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Die Mitschuld der Kirche am Leid der Tiere und an der Zerstörung der Natur

„Es lebe der heilige Firmin!“ - Stier- und Menschenquälerei „zu Ehren“ eines Heiligen

„Es lebe der heilige Firmin!“ ertönt jedes Jahr am 6. Juli ein gewaltiger Ruf und Hunderte weiß-rot gekleidete Männer, nur mit einer Zeitung „bewaffnet“, lassen sich von sechs „Kampfstieren“ durch die Gassen der nordspanischen Stadt Pamplona jagen. Mit Schaum vor dem Maul und blutunterlaufenen Augen in höchster Erregung und panischer Angst greifen die Tiere alles an, was sich vor ihnen bewegt, um ihre Quäler loszuwerden. Die „Fiesta“ bietet den Zuschauern 204 Stunden Tierhatz, das sind 8 Tage „Stierquälerei“ (Süddeutsche Zeitung) mit anschließender Tötung von 48 Stieren in der Arena durch professionelle Toreros, massenweise Alkoholexzesse, zahlreiche Leicht- und Schwerverletzte und immer wieder Todesfälle. Bis zu einer Million Menschen, Einheimische wie Touristