichtet, für Christen in den ersten drei Jahrhunderten nach Christus verboten, ebenso das Töten aus Notwehr und die Todesstrafe, wenn diese auch im Alten Testament für Ehebrecher, Homose­xuelle und „unkeusche Tiere“ gefordert wurde. Selbst Jäger mussten nach der Kirchenordnung des heiligen Hippolyt aus dem 3. Jh. das Jagen aufgeben oder die Konversion auf sich nehmen. Des­weiteren wurde die schwerttragende Obrigkeit nicht zur Taufe zugelassen.

Gleichsam über Nacht vollzog sich die wundersame Metamorphose im Christentum: Kurz nach dem Toleranzedikt von 313 verpflichtete Konstantin auf der Synode von Arelate 314 (heute Arles) Christen zum Kriegsdienst. Damit wurde eine jahrhundertealte pazifistische Religiosität zugunsten einer jahr­tausendelangen militaristischen Religiosität preisgegeben.
Mit den Ablehnern des Kriegsdienstes verfuhr Konstantin zunächst moderat. Wer sich weigerte, wurde entlassen und exkommuniziert. Vorher war es genau umgekehrt: Zu den Urchristen fand keiner Aufnahme zum Kriegsdienst, der die Waffe in die Hand nahm. Später wurden Konstantins Zwangsmaßnahmen immer grausamer, seine Gewaltdoktrin unter den Urchristen durchzusetzen. Standhafte Pazifisten wurden zur Abschreckung ins Feuer geworfen. Auch zum Fleischessen wurden urchristliche Kleriker gezwungen. Wer hier sich weigerte, dem ließ Konstantin flüssiges Blei in den Hals schütten.

Mit Konstantin dem Großen, dem Begründer des christlichen Abendlandes, zog die Gewalt ins Christentum ein. Der Kriegsdienst für Christen wurde Gesetz. Aus einer Friedensreligion wurde eine Religion der Gewalt. Die Voraussetzung für Kriege im Namen von Christus wie die Kreuzzüge (hier im Bild die Erstürmung Jerusalems) war gegeben. Gewalt wurde auch gegen Andersdenkende und Andersessende ausgeübt. Christen wurden zum Fleischessen gezwungen. Das Töten von Tieren bekam die religiöse Rechtfertigung.

Mit Konstantin dem Großen, dem Begründer des christlichen Abendlandes, zog die Gewalt ins Christentum ein. Der Kriegsdienst für Christen wurde Gesetz. Aus einer Friedensreligion wurde eine Religion der Gewalt. Die Voraussetzung für Kriege im Namen von Christus wie die Kreuzzüge (hier im Bild die Erstürmung Jerusalems) war gegeben. Gewalt wurde auch gegen Andersdenkende und Andersessende ausgeübt. Christen wurden zum Fleischessen gezwungen. Das Töten von Tieren bekam die religiöse Rechtfertigung.

Was sind Tiere wert? Ein geistiger Kampf entbrennt: Wissen gegen Weisheit, Intellekt gegen Spiritualität, Theologen gegen Philosophen

Schon in der späten Antike begann der geistiger Kampf zweier Weltanschauungen, der sich durch das Mittelalter zog und bis heute noch abgeschwächt anhält. Die Theologen der sich etablierenden Kirche brachten ihre Lehre von der Sonderstellung des „gottgleichen“ Menschen, der sich von der „niederen“ Natur und den „minderwertigen“ Tieren unterscheidet, in Stellung gegen die antiken griechischen und römischen Philosophen, die Mensch, Natur und Tier als Einheit und miteinander wesensverwandt sahen. Die Theologie, vom Intellekt beherrscht und eine Machtkirche vertretend, ging zum Angriff gegen die spirituell und mystisch (auch gnostisch) geartete Philosophie einzelner Individualisten über. Zu letzteren gehörten Pythagoras, der Arzt Empedokles, die Orphiker, die Kyniker, der griechische Dichter Oppian, Cato, Horaz, Seneca, Ovid und Plutarch. Mit ihnen fühlten sich die Urchristen, die an die Tierliebe Gottes und seines Sohnes glaubten, geistig verbunden.

Pythagoras opferte den Göttern nie Tiere, vielmehr setzte er in seinem Orden das Opfer mit Feldfrüchten durch. Nur für die Außenstehenden Anhänger ließ er Tieropfer zu. Empedokles erklärt, es sei die „größte Befleckung“ für den Menschen, „Leben zu entreißen und edle Glieder hineinzuschlingen“. Die griechische Volksmythologie stellt sich Tiere und göttliche Wesen intensiv verbunden vor. Man musste achtsam sein, denn in einem Tier könne ein Gott verwandelt sein. Bei Oppians „Halileulika“ finden sich Spuren einer hohen Tierethik: Delphine seien Götterboten und müssten vor der Jagd geschützt werden. Cato verwirft die Anschauung, Tiere als Sache zu betrachten, was sich in der von der katholischen Kirche geprägte europäische Rechtsprechung heute noch erhalten hat: „Niemand darf mit beseelten Tieren wie mit Geräten umgehen“. Der Dichter Horaz war der einzige, der damals schon gegen die grausamen Tierschlächtereien im römischen Zirkus protestierte: „Wage weise zu sein! Höre auf Tiere zu töten!“

Ovid verfasste Tierhymnen, darin er Pythagoras sprechen lässt: „Sterbliche hütet euch doch, mit frevelnder Speise die Leiber euch zu beflecken! Es gibt ja Getreide und Obst, das der Bäume Zweige belastet, die Reben sind voll von strotzenden Trauben. Reichtum spendet euch die Erde verschwenderisch, friedsame Nahrung, und sie gewährt auch Gerichte, die frei sind vom Mord und von Blut.“
Ökologisch kämpferisch dachte schon der spätantike Denker Plutarch, der den Tieren einen Verstand und Rechte zuspricht und beklagt, dass der Mensch als Räuber in den Lebensraum von Tieren eindringe, die ihm nichts getan hätten z.B. der Fische. Und wenn die Welt um des Menschen Willen erschaffen sei, so spottete er, welchen Sinn hätten dann wohl die schädlichen Insekten?

Der tiefere und eigentliche Grund des seit Jahrtausenden andauernden Kampfes zwischen Theologen und Philosophen, zwischen Priestern und Propheten, der das ganze Alte Testament beherrscht und sich in allen Religionen abspielte und abspielt, ist das unselige Konkurrenzverhältnis von Intellekt und Wissen zu Spiritualität, Geist und Weisheit. Die Priester bauten und bauen stets auf Buchstabengläubigkeit; das war und ist ihr Handlungsinstrument und gleichzeitig ihre Waffe. Steht doch im 2. Kor 3,6: „Der Buchstabe tötet und der Geist macht lebendig.“

Der Intellekt, das reine Wissen aber dient gerne der Eigensucht und Selbstdarstellung, gefördert vom Neid gegenüber dem angeblich Höherstehenden. So mussten die ethisch hochstehenden Philosophen und Propheten und ihre „Macht der guten Denkungsart“ aus der niedrigen Sichtweise der Priester bekämpft werden, denn diese brauchten den Rückhalt ihrer Macht bei den Gläubigen, die sie durch ihr Wissen beherrschten. Die Weisen hatten das nicht nötig, sie waren frei im Geiste und ließen anderen ihre Freiheit.

Die Kirche sah nun stets den Fleischverzehr in dieser angeblichen Sonderstellung des Menschen begründet. Wer also Fleisch verachtete, der gesellte sich zu Anhängern einer von ihr verachteten philosophisch begründeten Naturharmonie, er bekannte sich damit zum Heidentum, zur Götzenlehre, der machte sich folgerichtig der Ketzerei verdächtig und musste verdammt, bekämpft und vernichtet werden. So brachte die Kirche es fertig, jahrhundertelang die Erkenntnisse der antiken Philosophie als gotteslästerlich zu brandmarken und damit die geistige Entwicklung der gesamten Menschheit aufzuhalten.


Die Verketzerung und Verfolgung der Vegetarier im Mittelalter

Als eklatantes Beispiel für die theologische Begründung der kirchlichen Anschauung, dass Fleisch ein Indiz von Irr- und Unglauben sei, liefert der Bannfluch des Papstes Johannes III. aus dem Jahre 561 auf der 1. Synode von Braga in Portugal: „Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält, und so, nicht um seinen Leib zu belasten, sondern weil er sie sozusagen für unrein hält, auf sie verzichtet, dass er nicht einmal vom Gemüse, das mit Fleisch gekocht wurde, kostet, wie Mani und Priscillian sagten, sei er mit dem Bannfluch belegt.“

Im Klartext heißt das, dass Johannes sich auf das Zitat des zweiten Schöpfungsberichtes („alles was lebt und sich regt sei eure Speise“) stützt und glaubt, dass Gott das Tierfleisch den Menschen nicht nur empfohlen, sondern gleichsam verordnet habe. Gleichzeitig vertritt er die Ansicht, dass diese Nahrung rein im Sinne von „heilig“ erschaffen sei. Wer also diese Reinheit nicht anerkennt, weil er Fleisch verschmäht, es sei denn, sie bekommt ihm nicht, muss bestraft werden. Er begeht ein Sakrileg und verstößt obendrein noch gegen Gottes Gebot. An theologischer Spitzfindigkeit ist diese Argumentation nicht zu überbieten, viel schlimmer noch ist aber die unerhört autoritäre Anmaßung der Kirche, über die Ernährung der Gläubigen zu bestimmen.
Johannes zielt in dem Zitat mit seiner Drohung auf die urchristlichen Bewegungen der Manichäer, die Priscillianisten und die im Zitat nicht genannt Marcionisten ab.

Mani und die Manichäer (um 250 n. Chr.) strebten nach dem inneren freien und friedliebenden Menschen. Der Mensch soll sich nicht an äußeren Besitz noch an eine äußere Institution binden. Friede und keine Gewalt ausüben, sind oberste Gebote. Nicht töten, auch keine Tiere, kein Fleisch essen, den Tieren und Pflanzen Achtung entgegenbringen sind edle Pflichten, denn der Geist Gottes ist auch in der Materie, in jedem Stein, in jeder Pflanze, in jedem Tier gegen­wärtig. Ge­fordert wurden weiterhin die Vermeidung von Alkohol und die Enthaltsamkeit vom Ge­schlechtlichen. Kern der Lehre aber war die lebendige Liebe, die darin Ausdruck fand , dass je­der Mani­chäer mindestens für einen Menschen sorgen sollte, der ohne ihn nicht leben könnte, also für einen Behinderten oder Kranken.
Dass Menschenliebe und Tierliebe untrennbar miteinender verbunden sind, ist immer Kennzeichen einer hohen spirituellen Religion. Für Priscillian (um 360 n. Chr.) und die Priscillianisten galt als Lebensziel das Pauluszitat, 1. Korinther 6/19: „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist?“

Unter anderem wegen ihres Vegetariertums wurden die Katharer verfolgt und hingerichtet. Die Kirche duldete kein Abweichen von ihrer Lehre, auch nicht in der Ernährung, einem Bereich, der der absoluten Privatsphäre eines Menschen angehört.

Unter anderem wegen ihres Vegetariertums wurden die Katharer verfolgt und hingerichtet. Die Kirche duldete kein Abweichen von ihrer Lehre, auch nicht in der Ernährung, einem Bereich, der der absoluten Privatsphäre eines Menschen angehört.

In diesem Tempel wohnt Gott und führt und heiligt den Menschen, ohne dass es einer Kirche dazu bedarf. Der Gedanke der Reinheit war es auch, der die Priscillianisten vom Fleischessen abhielt, denn die tierische Nahrung wurde für unrein gehalten aus zweifacher Sicht: Einmal ist es mit dem Ungeist des Tötens behaftet, zweitens erschienen den Anhängern die Verwesungsgifte des Fleisches als übel und krankmachend – alles Erkenntnisse, die von der modernen Ernährungswissenschaft bestätigt worden sind.

Es ist das Verdienst Marcions (um 85 n. Chr.) als erster Christ der neuen Zeitrechnung öffentlich auf den Widerspruch in der Bibel hingewiesen zu haben: Der Gott des Alten Testaments, der grausamen Völkermord befiehlt, der sich von Tieropfern geschmeichelt fühlt, der die Todesstrafe gegen ungehorsame Söhne oder den Priestern widersprechenden Men­schen aus dem Volk verhängt, dieser unbarmherzige, parteiische, zornige und rachsüchtige Gott hat mit dem Gott der Liebe, Güte und Barmherzigkeit, dem Vater des Jesus im Neuen Testament, nichts zu tun. Damit führte Marcion den Christen den Gegensatz von jüdischem Gesetz und christlicher Liebe, von äußerem Zwang und innerer Gewissensführung vor. Er gründete eine eigene Kirche, in der die Gewalt verbannt war, Tiere nicht getötet und vegetarisch gegessen wurde. Vorurteile gegenüber Nation, Rasse oder Stand gab es nicht, alle Menschen waren vor Gott gleich.

Weiter geht es mit den Katharern, die im 13. Jh. in in Südfrankreich einem beispiellosen Ausrottungsfeldzug der Kirche zum Opfer fielen. Auch sie standen dem Urchristentum nahe, ernährten sich fleischlos, und genau das benützte die Kirche, um sie des Irrglaubens zu überführen. Quellen berichten, dass zwei katharische Frauen aufgefordert wurden, zwei Hühner zu töten. Da sie sich weigerten, galt dies als Beweis ihrer Zugehörigkeit zu den Katharern, und sie wurden hingerichtet.

Der heilige Augustin, der heilige Thomas von Aquin - die intellektuellen Hardliner der Kirche befinden über die seelen- und gefühllose Sache Tier

Theologische Fundamentalisten errichteten das Bollwerk der Kirche gegen tier- und naturfreundliche Strömungen und Einflüsse von Idealen der Liebe zu aller Kreatur. Die geistesgeschichtliche Leistung des Kirchenvaters Augustin (354 – 430) und seiner Nachfolger besteht darin, mit Berufung auf die Bibel „Macht euch die Erde untertan“ und „Tiere sind unvernünftig“ die Sonderstellung des Menschen in der Schöpfung als Gottes Ebenbild zu betrachten und zu begründen. Die Tiere erscheinen demgegenüber als „Gegenbild der menschlichen Auserwähltheit“, wie die Kulturwissenschaftlerin Sina Walde in ihrem Buch „Endzeit für Tiere“ schreibt. Für Augustin „tangiert“ das qualvolle Sterben der Tiere den Menschen nicht, „denn das Tier entbehrt einer vernünftigen Seele und ist deshalb nicht mit uns durch eine gemeinsame Natur verbunden“ („De moribus ecclesia catholicae“ 2,12,54,59). Das Gebot „Du sollst nicht töten!“ betreffe angeblich nicht „die unvernünftige Tierwelt“, deren Leben und Sterben „unserem Nutzen angepasst werde“ („De civitate die“ I. 20). Damit übernimmt Augustinus die römische Rechtsauffassung , dass Tiere ein Sache und toten Gegenständen gleichgestellt sind.

Tiere als Pädagogen: Gegenseitige Liebe schenken sich der Delfin und das Kind in der Tierpädagogik. Das Kind entfaltet verborgene und unterdrückte Gefühle und Charaktereigenschaften im Umgang mit dem Delfin.

Tiere als Pädagogen: Gegenseitige Liebe schenken sich der Delfin und das Kind in der Tierpädagogik. Das Kind entfaltet verborgene und unterdrückte Gefühle und Charaktereigenschaften im Umgang mit dem Delfin.

Auch andere moralische Regeln zwischenmenschlichen Umgangs gelten nicht für Tiere. Wörtlich schreibt Augustin: „Wenn wir also das Verbot des Tötens nicht auf das Pflanzenreich anwenden, weil es da keine Empfindung gibt, desgleichen nicht auf die unvernünftige Tierwelt mit ihren fliegenden, schwimmenden, laufenden und kriechenden Geschöpfen, weil ihnen im Unterschied von uns keine Vernunft verliehen ist, weswegen auch nach der gerechten Anordnung ihr Leben und Tod unserem Nutzen dienen muss“ („De Civitate die“ 1,20). Tiere könnten auch nicht den Himmel betreten und Vegetarismus sei „eine gottlose Ketzermeinung“ („Vom katechetischen Unterricht“ 2,29). Sich „gar von der Tötung von Tieren und der Zerstörung von Pflanzen zurückzuhalten“ sei nach Augustin „Gipfel des Aberglaubens“. Ob es stimmt oder nicht, trotz allem soll Augustin vegetarisch gelebt haben.

Beim Kirchenvater Augustin war es vor allem die Leugnung einer unsterblichen Seele der Tiere und die Auffassung ihre Funktion als Nutzwesen, die von dem nächsten großen Kirchenmann Thomas von Aquin (1225-1274) aufgegriffen und für das kirchliche Lehrsystem weiter ausgebaut wurden. So würde „das Leben der Tiere und Pflanzen erhalten, doch nicht um ihrer selbst willen, sondern des Menschen wegen“. Es spiele so auch keine Rolle, ob man Tiere gut oder schlecht behandle, und „keiner sündigt, indem er eine Sache zu dem verwendet, wozu sie bestimmt ist“, also z.B. ein Tier zum menschlichen Gebrauch oder Verzehr („Summa theologia“ II. 64. l). Die Tiere seien „sprachlos“ und es gebe nichts in ihren Seelen, das „möglicherweise ohne einen Körper weiter existieren könne“. Und: „In Tieren gibt es keine Sehnsucht nach Ewigkeit ... Deshalb ist die Seele eines Tieres unfähig, an der Ewigkeit des Seins teilzuhaben, .... also geht sie mit ihrem Körper zugrunde“(Summa contra gentiles II. 82).

Beide Theologen stärken mit ihrem kalten und gefühl-, ja gnadenlosen utilitaristischen Denken die rein anthropologische Sichtweise der Kirche, für die Schöpfung als wunderbares Werk allein für den Menschen gemacht ist und in der er walten und schalten, töten und leben lassen kann, wie er will. Der hemmungslosen Ausbeutungs- und Leben-vernichten-Mentalität unseres Zeitalters leisteten sie damit einen mächtigen ideologischen Vorschub.

Descartes und Kant bestätigen die tierfeindliche Sichtweise der Kirche

An Augustin und Aquin konnte die säkulare Philosophie, vertreten von Descartes und Kant, nahtlos anknüpfen und hat zweifelsfrei die Kirche in ihrem naturfeindlichen Denken bestätigt. Der an einen rein mechanistischen Weltenlauf glaubende Aufklärer, der französische Philosoph Descartes (1596-1650), wertet Tiere als gefühllose, einem Uhrwerk vergleichbare Maschinen. Sie seien gefühllos wie Metall, verspürten keinen Schmerz, hätten keine Seele, behauptet Descartes, daher könne man sie bedenkenlos erforschen, aufschneiden und Organ für Organ demontieren: „Ihre Schmerzensschreie bedeuten nicht mehr als das Quietschen eines Rades.“
Gedanklich bereitete Descartes damit die Vivisektion (wörtl. Leben-Zerschneidung) zu Forschungszwecken vor, die nur in seltenen Fällen sich der Betäubung bedient, und die Massentierhaltung unserer Zeit, die alle Art von schmerzenden Behandlungen (z.B.Kastrieren von männlichen Schweinen ohne Narkose) zu Zuchtzwecken vorsieht.

Immanuel Kant, Deutschlands bedeutendster Philosoph und Aufklärer, leistete Gewaltiges, als er den Bürgern seiner Zeit, von Kirchendoktrinen und Denktraditionen geknechtet, den Mut machte, selbständig zu denken und die Vernunft zu gebrauchen, um seine eigenen Abhängigkeiten zu durchschauen. „Habe den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen! – Sapere aude!“ Die Vernunft aber kann auch zum gefährlichen Instrument werden, wenn sie das Gefühl nicht beachtet, und so stellte Kant sich auf die Seite Descartes' und betrachtet das Tier als eine Sache: „Der Mensch ist ein von Sachen, der gleichen die vernunftlosen Tiere sind, mit denen man nach Belieben schalten und walten kann, durch Rang und Würde ganz unterschiedene Wesen.“

Der Grieche Aristoteles stand Pate für Kants Vernunftdenken, denn dieser machte den Wert und die Rechte eines Lebewesens abhängig von dessen Vernunft. Zwar geht Descartes nicht soweit wie Aristoteles, den Sklaven als eine vernünftige Erfindung der Natur zu erklären und damit die Sklaverei in der Antike für Jahrtausende zu zementieren, aber nur der Mensch mit seinen Fähigkeiten zu rationalem Denken trage den Daseinszweck in sich selbst, während Flora und Fauna ihm lediglich als Mittel dienten, als Nahrung, als Arbeitskraft, als Kleidung:
Kant: „Das erste Mal, dass er zum Schaf sagte: Den Pelz, den du trägst, hat die Natur nicht für dich, sondern für mich gegeben, ihn abzog und sich selber anlegte, ward er eines Vorrechts inne, welches er über die Tiere hatte.“


Herrschafts- und Nützlichkeitsdenken gegenüber der Natur und den Tieren im Katechismus der katholischen Kirche

„Das siebte Gebot verlangt auch, die Unversehrtheit der Schöpfung zu achten. Tiere, Pflanzen und leblose Wesen sind von Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschheit von gestern, heute und morgen bestimmt. Bodenschätze, die Pflanzen und Tiere der Welt dürfen nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen genutzt werden. Die Herrschaft über die belebte und unbelebte Natur, die der Schöpfer dem Menschen übertragen hat, ist nicht absolut; sie wird gemessen an der Sorge und die Lebensqualität des Nächsten, wozu auch die künftigen Generationen zählen; sie verlangt Ehrfurcht vor der Unversehrtheit der Schöpfung. (K.K. 2415)
„Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bilde geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidung bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten.“ (K.K. Nr. 2417). Und: „Es ist unwürdig, für die Tiere Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern soll. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig den Menschen gebührt. (K.K. Nr. 2418)“

Genau der Herrschaftsanspruch des Menschen über die Schöpfung, seine Gottähnlichkeit, die Trennung des Menschen von seinen Mitgeschöpfen, die Auffassung von der seelenlosen Sache Tier, dem keine Liebe gebührt, das pure Nützlichkeitsdenken gegenüber der Kreatur, kurz, die rein anthropozentrische Sichtweise des Kosmos der alten Kirchenväter und der Philosophen des Rationalismus und der Aufklärung spiegeln sich im katholischen Katechismus wider. Diese gegen das Leben und die Liebe gerichteten Theologie der Kirche und ih­rem Kirchenchristentum öffnete Tor und Tür zu Vergehen gegen die Natur, zu ihrem Miss­brauch und zur Vernichtung ihrer Geschöpfe - wahrhaft eine Theologie des Todes. Daran ändern auch nichts sittliche Hinweise und ethische Vorgaben, im Gegenteil, sie wirken eher zynisch. Man darf die Erde zerstören, vergiften, ausplündern, man darf die Kreatur und die Vegetation manipulieren, ausrotten, töten und quälen - aber bei Einhalten der „sittlichen Forderungen“. Was wären diese? Diese sind die Ethik der Wahrheit und der Liebe des Jesus von Nazareth: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder angetan habt, habt ihr mir angetan.“ Die Kirche kennt wohl diese Lehre, hat sie in ihre eigene Lehre sorgsam einkonserviert, gleichsam eingesargt. Die Folgen sind am gegenwärtigen Zustand der Erde und der Menschen ablesbar.

Die Schöpfung (Bodenschätze, Pflanzen, Tiere) ist zum Nutzen des Menschen geschaffen.
Der Mensch übt Herrschaft über die Natur aus, (Herrschaft über belebte und unbelebte Natur). Tiere liefern dem Menschen Sachwerte (Ernährung, Kleidung) und dürfen für die Wissenschaft verwendet werden in Tierversuchen.

Die Kirche hat nichts gegen Tierversuche, wenn sie sittliche Grenzen nicht überschreiten und wenn sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten. Doch wer setzt die sittlichen Grenzen? Und wer prüft, ob mit dem Versuch wirklich menschliches Leben gerettet wird? Und: Wie kann man das Leben erhalten wollen, wenn man Leben tötet?

Die Kirche hat nichts gegen Tierversuche, wenn sie sittliche Grenzen nicht überschreiten und wenn sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten. Doch wer setzt die sittlichen Grenzen? Und wer prüft, ob mit dem Versuch wirklich menschliches Leben gerettet wird? Und: Wie kann man das Leben erhalten wollen, wenn man Leben tötet?

Und was ist mit dem Tierschützer und Natur- und Tierliebhaber Franziskus von Assisi? – Die Alibifigur der katholischen Kirche

Von Franz von Assisi (1182-1226) lebte streng nach dem Vorbild des Jesus von Nazareth (sog. Imitatio Christi) in nahezu vollkommener Armut als Büßer, und zwar nach der Bibel ohne eigenwillige Deutung. Er lehnte Besitz und Geld ab. Seine asketische Lebensweise zog 12 gleichgesinnte Gefährten (12 Apostel!) und Nachahmer an. Einen Orden zu gründen, lag Franziskus fern, aber jede Art von Gemeinschaft musste von der Kurie genehmigt werden. Papst Innozenz II. zögerte zunächst wegen der damals aus dem Boden schießenden Armutsbewegungen (Katharer, Waldenser, Humiliaten, Bogumilen), die sich naturgemäß ihrer postulierten Armut von der prunkenden Machtkirche abwendeten und prompt der Häresie bezichtigt und bekämpft wurden. Der Orden der Minderen Brüder wurde 1215 auf dem IV. Laterankonzil anerkannt und eine Ordensregel erstellt. Auch einem weiblichen Parallelorden, dem Orden der Klarissen (spirituelle Führerin Klara von Assisi) verhalf er zur Gründung.
Franziskus hinterließ zahlreiche Gebete, Gesänge, und vor allem den berühmten Sonnengesang. 1228 wurde er heiliggesprochen.
Wegen der legendären Erzählungen z.B. der Vogelpredigt wurde Franziskus der erste Tierschützer und Gedenkfigur des Welttierschutztages. Weiterhin wurde er von Johannes Papst Paul II. zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie ernannt. In diese Tradition steht auch die 1995 gegründete Franz von Assisi Akademie zum Schutz der Erde. Er ist Nationalheiliger Italiens und gilt als Schutzpatron der Tierärzte, der Armen, Sozialarbeiter, Kaufleute, Schneider, Tuchhändler, Flachs- und Tapetenhändler und Weber, hilft bei Kopfweh und Pest.

Der heilige Franziskus predigt zu den Vögeln. Mit der Natur, der Kreatur und mit dem Schöpfer fühlte er sich eins. Von der Liebe zu den Elementen und zu den Tieren hat die katholische Kirche nichts von Franziskus in ihr Glaubensgut übernommen. es reichte, wenn sie eine Vorzeigefigur hatte, die sich der Tiere und Armen in besonderer Weise angenommen haben.

Der heilige Franziskus predigt zu den Vögeln. Mit der Natur, der Kreatur und mit dem Schöpfer fühlte er sich eins. Von der Liebe zu den Elementen und zu den Tieren hat die katholische Kirche nichts von Franziskus in ihr Glaubensgut übernommen. es reichte, wenn sie eine Vorzeigefigur hatte, die sich der Tiere und Armen in besonderer Weise angenommen haben.

Franziskus war keine Kämpfer, der sich gegen den Missbrauch von Tieren eingesetzt hat, von Rettung von Tieren aus den Händen von Quälern oder Schlächern ist auch nichts bekannt. Wo hätte er sie unterbringen sollen? Auch hat er keine Ökologie gepredigt, Schutz der Wälder vor Abholzung und Reinhaltung des Wasser. Allein zu würdigen ist seine Haltung der Natur gegenüber, die von Bewunderung, Demut, Dankbarkeit und Liebe geprägt ist. Sein Sonnengesang ist eine einzigartige Lobpreisung des Schöpfergottes und seiner Werke. In ihm feiert Franziskus die vollkommene Einheit von Mensch, Natur und Gott, wenn er von „Bruder Sonne“, „Schwester Mond“, „Bruder Wind, Luft, Wolke und Wetter“, „Schwester Quelle“, „Bruder Feuer“, „Schwester und Mutter Erde“ und zuletzt vom Frieden spricht,

Was hat die Kirche von ihrem großen Naturverehrer und Wohltäter der Armen gelernt? Schon die zahlreichen Armutsbewegungen waren in der Zeit Assisis der Kirche ein riesiger Dorn im Auge, der mit seinem häretischen „Gift“ die Existenz der Kirche bedrohte. Diese Bewegungen fanden beim Volk mit ihrer Nähe zu urchristlichen Idealen und der Bescheidenheit in der Lebensführung der Gläubigen (nicht fanatisch gelebte Armut) starken Zulauf aus dem Volk, vor allem aber entzogen sie sich dem Machtbereich der Romkirche und gründeten eigene Kirchen. Damit konfrontiert wurde der katholischen feudalen Kirche des Mittelalters mit ihrem Pomp, der weltlichen Prachtentfaltung, dem luxuriösen und sexuell ausschweifenden Lebensstil des höheren Klerus ein Sittenspiegel vorgehalten.
Der Autor Horst Herrmann kommt in seinem Buch „Die Vermarktung der Nächstenliebe“ zu einem
nachdenkenswerten Urteil über die Einbindung von Franziskus in den Schoß der Mutter Kirche:

„Als Franz von Assisi, heute als leuchtendes Vorbild christlicher Liebe zu den Armen und zur Armut selbst gepredigt, mit seinen sehr absonderlich wirkenden Ideen auf der Bildfläche erschienen wae traf der betroffene Papst die einzig richtige, weil Macht und Geld verheißene und damit zukunftsträchtige Entscheidung. Er integrierte den frommen Abweichler, der allein in seiner Person das ganze Kirchenfürstentum zu desavouieren drohte, flugs in das System, erklärte die bereits der Ketzerei geziehene Gruppe um Fransiskus kurzerhand zum neuen 'Orden' der Kirche, kanalisierte damit das bedrohlich innovative Denken, regte relativ ungefährliche Ordensregeln an und approbierte diese bereitwillig, sprach viel von Gotteswundern und von der Rettung der Kirche durch den armen aus Assisi – und bekam alle Schäfchen ins Trockene.“ Wiedereinmal hat wurde „die patriarchal disziplinierende Welt der Herrschenden, die Opfer und Almosen erst notwendig macht, weil sie keine strukturelle Reformen zulässt, nicht berührt“.
Franziskus wurde (wie so viele andere auch) zur idealen Alibifigur für die nicht vorhandene Nächstenliebe und neuerdings für die ebenso nicht vorhandene Tierliebe und sogar den jetzt thematisierten und in die „Diskussion“ aufgenommenen Umweltschutz der Kirche.


Aus Lusttötern werden Bewahrer der Schöpfung dank der Verdrehung einer Legende

Die Legende erzählt von Hubertus dem Jäger, der einen Hirsch verfolgt. Plötzlich hält dieser im Laufe inne, und eine Stimme forderte Hubertus auf, von den weltlichen Vergnügungen Abschied zu nehmen und sein Leben auf die Ewigkeit auszurichten. Hubertus lässt davon ab, den Hirsch jagen und töten zu wollen, und wird ein frommer Kirchenmann.
Es ist hier nicht wichtig, von welcher Herkunft Hubertus historisch genau war, eine Fülle von Berichten liegen vor. Wichtig sind jedoch die verschieden Ausformungen und die dahinterstehenden Deutungen, vor allem aber die Instrumentalisierung der Legende zugunsten einer bestimmten Klientel von Gläubigen der Kirche und ihrem Handwerk. Schließlich gilt Hubertus als Schutzpatron der Jäger.
Der Kenner der christlichen Symbolik weiß, dass der Hirsch als das Symbol für eine „geweihte“, erhabene, heilige Person oder auch Gottheit, in unserem Falle natürlich Christus, steht. Sein Auftrag lautet: Höre auf, Tiere zu töten, denn du tötest mich im Tier - in Anspielung auf das Zitat von Jesus: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder antut, das tut ihr mir an“. Im Urchristentum waren die Tiere Mitgeschwister des Menschen. Hubertus war fortan von der Tötungssucht geheilt und lebte ein Leben im Einklang mit der Natur. So lautet eine Textvariante, die plausibel erscheint, denn sie kommt dem echten Urchristentum am nächsten. Weitere Varianten verlagern den Schwerpunkt weg von der Jagd als weltlichem Vergnügen hin zum Leben eines frommen Kirchenchristen, ganz im Sinne des Frömmigkeitsideals der Kirche.

sündiges Tun der Welt, der Kirche mit Leib und Seele dienen ist wohlgefälliges Tun vor Gott. Hubertus bekommt den Status eines Heiligen.

„Du tötest mich im Tier“, soll Jesus am am Kreuz im Geweih des Hirschen gesagt haben. Hubertus folgte der Aufforderung und sagte der Jagd ab. Wieso ist dann der Hubertus Heiliger und Schutzpatron der Jäger? Legenden sind wie Knetmasse, die man solange formen kann, bis das richtige Wunder für die richtigen Adressaten bereitsteht.

„Du tötest mich im Tier“, soll Jesus am am Kreuz im Geweih des Hirschen gesagt haben. Hubertus folgte der Aufforderung und sagte der Jagd ab. Wieso ist dann der Hubertus Heiliger und Schutzpatron der Jäger? Legenden sind wie Knetmasse, die man solange formen kann, bis das richtige Wunder für die richtigen Adressaten bereitsteht.

Wie erhält er aber den Titel eines Patrons der Jäger? Hierfür liegt eine weitere Textvariante vor, die die Jäger und ihr blutiges Handwerk weder verdammt noch ein alternatives kirchenfreundliches Leben dagegenstellt, sondern aus dem Jäger als Tiertöter einen „Tierpfleger“ macht, freilich mit der Lizenz zum Töten. Diese Variante ergreift klar Partei für die Jäger, denn sie lässt dank dem wunderbaren Eingreifen von Christus in Gestalt des Hirsches aus einem wilden Jäger, der Tiere brutal jagt und tötet, einen zahmen Jäger werden, der dazu bekehrt wird, das „Wild waidgerecht zu erlegen“ oder „zur Strecke zu bringen“. Schon sprachlich wird hier die brutale Wirklichkeit des Jagens und Tötens verschleiert und verschönt, wie es typisch für die Jägersprache ist. Der Jäger ist jetzt der „Heger“ und Pfleger“, der in die Natur schonend und rücksichtsvoll eingreift, damit sie nicht „Wildwuchs“ treibt, ganz so, wie die Jäger heute gerne gesehen werden wollen. Hubertus und mit ihm die Jäger und die Jagd als solche bekommen einen Nimbus von gottgewolltem heiligen Tun. In jeder Hubertusmesse werden die Jäger gelobt, geehrt und gesegnet als „Bewahrer der Schöpfung“ und ihre bedauernswerten Opfer auch gleich mit.

Die Kirche steht also mit ihren als Wunder oder als wunderbare Legenden getarnten Lügen und Verdrehungen samt ihren priesterlichen Fürsprechern ganz zu Diensten der Jäger und ihrem grausamen Handwerk. Einmal mehr ist das ein Beweis, dass die Schöpfung in den Augen der Kirche ein Herrschaftsgebiet, in diesem Falle ein Jagdrevier des Menschen ist, in dem er Leben lassen und Leben vernichten kann, wie es ihm düngt oder, wie die Jagdorgien der weltlichen und geistlichen Herren, früher wie heute, zeigen, seine archaische Lust am Beutemachen, Töten und Verspeisen der Opfer befriedigen kann. Es ist in zahlreichen wissenschaftlichen Feldversuchen nachgewiesen, dass die „ernteauffressenden“, „baumvernichtenden“ und „bodenzerstörenden“ Wald- und Feldtiere durch v e r n ü n f t i g e Hege und Pflege sich in brave Bewohner des Waldes zurückzüchten lassen und ihre „entartete“ Population selber regulieren können, wenn der Mensch ihnen den Lebensraum und die Nahrung zur Verfügung stellt, die sie für ihr natürliches Gedeihen brauchen. Die französische Wissenschaftlerin S. Servanty wies in einer 22jährigen Studie nach, dass gerade die Intensivierung der Jagd auf Wildschweine deren Fruchtbarkeit stimuliert.
Die Frage sei erlaubt, warum sich die Kirche das zeitgemäße Wissen von Tieren eigentlich nicht zu eigen macht und uralte mythologisierte Tiertötungsrituale zelebriert? Das Töten aus Lust, wie sie die Jagd aus heutiger Sicht der Wildtierbiologie darstellt, müsste eine wahrhaftige christliche Ethik ächten.

Heute noch christlich verkleidete archaische Tieropfer-Schlachtfeste: Martini, Weihnachten und Ostern

Jedes Jahr feiern katholische und merkwürdigerweise auch evangelische Kindergärten am 11. Nov. mit einem Umritt den Festtag des heiligen Martin. Bekannt ist die Legende, derzufolge der römische Reitersoldat Martin den Christus in Gestalt eines nackten Bettlers die Hälfte seines Mantels schenkt und dann sich taufen lässt. Weniger bekannt ist die Legende, wie Martin zu seinem Attribut der „Martinsgans“ gekommen ist. Als sich der inzwischen getaufte Christ der Wahl zum Bischof, in einem Gänsestall versteckt, entziehen wollte, verrieten die Tiere durch ihr Geschnatter das Versteck. Martin gilt daher als Patron der Gänsezucht und Züchter.
Im mittelalterlichen Abgabenkalender der zins- und zehntpflichtigen Bauern für den weltlichen oder geistlichen Grundherren war der Martinstag vorgesehen. Hier wurde das Gesinde gewechselt und das Vieh geschlachtet, was man nicht über den Winter bringen konnte. Die Kirche mit ihren „Legendenweisheiten“ weiß es besser. Ein Heiliger, der Bischof Martin, muss die Gänsezucht schützen, und zu seinen Ehren und zur Erinnerung an die „klugen“ Gänse werden ihre Artgenossen am Martinstag geschlachtet und aufgezehrt. In einer anderen Version der Legende stören Gänse die Predigt des Bischofs Martin. Zur Strafe wurden sie anschließend geschlachtet und verspeist, und daher büßen heute noch Millionen von Gänsen dafür.

Anlässe für die mit opulenten Fleischmahlzeiten nicht gerade verwöhnte ländliche Bevölkerung für Schlachtfeste wurden immer gefunden. Die Kirche gönnte ihr das, war sie doch an der Bedürftigkeit des Landvolkes ursächlich mit schuld. Martini war auch der Beginn der Fastenzeit, und so gab der Tag Anlass, noch einmal zu schlemmen, bevor die kirchlich verordnete Darbenszeit bis zum 24. Dezember anlief. Tiere töten, Fleisch essen, nicht zur bloßen Sättigung, sondern als Brauch haben immer auch kultischen Bezug und wurden und werden verlangt und gefördert von einer Kultkirche, die sich von archaisch-heidnischen Kulten nie losgesagt hat. Es liegt nahe, dass der tiefere Kern der Fleischkulte eine Art Simulation eines archaischen Tieropfers an eine Gottheit ist. Nebenbei ist er lukratives Geschäft, bringt Millionen Euro Profit den Mastbetrieben, dem Handel und den Geschäften ein.

Der Verspeisung der traditionellen Weihnachtsgans liegt keine christlich-kirchliche Legende zugrunde. Mit Mühe könnte man das römisch Sonnenfest und den Kult des Sol invictus (der unbesiegbare Sonnengott) als Kultfigur oder den Mithraskult heranziehen, bei dem man Tiere geopfert hat, z.B. den Stier in jenem Mithraskult. Im Mittelalter verzehrte man die „Mettensau“, allerdings erst am 25. Dez., denn der 24. Dez. war noch letzter Fastentag einer 40tätigen Fastenzeit (Beginn am Martinstag, 11. Nov.) Hier war nur Fisch, bevorzugt der Weihnachtskarpfen, erlaubt. Den Brauch des Weihnachtsgansessens soll Königin Elizabeth am Weihnachtstag 1588, als die Nachricht vom Untergang der Armada eintraf, begründet haben. Sie feierte diesen Sieg mit einem „Gänseopfer“.

Der Martinstag, 11. November, war Abgabentag der zinspflichten Bauern und Schlachttag für Vieh, das nicht über den Winter gebracht werden konnte. Die Kirche verstand es, mittels einer Legende den heiligen Martin ins Spiel zubringen. Und zu dessen „Ehre“ werden dann die geschlachteten Gänse verzehrt - heute ein Millionengeschäft.

Der Martinstag, 11. November, war Abgabentag der zinspflichten Bauern und Schlachttag für Vieh, das nicht über den Winter gebracht werden konnte. Die Kirche verstand es, mittels einer Legende den heiligen Martin ins Spiel zubringen. Und zu dessen „Ehre“ werden dann die geschlachteten Gänse verzehrt - heute ein Millionengeschäft.

Das Osterlamm (agnus dei) ist ein besonders ausgeklügeltes theologisches Konstrukt. Das Lamm ist zunächst Symbol für Zeichen des Lebens, der Unschuld der Frömmigkeit und der Sanftmut. Als Opferlamm spielt es im Alten Testament eine Rolle in der Nacht des Auszuges der Israeliten aus Ägypten. Darauf wurde schon hingewiesen. Für Paulus ist das Pessachlamm Jesus Christus: „Denn wir haben schon ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert“ (1. Kor 5,7). Paulus kam auf die geniale Idee, dass Jesus Christus, Gottes Sohn, als reines, unschuldiges und sündloses Lamm von Gott geopfert wurde, um die Menschen mit dem Opferblut von ihren Sünden zu erlösen. Hintersinn dieses Opferglaubens ist die schon beschriebene Paulustheologie des Nur-glauben-Dürfens und Nicht-tun-Müssens. Die Vorstellung, dass hier ein barbarischer Gott die Menschen antreibt, seinen Sohn hinzurichten, um dann an ihm ein blutiges Menschenopfer zu vollziehen und mit dem Blut nach archaisch heidnischem Brauch die sündigen Menschen reinzuwaschen, lässt schaudern. Aber genau dieser die Massen faszinierende Opferhorror passte der Kirche besser ins Konzept als das urchristliche schlichte noch dazu vegetarische Gedächtnismahl, sodass sie die Gläubigen am Ostersonntag aufforderte, die Christusopferung feierlich in symbolischer Form eines saftigen Lammbratens symbolisch zu wiederholen. Nach Verbot des realen Tieropfers wurde die Hostie (Teigoblate) eingeführt, die laut Transsubstanziationslehre sich in einem geheimnisvollen rituellen Vorgang in der Eucharistiefeier in das wirkliche Fleisch von Jesus verwandeln soll. Theophagie, Gottessen, nennt man diesen in vielen heidnischen Religionen praktizierten Kult.  Auch diesem kirchlich geförderten Schlachtfest fallen jedes Jahr Millionen Lämmer und andere Tiere zum Opfer und bringt einer Tiermast- und Tiertötungsindustrie Millionenprofite.


Von wem die Kirche hätte lernen können und lernen könnte: Große Naturphilosophen und Denker in Vergangenheit und Gegenwart

In der Spätantike waren es der Neuplatonist (205-270) Plotin und sein Schüler Porphyrius, die lehrten, dass sich auch in der niedrigsten Schöpfungsform, der Materie, noch der Geist spiegelt und dass sich die Seele durch ein ethisches Leben wieder emporarbeiten und mit dem Geist verschmelzen kann. Porphyrius schreibt in seinem Buch „Über die Enthaltsamkeit von Beseeltem“ auch darüber, wie die sich höher entwickelnde Seele auf Fleischgenuss verzichtet. Mit seiner Kritik am Christentum, in der er aber nur das Abweichen vom wahren Urchristentum ins Visier nahm, fiel er natürlich in Ungnade bei der Kirche.

Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Maler und Universalgenie: „Es wird ein Tag kommen, an dem die Menschen über die Tötung eines Tieres genauso urteilen werden, wie sie heute die eines Menschen beurteilen. Es wird die Zeit kommen, in welcher wir das Essen von Tieren ebenso verurteilen, wie wir das Essen von unseresgleichen, die Menschenfresserei, verurteilen.“

François Voltaire (1694-1778), französischer Philosoph: „Gewiss ist es, dass dieses scheußliche Blutbad, welches unaufhörlich in unseren Schlachthäusern und Küchen stattfindet, uns nicht mehr als ein Übel erscheint. Im Gegenteil betrachten wir diese Scheußlichkeiten, welche oft penstilenzialisch wirken, als einen Segen des Herrn und danken ihm in unseren Gebeten für unsere Mördereien. Kann es denn aber etwas Abscheulicheres geben, als sich beständig von Leichenfleisch zu ernähren?“

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter: „Die religiöse Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist, umfasst natürlich auch die Tierwelt und legt den Menschen die Pflicht auf, die unter ihm entstehende Schöpfung zu ehren und zu schonen.“

„Jagd ist doch immer ein Form von Krieg.“

Alexander von Humboldt (1769-1859), Begründer der wissenschaftlichen Geographie: „Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen. Sie ist eines der kennzeichnensten Laster eines niederen und unedlen Volkes. Dem Tier gegenüber sind heute alle Völker mehr oder weniger Barbaren, und es ist unwahr und grotesk, wenn sie ihre vermeintliche hohe Kultur bei jeder Gelegenheit betonen und dabei tagtäglich die scheußlichsten Grausamkeiten an Millionen von wehrlosen Geschöpfe begehen oder doch gleichgültig zulassen. Können wir uns wundern, dass diese sogenannten Kulturvölker immer mehr einen furchbaren Weg des Abstieges entgegengehen? Dieselbe Strecke Landes, welche als Wiese, d.h. als Viehfutter, zehn Menschen durch das Fleisch der darauf gemästeten Tiere aus zweiter Hand ernährt, vermag, mit Hirse Erbsen, Linsen und Gerste bebaut, hunderte Menschen zu erhalten und zu ernähren.“

Wilhelm Busch (1832-1908), deutscher Dichter und Zeichner: „Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur Menschenfresserei, sondern jede Art des Fleischgenusses als Kannibalismus gilt.“

Bertha von Suttner (1843-1914), österreichische Pazifistin: “Wer die Opfer nicht schreien hört, nicht zucken sehen kann, dem es aber, sobald er aber außer Seh- und Hörweite ist, gleichgültig ist, dass es schreit und zuckt – der hat wohl Nerven aber Herz hat er nicht“

Georg Bernhard Shaw (1856-1950), englischer Dichter: „Tiere sind meine Freunde, und ich esse meine Freunde nicht.“

Albert Schweitzer (1875-1965), Arzt, Musiker, Theologe: „Ehrfurcht vor dem Leben bedeutet Abscheu vor dem Töten.“

Theodor Heuss (1874-1963), 1. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland: “Je früher unsere Jugend von sich aus Gewalt gegen Tiere als verwerflich anzusehen lernt, je mehr sie darauf achtet, dass aus Spiel und Umgang mit Tieren nicht Quälerei wird, desto klarer wird auch später ihr Unterscheidungsvermögen werden, was in der Welt der Großen Recht und Unrecht ist.“ „Jagd ist nur ein feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankeit.“

Luise Rinser (*1911), deutsche Schriftstellerin: „Es wird lange dauern, bis die Menschheit begriffen hat, dass nicht nur die Völker der Erde ein Volk sind, sondern das Menschen, Pflanzen und Tiere zusammen das 'Reich Gottes' sind und dass das Schicksal des einen Bereichs auch das Schicksal des anderen ist.“ Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph: “Die christliche Moral hat ihre Vorschriften ganz auf den Menschen beschränkt, die gesamte Tierwelt rechtlos gelassen. Man sehe nur, wie unser christlicher Pöbel gegen die Tiere verfährt, sie völlig zwecklos und lachend tötet oder verstümmelt oder martert, seine Pferde im Alter bis aufs Äußerste anstrengt, um das letzte Mark aus ihren armen Knochen zu arbeiten, bis sie unter seinen Streichen erliegen. Man möchte wahrlich sagen, die Menschen sind die Teufel der Erde und die Tiere ihre geplagten Seelen.“ Schopenhauer entwarf eine Philosophie des Mitleids: „Die Natur pflanzte in das menschliche Herz jene wundersame Anlage, vermöge welche das Leiden des einen vom anderen mitempfunden wird, und jeder macht von diese Fähigkeit freigebigen Gebrauch. Nicht nur auf andere Menschen richtet sich dabei unser Augenmerk, es geht um grenzenloses Mitleid mit allen lebenden Wesen.“

Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter: „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“

„Vegetarismus gilt als Kriterium, an welchem wir erkennen können, ob das Streben des Menschen nach moralischer Vollkommenheit ernst gemeint ist.“

„Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur eine Schritt.“

Prof. Dr. Hubertus Mynarek (*1929), deutscher Humanist und Kirchenkritiker: „Echtes Christentum kann und muss ohne Fleisch auskommen. Denn wie kann man eine eigene Humanität, eine eigene Menschlichkeit, seine eigene Vervollkommnung ansteuern und realisieren, wenn man zugleich weiß, dass man unsere Brüder und Schwestern tötet. Es ist unmöglich, eine höhere Spiritualität zu erreichen, wenn man Tiere schlachtet.“

Mynarek sieht in seinem Buch „Ökologische Religion“ den Menschen als Teil der Natur: „Wer könnte heute nach mehr als hundert Jahren intensivster Evolutionsforschung, den unerhört engen Zusammenhang des Menschen in seiner geistig-psychisch-physischen Beschaffenheit mit der Natur, vor allem aber mit dem Tier-und Pflanzenreich leugnen?“ ... „Nicht nur die gesamte Natur, unsere ganze Existenz erstreckt sich in die Vergangenheit. Unser erweiterter Leib sind die Pflanzen und Tierarten, die phylogenetisch vor uns waren und unsere Linie, die Linie zum Menschen bilden. Schon deshalb verbieten sich alle Tierversuche und alle gentechnischen Manipulationen an unserem „Vergangenheits-Leib“, den Tieren und Pflanzen, die ja weiterhin unsere Lebensgrundlage bilden, für die wir verantwortlich sind und für die wir auch in Zukunft die Verantwortung tragen, weil wir kein Recht haben, auch nur eine Art, die zu der auch von künftigen Generationen zu erlebenden atemberaubenden Vielfalt der Natur beiträgt, auszurotten oder auch nur wesentlich zu dezimieren.“

Laotse (ca. 3. - 4. Jh. v. Chr.), chinesischer Philosoph: „Seid gut zu den Menschen, zu den Pflanzen und zu den Tieren! Hetzt weder Menschen noch Tiere noch fügt ihnen Leid zu.“

Mahatma Gandhi (1869-1948,) Hinduist, Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung:
„Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.“
„Für mich ist das Leben eines Lammes nicht weniger wertvoll als das Leben eines Menschen. Und ich würde niemals um des menschlichen Körpers willen einem Lamm das Leben nehmen wollen. Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto größer ist sein Anspruch auf menschlichen Schutz vor menschlicher Grausamkeit.“

Albert Einstein (1879-1955), Physiker und Nobelpreisträger: „Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarische Ernährung.“

Charles Darwin (1809-1882), britischer Naturforscher: “Die Tiere empfinden wie wir Menschen Freude und Schmerz, Glück und Unglück.“

„So groß nun auch nichtsdestoweniger die Verschiedenheit an Geist zwischen dem Menschen und den höheren Tieren sein mag, so ist sie doch sicher nur eine Verschiedenheit des Grades und nicht der Art. Wir haben gesehen, dass die Empfindungen und Eindrücke, die verschiedenen Erregungen und Fähigkeiten wie Liebe, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Neugierde, Nachahmung, Verstand usw., deren sich der Mensch rühmt, in einem beginnenden oder zuweilen selbst in einem gut entwickelten Zustand bei niederen Tieren gefunden werden.“

Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen für die Tiere aus Darwins Evolutionslehre ist die Kontinuität des Bewusstseins und die Leidensfähigkeit der Tiere.

Helmut Kaplan (*1952), deutscher Öko-Philosoph: „Wir brauchen für Tiere keine neue Moral. Wir müssen lediglich aufhören, Tiere willkürlich aus der vorhandenen Moral auszuschließen.“

Aus der apokryphen Schrift unserer Tage „Das ist mein Wort“, das über Offenbarung empfangen und 1989 niedergeschrieben worden ist, lesen wir:

„Und einige Seiner (Jesu) Jünger kamen zu ihm und sprachen zu Ihm über einen Ägypter, einen Sohn des Belial, der lehrte, dass es nicht wider das Gesetz sei, die Tiere zu quälen, wenn ihr Leiden den Menschen Nutzen bringe. Und Jesus sprach zu ihnen: 'Wahrlich ich sage euch, wer Vorteile zieht aus dem Unrecht, das einem Geschöpf Gottes zugefügt wird, der kann nicht rechtschaffen sein. Ebenso können die mit heiligen Dingen umgehen oder die Geheimnisse des Himmels lehren, deren Hände mit Blut befleckt sind oder deren Mund durch Fleisch verunreinigt ist.
Gott gibt die Körner und Früchte der Erde zur Nahrung; und für den rechtschaffenen Menschen gibt es keine andere rechtmäßige Nahrung für den Körper ... Deshalb sage ich zu allen, die Meine Jünger werden wollen: Haltet eure Hände frei von Blutvergießen und lasset kein Fleisch über eure Lippen kommen; denn Gott ist gerecht und gütig und hat befohlen, dass die Menschen leben sollen allein von den Früchten und den Saaten der Erde.“ (Kap.38)

Es gab und gibt also Hinweise noch und noch, Hinweise, wie der Mensch leben, wie er zur Natur und den Tieren sich verhalten soll und welche Nahrung ihm gemäß ist, auf die die Kirche hätte hören und davon hätte lernen können, die sie aber zwei Jahrtausende lang ignoriert hat. Da sie in ihrer Selbstherrlichkeit den Anspruch auf die absolute Wahrheit erhebt, lässt sie andere Wahrheiten nicht gelten, auch wenn sie aus dem Munde des Religionsstifters kommen: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Eine Kirche, die meint, S e i n e Wahrheit stellvertretend verkünden zu müssen, hat Jesus nicht gewollt. Er wusste, wie die Schriftgelehrten und Priester seiner Zeit mit den Wahrheiten Gottes umgegangen sind, sonst hätte er sie nicht verdammt und zum Teufel gejagt.


Die Lutherkirche und die Tiere: Quälen von Tieren ja, aber mit „Scheu“, „Zurückhaltung“ und „Sorgfaltung“; Töten ja, aber nicht morden

Luther gilt fälschlicherweise immer noch als der große Reformator. Seine Gewaltdrohungen gegen Bauern, „Hexen“ und Juden sind alles andere als im Sinne der Bergpredigt Jesu. Zum Leid der Tiere wusste er nichts zu sagen. Er führte das traditionelle Herren- und Herrschaftsbild des Menschen weiter, baute eine neue Machtkirche mit neuem Namen auf und pflegte bei seinen Mahlzeiten, wie es die adligen Kreise eben taten, in denen er oft verkehrte, reichlich Fleisch zu verzehren.

Hingegen im evangelischen Katechismus ist etwas über die Tiere ausgesagt: „Am Tier erscheint uns doch gerade die Profanität, die tabufreie Ungehemmtheit gegenüber Zeugung, Geburt und Tod als das Unmenschlichste und Wesensfremdeste. Mit dem Schamgefühl und mit den Bestattungsriten beginnt doch überhaupt erst die Geschichte des Menschen. Kein Tier verhüllt seine Genitalien, keines verehrt und begräbt seine Toten.“ Zu dieser seltsamen Beurteilung und Unterscheidung zwischen Mensch und Tier, dass nämlich den Menschen die Verhüllung der Genitalien und vor allem die Bestattungsriten ausmachen, kommt man dank der schlauen Überlegungen der Theologen der evangelischen Kirche.

In der „Kirchlichen Dogmatik, Band 3, „Die Lehre von der Schöpfung“ 1957 ist dann von dem Theologen Karl Barth noch eine deutlichere Anweisung, wie der Mensch mit Tieren umgehen soll, zu finden: “Morden darf der Mensch auch das Tier nicht. Er kann es nur töten ... Tiertötung ist im Gehorsam nur möglich als ein im Tiefsten ehrerbietiger Akt der Buße, der Danksagung, des Lobpreises des begnadigten Sünders gegenüber dem, der der Schöpfer und der Herr des Menschen und des Tieres ist. Tiertötung ist, wenn mit der Erlaubnis und unter dem Gebot Gottes vollzogen, ein priesterlicher Akt von eschatologischem Charakter ... Ein guter Jäger, ein ehrsamer Metzger, eine gewissenhafter Vivisektor werden sich darin von den üblen unterscheiden, dass sie - mit der Tötung des Tieres beschäftigt – dieses Seufzen und Schreien der Kreatur hören, dass sie also im Vergleich mit allen anderen, die mit dem Tier zu tun haben, zu einer erhöhten, verschärften, vertieften Scheu, Zurückhaltung und Sorgfaltung aufgerufen sind.“

Da muss man sich schon fragen, ob das Tier etwas davon hat, wenn der Vivisektor es mit „Scheu“, „Zurückhaltung“ und „Sorgfaltung“ quält.

Die unlogische und widersprüchliche Unterscheidung zwischen Töten und Morden bei Tieren gilt auch für den Menschen und ist ein Meisterstück raffinierter theologischer Auslegungskunst - mit entsprechend verhängnisvollen Folgen in der Praxis. Das eindeutige Gebot „Du sollst nicht töten“ wurde aufgespalten in zwei Tatvorgänge: töten und morden. Für Mord gibt es keine Rechtfertigung, weil es eine besonders verwerfliche Art des Tötens ist. Für das Töten hat aber das staatliche Recht zahlreiche Rechtfertigungen gefunden: Krieg, Liquidierung von Gewaltverbrechern (der sog. Finalschuss), Todesstrafe etc., die von der Kirche in ihrem Glaubenskodex Katechismus voll mitgetragen werden. Auf jeden Fall behält sich die Kirche einen Rechtfertigungsgrund für sich, und wenn es angebracht ist einen auch für den Staat vor, sollte der Fall der Fälle eintreten, dass aus einem Mord ein gerechtfertigtes Töten gemacht werden müsste.
Die zynische Schlussfolgerung ist, auf den derzeitigen Afghanistankrieg angewendet: Die getöteten Soldaten in diesem Krieg sind demnach moralisch ebenso gerechtfertigt wie die jährlich weltweit 45 Milliarden getöteten rsp. ermordeten Tiere für den menschlichen Verzehr und die 8 Millionen ermordeten resp. getöteten Tiere für wissenschaftliche Versuche.

Eine echt christlich-ökologische Denkweise der Kirche ist nicht in Sicht, aber die Kirchen sind inzwischen auf den fahrenden Öko-Zug aufgesprungen

Im 19. Jh. traten im Zuge der industriellen Revolution Technik und Industrie ihren „Siegeszug“ an und die Natur wurde Opfer eines gigantischen „Raub- und Mordfeldzuges“, der bis heute ungebremst anhält. Der Mensch befindet sich in einer Art Kriegszustand mit der Natur. Dem „Feind“ Natur legt er Zwänge auf und Fesseln an, beutet ihn aus, entkleidet, zerstört, vergiftet, entstellt, verkrüppelt, entwertet, entwürdigt und demütigt ihn – das alles um sich seiner Habe zu bereichern und sein Eroberertum und Herrschertum auszuleben.
Das Fatale ist, dass diese Zerstörungszivilisation von vom Christentum geprägten Ländern ausging, in denen eine pseudochristliche Kirche den Anspruch erhob und erhebt, Gott auf Erden zu vertreten, seinen Willen zu erfüllen und zur moralischen Führung der Menschheit von ihm beauftragt worden zu sein. Der Herrschaftsanspruch „Macht euch die Erde untertan“ ist Teil dieses Denkschemas der Kirche: alles zur Ehre Gottes, dessen Ebenbilder die Menschen und deshalb, wie der Schöpfer selbst, Herren über Leben und Tod sind.
So wurde und wird heute investiert in Reichtum, Besitz, Kapital und politische Macht. Es ist bekannt, dass beide Kirchen, in weit größerem Umfang aber der Vatikan, über Banken und Investmentfonds verfügen und damit an Aktien und Kapitalbeteiligungen von großen Unternehmen beteiligt sind. Der Riesenanteil an Investitionen fließt in die Industrie wie Chemie, Autoproduktion, Erdölindustrie, Energieunternehmen, Metallbau, sogar in die Rüstungsindustrie und in die konventionelle Nahrungsmittelproduktion, alles Unternehmen, die bekanntlich nicht nach ökologischen Vorgaben produzieren, sondern die Hauptverantwortlichen für die Umweltschäden sind. Desweiteren betreibt die Kirche auch zahlreiche Agrarbetriebe, die umweltschädigend arbeiten, unterhält sogar Forschungsinstitute, die sich mit dem Einsatz von Gentechnologie in der Agrarwirtschaft befassen, wie z.B. die Biopark GmbH des Bistums Magdeburg.

Auf eines kann die Kirche stolz sein: die Orden und ihre Klöster haben die Ethik zur Natur mit ihrer Pionierarbeit des naturgemäßen Siedelns, der Feld- und Gartenkultur, der Pflanzen- und Tierzüchtung weitgehend verwirklicht. Erfreulich ist, dass es hier jetzt auch schon schon erste ökologisch arbeitende Projekte der Kirche gibt.

Mit der ökologischen Volksbewegung und der von ihr in Gang gebrachten ökologischen Politik, mit dem Klimawandel, den sich steigernden Natur- und Umweltkatastrophen und den Perversionen in der Massentierhaltung, der Jagd und den Tierversuchen konfrontiert, ist die Kirche heute zur Stellungnahme herausgefordert. Seit den achtziger Jahren ist nun die Kirche auf den Öko-Zug aufgesprungen und hat, wie der Wiener Kardinal Christoph Schönborn es formulierte, die „Schöpfungsverantwortung“ des Menschen endlich erkannt. Katholische wie evangelische Kirche wetteifern bereits mit Encyklikas und Diskussionsbeiträgen, mit Aktionen, Umweltmanagementprojekten und den verschiedensten lokalen Bio-Kleinprojekten.

Als beachtlicher Schritt hin zu einem neuen Naturverständnis von Seiten der katholischen Kirche sei die Sozialenzyklika „Caritas in Veritate“ von Papst Benedikt XVI. 2009 genannt. Hier wird von einer „Verantwortung der Kirche für die Schöpfung“ gesprochen. Diese Verantwortung muss „öffentlich geltend gemacht werden“. Erde, Wasser, Luft müssten als „Gaben der Schöpfung, die allen gehören, verteidigt werden“. Der „Mensch muss muss vor seiner Selbstzerstörung geschützt werden“. Es muss eine „richtig verstandene Ökologie des Menschen“ geben, eine „Humanökologie“, davon würde auch die „Umweltökologie“ profitieren.
Beachtlich ist hier, dass zur Kultur und Ethik des Menschen auch sein Verhalten zur Natur gehört, und das zeigt sich eben in Verantwortung, nicht in Herrschaft. Allerdings vom Lebensrecht der Mitgeschöpfe, von Tieren ist nicht die Rede. Die originäre christliche Botschaft aber von der Liebe des Menschen zu allen Geschöpfen, wie sie Jesus vorgelebt und gepredigt hat, wird von der katholischen Kirche nicht wahrgenommen.

Im Gegensatz zur katholischen Kirche versucht die evangelische Kirche eine Vergangenheitsbewältigung und Schuldaufarbeitung mit dem „Glauberger Schuldbekenntnis“ von 1988:

„Wir bekennen vor Gott, dem Schöpfer der Tiere, und vor unsren Mitmenschen:
Wir haben als Christen versagt, weil wir in unserem Glauben die Tiere vergessen haben.
Wir waren als Theologen nicht bereit, lebensfeindlichen Tendenzen in Naturwissenschaft und Philosophie die Theologie der Schöpfung entgegenzuhalten.
Wir haben den diakonischen Auftrag Jesu verraten und unseren geringsten Brüdern, den Tieren, nicht gedient.
Wir hatten als Pfarrer Angst, Tieren in unseren Kirche und Gemeinden Raum zu geben.
Wir waren als Kirchen taub, für das Seufzen der misshandelten und ausgebeuteten Kreatur.“

Die evangelische Kirche geht detailliert und sorgfältig argumentierend auf das Thema „Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf“ in ihrem „Dokument des Wissenschaftlichen Beirats des Beauftragten für Umweltfragen des Rates der EKD“ ein. An oberster Stelle stehen die ethische Leitprinzipien Barmherzigkeit, Humanität und Gerechtigkeit für Tiere. Doch wer glaubt, die Kirche besinnt sich auch auf die oben angeführten Kriterien eines sich auf die originäre Lehre von Jesus stützendes neues Christusbild, hat sich getäuscht. Scharfe Kritik an skandalöse Zustände in der industriellen Tierhaltung, bei Tierversuchen, an der Pelztierzüchtung, in den Schlachthäusern, bei der Jagd wird geübt, moralische mildernde Verbesserungsvorschläge werden zwar gemacht, aber eine fundamentale Abkehr von der Tiernutzung, Tierernährung, der Tiertötung und damit der Anerkennung des Tieres als gleichberechtigtes Mitgeschöpf, wie es Christus fordert und ein echte christliche Kirche es verwirklichen müsste, wird nicht vollzogen.

Am Beispiel der Fleischernährung in dem vorliegenden Text erkennt man die immer noch vage Einstellung der Kirche dazu. Dass der Mensch zu den Tieren ein „Gewaltverhältnis“ hat, wird zugegeben. Auch dass ca. 350 Millionen Tiere in Deutschland jährlich ihr Leben lassen müssen, um den „exzessiven“ Fleischkonsum und Fleischgenuss der Menschen zu befriedigen, wird ebenfalls anerkannt. Eine schon sehr fortschrittliche Argumentation ist, dass Fleisch „für den gesunden erwachsenen Menschen nach heutigen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen – solange andere Eiweiß liefernde Lebensmittel ausreichend vorhanden sind – für eine gesunde und vollständige Ernährung nicht nötig ist, und dass es keine ausreichende Legitimation gibt, Tiere für Ernährungszwecke zu schlachten“.
Dass das Fleischessen heute immer mehr zu einem Überlebensproblem geworden ist, weil seine Gewinnung hochgradig umweltschädigend und zu 40 % am Klimawandel beteiligt ist, wird nicht eingegangen. Natürlich kann die Kirche ihren Gläubigen in Sachen Ernährung nichts vorschreiben, sie kann aber die historisch bekannte vegetarische Lebensweise der Urchristen in ihr Denken als erstrebenswertes hohes Ziel eines Christen hinstellen und - warum eigentlich nicht – , die Garanten des Christentums könnten mit gutem Beispiel vorangehen.
Auch wird eine „bereits als wahrscheinlich anzunehmende Schmerz- und Leidensfähigkeit als ethisch relevant“ konstatiert. Im Klartext heißt das, das Tier leidet und empfindet Schmerz, hat also offensichtlich doch eine Seele.

Damit hat endlich die Tierbiologie Einzug in das Denken der Theologen gefunden. Die Gene eines Schimpansen sind zu 97% mit denen des Menschen identisch. Das Sozialverhalten dieser menschenähnlichen Tiere ist hochentwickelt und lässt keine ethischen Entgleisungen, wie sie beim Menschen an der Tagesordnung sind, zu. Dennoch bedient sich die Tierversuchsindustrie gewissenlos dieser „Objekte“ für qualvolle Experimente.

Ein anderes Beispiel: „Delphine sind hochintelligente Wesen mit Ich-Bewusstsein, Persönlichkeit und Einfühlungsvermögen, die in komplexen sozialen Verbänden leben“, stellt der Meerestierbiologe L. Marino von der Emory University Atlanta fest. Weitere Fähigkeiten erstaunen: Delphine können sich selbst im Spiegelbild erkennen, können Werkzeuge benutzen, können eine einfache Symbolsprache erlernen. Nach heutigem Wissen bewegen sie sich auf dem geistigen Niveau eines Kleinkindes. In der antiken Mythologie galten diese Tiere als die Vermittler zwischen Menschen und Götter, als Götterboten. Ähnlich wurden in den alten Kulturen viele Tiere durch Heiligsprechung einer Art Tierschutz unterstellt wie z.B. die immer noch heiligen Kuh in Indien. Und dennoch werden heute Delphine gejagt, gegessen, und ihr Bestand ist ernsthaft bedroht wie der von vielen anderen Arten auch. Von den Kirchen hört man darüber nichts.

Die biologische (anatomische und physiologische), genetische, stammesgeschichtliche und ontologische Verwandtschaft des Menschen mit den höheren Tieren bestätigt im Grunde die ethische Einstellung, dass Tiere des Menschen „Mitgeschwister“ sind. Allerdings würde das einen Quantensprung vom wissenschaftlichen Denken zum ethisch-moralischen Empfinden erfordern, den die Theologie erst einmal vollziehen muss. Das würde sie nämlich herausfordern, sich endlich zu dem Menschen als höchstentwickeltem Schöpfungswesen mit der höchst entwickelten Ethik, das in einer kosmischen Gemeinschaft mit der Natur und seinen Lebewesen in einer sich gegenseitig dienenden, helfenden und fördernden Weise zusammenlebt, zu bekennen.

Weiterhin wird im EKD-Dokument in Frage gestellt, ob Töten von Tieren für das Freizeitvergnügen z.B. die Jagd, (wahrscheinlich ist die Treibjagd gemeint - die „Hege- und Pflegejagd“ ist erlaubt) „mit menschlichem Wunsch nach Freizeit und Gesellschaftsvergnügen rechtfertigen lässt“. Wieso, fragt sich der wahrhaftige Christ, kann man solche ethischen Zweifel am Töten von Tieren zum reinen Vergnügen haben? Kompromisse nach allen Seiten sind aber Politik, nicht Ethik. Diese bekennt sich zu einer klaren Grundhaltung  f ü r  d a s  L e b e n  und schließt keine Kompromisse, mal mehr, mal weniger für das Leben, mal mehr mal weniger Leid für Mitgeschöpfe. Das gute Beispiel: Pfarrer und Kirchenfunktionäre machen Schluss mit ihrem Jagdvergnügen.
Das einzige klare Bekenntnis im Dokument zum Nichttöten von Tieren kommt zum Ausdruck in der industriellen Haltung von Pelztieren zur Gewinnung von Pelzbekleidung. Pelze tragen wird als „nicht zurechtfertigender Luxus“ betrachtet. Wieder das gute Beispiel: Kirchenobere tragen keine Pelze.

Erfreulich ist aber, dass es bereits zahlreiche Projekte zur Umweltschonung in beiden Kirchen gibt. Zu nennen seien die Aktion „Der grüne Gockel“. Hinter diesem Logo stehen zahlreiche kirchliche Einrichtungen, die sich einem kirchliches Umweltmanagement unterziehen. Danach sollen Energie- und Wasserverbrauch und das Abfallaufkommen kontrolliert und auf 30% minimiert werden. Die ethisch-ökologische Begründung des Vorhabens ist vielversprechend: „Umweltmanagement als systematischer Weg verankert Umwelthandeln und damit unsere Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung in kirchlichen Strukturen und Arbeitsabläufen.“

Als Beispiel auf katholischer Seite steht ein ökologischer Musterbetrieb des Klosters Plankstetten in der Oberpfalz. Dazu skizziert der Bischof Gregor Hanke von Eichstätt die Zielvorstellung: „... im Auftrag Gottes eine Kulturlandschaft zu gestalten; das Land, das einem anvertraut ist, zu pflegen und zu bebauen, auch ein Sozialgefüge zu entwickeln. Der Auftrag 'Macht euch die Erde untertan' bedeutet nicht, sie auszubeuten.“

Hierzu ist längst eine Stellungnahme der Kirche fällig: 51% des Klimawandels geht auf das Konto der Tierhaltung. Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch verursacht 36 Kilogramm Kohlendioxyd. (Das sind 250 Kilometer Autofahrt!)  1 Hektar produziert Rindfleisch zur Ernährung eines Menschen. 1 Hektar produziert Kartoffeln zur Ernährung von 22 Menschen. Für jeden Hamburger müssen 6 Quadratmeter Regenwald zerstört und in Weidefläche umgewandelt werden.

Hierzu ist längst eine Stellungnahme der Kirche fällig: 51% des Klimawandels geht auf das Konto der Tierhaltung. Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch verursacht 36 Kilogramm Kohlendioxyd. (Das sind 250 Kilometer Autofahrt!) 1 Hektar produziert Rindfleisch zur Ernährung eines Menschen. 1 Hektar produziert Kartoffeln zur Ernährung von 22 Menschen. Für jeden Hamburger müssen 6 Quadratmeter Regenwald zerstört und in Weidefläche umgewandelt werden.

Ethik zu Tieren in allen großen Religionen

Alle großen nichtchristliche Religionen, Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus, kennen eine Ethik zu den Tieren in verschiedensten Ausführungen als Tierrechte, Tierschutz und humanem Verhalten zu Tieren. Im Gegensatz zum Christentum finden sich in den heiligen Schriften dieser Religionen weit mehr Aussagen und solche mit größerer Intensität zur Achtung und Würde der Tiere und zum positiven Verhalten des Menschen zu ihnen als in der Bibel. Doch was in den Schriften steht und was religiöse Weise verkündeten, wurde, wie in allen Religionen, in der Praxis vergessen, nicht eingehalten, ins Gegenteil gekehrt oder zu Kultzwecken umgedeutet und missbraucht.

Erstaunlich ist, dass im alten Ägypten schon im Totenbuch ein negativiertes Gebot, die Tiere zu schonen, steht: „Ich habe kein Tier misshandelt.“ Diese hohe ethische Aussage zu Tieren ist nur dadurch zu erklären, dass die Tiere allgemein in Ägypten vergöttert wurden. Den Gottheiten waren Tiere zugeordnet, daneben gab es richtige Tiergottheiten, die göttergleich verehrt wurden z.B. die Katzengöttin Bastet. Auch wurde das Töten bestimmter (heiliger) Tiere mit der Todesstrafe geahndet.
Das alte Judentum erkennt gemäß seiner agrarisch-kulturellen Lebensweise im Tier einen zunächst rein wirtschaftlichen Wert, hinter dem sich aber eine hohe Ethik verbirgt: „Dem Ochsen, der da drischt, soll man nicht das Maul verbinden.“ Mit anderen Worten: Das Tier soll nicht daran gehindert werden beim Dreschen des Getreides von den mühselig gesammelten Körnern zu fressen; es soll auch etwas von der Ernte haben. Über den reinen Nutzen hinaus geht der Spruch Salomos: „Gerechte kennen die Seele seines Viehs“ Wenn also der Kirchenvater Augustinus seine Bibel genauer gelesen hätte, hätte er den Tieren eine Seele nicht absprechen dürfen. Luther übersetzte etwas enger: „Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs.“
Am Schabbat sind auch Tiere von jeglicher Arbeit befreit. Allgemein ist ein Tierhalter dem Tier gegenüber zur Fürsorge und Rücksichtnahme verpflichtet. Weiterhin finden sich zahlreiche jüdische Weise, die vom Menschen ihr Mitgefühl für das Tier forderten. Mose Kohen ben Eleasar schreibt: „Dein Erbarmen und deine Liebe entzieh keinem Wesen, das Gott geschaffen. Schlag und quäle weder Vieh noch Wild noch Geflügel noch Gewürm. Schlag keinen Hund, keine Katze und bewirf sie nicht mit Steinen, töte keine Fliege, keine Wespe, selbst nicht eine Ameise noch eine Mücke. Gib den Tieren ihre Nahrung und lerne von Gott, der alle Wesen liebt und nährt.“

All diesen Beteuerungen zur Barmherzigkeit gegenüber Tieren steht die unbarmherzige Opferung von Tieren im Alten Testament und das bis heute praktizierte Schächten (betäubungsloses Schlachten) von Schlachttieren entgegen.

Wie kann eine altehrwürdige Religion das zulassen?  Rituelles Schächten im Judentum und im Islam. Das Tier wird ohne Betäubung geschlachtet.

Wie kann eine altehrwürdige Religion das zulassen? Rituelles Schächten im Judentum und im Islam. Das Tier wird ohne Betäubung geschlachtet.

Ähnlich ist es beim Islam. Auch diese Religion birgt in seiner heiligen Schrift Koran Zitate die Tierliebe zum Ausdruck bringen: „Und das Vieh hat er erschaffen, ihr habt an ihm Wärme und davon esset ihr. Und es ist schön für euch, wenn ihr es abends eintreibt und am Morgen austreibt; und sie tragen eure Lasten in ein Land, das ihr nicht erreichen könnt, es sei denn mit großer Mühsal. Wahrlich, euer Herr ist gütig, barmherzig. Und erschaffen hat er Pferde, Maultiere und Esel zum Reiten und zum Schmuck. Und er wird erschaffen, was ihr noch nicht kennt.“

Doch ist das rituelle Schächten und in manchen Regionen und Ländern das Tieropfer heute noch Tradition. Das Kamel genoss jahrtausendelang naturgemäß als Vehikel der Wüste hohes Ansehen, daher auch besonderen Schutz und beste Pflege. Heute dagegen als Transportmittel und Arbeitstier überflüssig geworden, ist es zum billigen Fleischlieferanten für die ärmeren Schichten herabgesunken und wird entsprechend rücksichtslos behandelt. Die urbanisierten Nomaden im Sinai pflegen zu Geschäftseröffnungen öffentlich auf der Straße Rinder zu schlachten, das gebratene Fleisch zu verteilen und die Wände des neuen Ladens zur Dämonenabwehr mit Blut zu bespritzen.

Religiöser Tierschutz: die heilige Kuh im Hinduismus

Religiöser Tierschutz: die heilige Kuh im Hinduismus

Auch der Hinduismus weist den Tieren ihren Platz nicht unter den Füßen des Menschen zu. Der hinduistische Götterhimmel wimmelt nur so von Tieren, und verschiedene Götter kommen in Tiergestalt daher z.B. der Gott Ganesha als Elefant. Die altindischen Veden weisen der Kuh eine quasi-göttliche Verehrung zu, die ein absolutes Tötungsverbot miteinschließt. Gandhi pries die Kuh als Mutter Indiens. Gandhis Lehre der Gewaltlosigkeit gründete auf dem zentralen Gebot des Hinduismus: Ahimsa, das ist das Nichtverletzen – die Gewaltlosigkeit, die nicht nur Menschen, sondern alle Lebewesen einschließt, und zwar in Worten, Gedanken und Taten. Ein Zitat von Gandhi ist hier wegweisend: „Ich glaube, dass geistiger Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, dass wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer körperlichen Verlangen zu töten.“

Das strenge Tötungsverbot betraf die höheren Kasten, vor allem die Kaste der Brahmanen, der Priester. Den untersten Kasten, der Paria, den Unberührbaren, unterstellte man die dauernde Beschmutzung ihres Karmas, also durften sie Tiere gelegentlich töten und essen. Die vedische Lehre von Karma, dem Prinzip von Ursache und Wirkung und der Wiedergeburt in ein anderes Lebewesen, ist religiöse Ursache des Vegetarismus, der heute von etwa 30 % der Hinduisten eingehalten wird. Das Essen von Fleisch bedeutet demnach schlechtes Karma und hindert die spirituelle Weiterentwicklung. Das Gesetzbuch Manu-Samhita beurteilt das Fleischessen besonders streng:“Keine lebenden Wesen zu töten ist die Voraussetzung zur Erlösung.“

Wiederum stehen im krassen Gegensatz dazu stehen im indischen Kulturbereich die grauenvollen Blutopfer für die Göttin Kali in Durga, bei deren Festen sich auch Menschen vor den Augen von 20 000 angereisten Gläubigen incl. Touristen jedes Jahr vor die Kultwagen werfen und sich töten lassen, um im Rad der Wiedergeburt ein Stückchen weiterzukommen. Eine seltsame Tierliebe kann man auch im Tempel Deshnoke in Rajastan erleben, wo 20 000 Ratten aus silbernen Schüsselchen mit süßem Reis gefüttert werden.

Der Buddhismus sieht nicht wie im falsch verstandenen Christentum im Menschen die Krone der Schöpfung und seine Herrscherstellung in der Natur. Er ist eine Religion, die alle Lebewesen, Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen achtet. Im Sutta-Nipata, einem buddhistischer Lehrtext, steht:

„Den Wesen allen soll man Frieden wünschen,
Glück für ihr Herz, Glück für ihr ganzes Leben, wie immer die Gestalt der Wesen ist:
Ob klein, ob groß, ob lang, ob kurz, ob stark, ob groß, ob lang, ob zart, ob sie sichtbar sind, ob unsichtbar, ob fern sie weilen oder nah uns sind,
ob sie entstanden sind, ob sie ins Dasein streben, sie alle mögen glücklich sein!
Wie ein Mutter während ihres ganzen das eine
ihr einzig Kind beschützt mit ihrem ganzen Lebens, so möge man jedwedem Wesen gegenüber
den Geist mit grenzenloser Güte füllen.“

Der Buddhismus: eine Religion des Friedens und der Liebe zu allen Geschöpfen.

Der Buddhismus: eine Religion des Friedens und der Liebe zu allen Geschöpfen.

Die Buddhistin Edith Fischer in der Zeitschrift „Schutz für Mensch, Tier und Umwelt“ weist in Bezug auf dieses Gedicht auf die buddhistische Einstellung zum Tier hin: „Auch das Tier ist ein sich nach Glück sehnendes Lebewesen. Und so wie der Mensch nur in seiner Erscheinungsform Mensch ist, so ist auch das Tier nur in seiner Erscheinungsform Tier. Deshalb ist es schweres Unrecht, einem Tier Angst und Abscheu vor dem Menschen einzuflößen, statt es mit Vertrauen und Liebe dem Menschen näher zu bringen. Die Morallehre des Buddhismus umfasst die Liebe, die Güte, die Freundschaft, das Mitleid und die Fürsorge für alle Lebewesen. Selbstverständlich schließt eine solche Haltung auch alle Verbrechen, die heute noch in unserer Gesellschaft hingenommen werden, wie die Vivisektion, Schlachthöfe, Rüstungsindustrie und Kriege, konsequent aus.“

Tatsächlich hat es historisch im Namen des Buddhismus nie „Heilige Kriege“ und Verfolgungen Andersdenkender gegeben. Der Buddhismus war und ist bisher  d i e  Friedensreligion auf der Welt, die dem Frieden am konsequentesten in Lehre und Praxis zur Wirkung verhilft. Demzufolge ist auch der Buddhist Vegetarier. Dazu das überlieferte Zitat von Buddha: „Wenn alle Wesen so nah wie unser eigenes Kind sind, wie kann ich – so wie ich bin – den Übenden erlauben, das Fleisch ihres eigenen Kindes zu essen.“

Es wird höchste Zeit, dass ein neues freies Christentum sich zum „totalen Frieden“ bekannt und ihn verwirklicht.

Die besondere Aufgabe der Christentums: Friede den Menschen, den Tieren, der Natur

Beide Kirchen ignorieren immer noch die gesamten Dokumente, die apokryphen Schriften, die außerhalb des anerkannten Kanon entdeckt und – von mutigen Verlagen - veröffentlicht wurden. Denn diese haben die historisch bereits längst bekannte urchristliche Lebensweise, die Botschaften von spirituell begabten Menschen, die allesamt das Denken und Wirken von Jesus weit über die theologisch zugelassenen Erkenntnisse und reglementierten Auslegungen hinaus vervollständigt. Einer Kirche, die den Anspruch erhebt  c h r i s t l i c h  zu sein, d.h. in deren Zentrum Jesus und seine echte Lehre steht, die zu predigen, zu verbreiten und zu leben ihre eigentliche Aufgabe ist, wird das nicht gerecht. In einem überarbeiteten neuen Glaubenskatechismus beider Kirchen müsste das ethisch-ökologisches Denken, der ökologische Christus und seine Liebe zu Tieren und zur Natur klaren Niederschlag finden, den Gläubigen vorbildhaft vorgeführt und von ihnen als nachstrebenswert erwartet werden.

Zahlreiche Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften haben sich Pflege der Natur sowie die Achtung vor den Tieren zum Leitbild gemacht. Um zwei Beispiele zu nennen:

Die SOS Dorfgemeinschaft Hohenroth in Unterfranken, Nähe Gemünden a. Main, betreibt Garten-und Feldbau, unterhält Handwerksbetriebe nach anthroposophisch orientierten biologisch-dynamische Grundsätzen. Ebenso ist ihre Tierhaltung für Molkereiprodukte human, wenn auch ihre Ernährung nicht durchweg rein vegetarisch ist.

Ethisch-weltanschauliche Zielsetzung der SOS Dorfgemeinschaft Hohenroth. Pflanzen und Tiere werden naturgemäß behandelt. Kultur und Natur blühen nebeneinander.

Ethisch-weltanschauliche Zielsetzung der SOS Dorfgemeinschaft Hohenroth. Pflanzen und Tiere werden naturgemäß behandelt. Kultur und Natur blühen nebeneinander.

Absolut friedlich und vegetarisch leben Urchristen in Unterfranken in der Nähe von Würzburg Kreussenheim mit Natur und Tieren, die aus tierquälerischer Tierhaltung angekauft wurden, auf dem „Land des Friedens der Internationalen Gabriele-Stiftung“ zusammen.

Laut Satzung setzt sich die Internationale Gabriele-Stiftung für alle Kulturen auf der Erde für ein friedvolles Miteinander von Mensch, Natur und Tiere ein. Weltweit haben Natur und die Tiere unter dem Menschen zu leiden, und der Klimawandel führt dem Menschen die Folgen seines Raubbaus besonders drastisch vor Augen. In dem Bewusstsein, dass Mensch, Tier und Pflanzen Geschöpfe Gottes sind, leitet die Internationale Gabriele-Stiftung eine globale Wende ein: Durch Anlegen von Biotopen finden bedrohte Arten wieder Lebensräume, Pflanzen können giftfrei wachsen und Tiere erhalten einen würdigen Platz zum Leben. Die Tiere werden auch nicht als Nutztiere zum Verkauf von Molkereiprodukten gehalten.

Das Land des Friedens der Ur-Christen in Kreussenheim. Menschen und Tiere leben „gleichberechtigt“ in einem riesigen Biotopgelände zusammen. Die Tiere sind geschützt und versorgt, werden nicht (aus)genutzt, dürfen ein freies Leben führen. Hier haben sie sie ihre Würde und ihren Lebensraum zurückbekommen, der ihnen von der der Schöpfung her zusteht und die ihnen die Menschen genommen haben.

Das Land des Friedens der Ur-Christen in Kreussenheim. Menschen und Tiere leben „gleichberechtigt“ in einem riesigen Biotopgelände zusammen. Die Tiere sind geschützt und versorgt, werden nicht (aus)genutzt, dürfen ein freies Leben führen. Hier haben sie sie ihre Würde und ihren Lebensraum zurückbekommen, der ihnen von der der Schöpfung her zusteht und die ihnen die Menschen genommen haben.

Das „Land des Friedens“ ist ein Pilotprojekt, das weltweit Beispiel gibt für ein friedvolles Miteinander aller Lebensformen im Sinne der biblischen Prophezeiung: „Es werde ein neuer Himmel und eine neue Erde.“

Sie ging um die ganze Welt: die Botschaft aus dem All für die Tiere und die Natur

Friede der Menschen untereinander, Friede mit den Tieren und mit der Natur, das ist die dringendste Aufgabe heute aller Religionen - und eines jeden Menschen.

Am 27.2.2001 wurde folgende Botschaft von einem spirituell begabten Menschen empfangen. Eine höhere Weisheit, wie sie der Mensch auf der Erde nicht hat, wurde ihm übermittelt. Was macht er damit?:

„... Hört auf, eure Mitgeschöpfe, die eure Tiergeschwister sind, zu verzehren!

Hört auf, sie zu quälen durch Tierversuche und durch Freiheitsentzug, indem ihr sie in Ställen haltet, die tierunwürdig sind! Tiere lieben die Freiheit, ebenso wie ihr, die Menschen.

Hört auf Kleinsttiere, das Bodenleben, zu töten durch künstliche Düngemittel, auch durch Exkremente und dergleichen!

Hört auf, Wälder abzuholzen, abzubrennen und den Tieren in Wald und Fluren Lebensraum zu nehmen. Gebt ihnen ihren Lebensraum, Wälder, Felder, Wiesen zurück; andernfalls wird euer Schicksal, das ihr euch selbst auferlegt habt, euer Haus und Hof und eure Ernährungsquellen wegnehmen durch weltweite Katastrophen, die ihr selbst geschaffen habt durch euer Verhalten gegen das Leben, gegen die Reiche der Natur, einschließlich der Tiere.“

Deutlicher, wissenschaftich präziser und in der Logik klarer kann diese Erkenntnis nicht gebracht werden. Wer ein Gewissen hat, begreift worum es geht – und fängt heute damit an, sein Leben danach neu einzurichten und wartet nicht auf die Institution Kirche, auf Parlamente und die Politiker.

Vision des Propheten Jesaja: Das Friedensreich. Es könnte Wirklichkeit werden, denn der Mensch hätte das Wissen, die Technik und das Geld. Die Ethik des Friedens und der Liebe steht ihm schon seit Jahrtausenden in den Schriften aller Religionen zur Verfügung.

Vision des Propheten Jesaja: Das Friedensreich. Es könnte Wirklichkeit werden, denn der Mensch hätte das Wissen, die Technik und das Geld. Die Ethik des Friedens und der Liebe steht ihm schon seit Jahrtausenden in den Schriften aller Religionen zur Verfügung.

Weiterführende Literatur:

  • Carl Amery, Das Ende der Vorsehung, Die gnadenlosen Folgen des Christentums, 1947
  • Hubertus Mynarek, Ökologische Religion, Ein neues Verständnis der Natur, 1968
  • Franz Alt, Der ökologische Jesus, Vertrauen in die Schöpfung, 2003
  • Ulf Mattiesen, Ethik, Werte und Ideale der Ägypter, Israeliten, Griechen, Römer, 2008
  • Horst Herrmann, Die Vermarktung der Nächstenliebe, 1993
  • www.theologe.de 7, Verheimlichte Quellen, Jesus war ein Freund der Tiere
  • Martin Luther, Die Bibel
  • Das ist mein Wort, Das Evangelium Jesu, 1991, Verlag Das Wort
(Seite 1 von 13)

3 comments

  • Comment Link Mikhail Novikov Montag, den 26. Dezember 2011 um 12:17 Uhr posted by Mikhail Novikov

    Die Bibel besteht aus verschiedenen Büchern (die Texte verschiedener Bücher der Bibel widersprechen einander).
    Die Doktrin Christus hat nichts des Allgemeinen mit der Doktrin Moiseis, Samuils, Davids (die befahlen, Tausend Tiere, der Frauen und der Kinder zu töten).
    Moisei hat befohlen, die Lämmer am Feiertag des Ostern zu töten und, vom Blut der Tiere der Tür des Hauses zu schmieren. Christus hat verboten, es zu machen. Christus brachte der Tiere niemals zum Opfer. Christus aß das Fleisch niemals.
    Christus (im Evangelium) zitiert Upanischada. Aber die christlichen Priester wissen davon nicht, dass viele Reden Christus - Zitate aus Upanishada sind (weil die christlichen Priester Upanishada nicht lasen).
    Deshalb in der modernen Nachchristenheit ist viel es Unsinn und Grausamkeit.

    Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
  • Comment Link Rudolf Stier Dienstag, den 25. Oktober 2011 um 15:59 Uhr posted by Rudolf Stier

    Ihr Kirchies + Glaubies seid alle kaputt und werdet immer kaputter....

    Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
  • Comment Link Peter Donnerstag, den 14. Juli 2011 um 11:41 Uhr posted by Peter

    Warum geißeln Sie eigentlich - völlig zu Recht übrigens! - nur die Tierquälerei in westlichen Ländern? Warum prangern Sie - ähnlich wie "Peta" und andere Organisationen nicht auch das blutige und grausame Schächten des Islam (und vereinzelnd des Judentums) an? Warum werden sogenannte "Halal" oder "Helal"- Metzgereien, die im Ruhrgebiet wie Pilze aus dem Boden schießen nicht von Tierschutzorganisationen ebenso angeprangert wie die westliche Massentierhaltung? Wieso wird nirgendwo zum Boykott des ach so beliebten "Döners" aufgerufen, der ausschliesslich aus dem Fleisch zu Tode gequälter, nämlich "geschächteter", Tiere besteht?



    Antwort von Webmaster:

    Es geht nicht darum das eine Unrecht gegen das andere aufzuwägen, sondern erst einmal vor der eigenen Haustüre zu kehren und unsere Kultur ist nun mal mit der Kirche und dem daraus folgenden Christentum historisch verstrickt, weniger mit dem Islam.

    Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Add comment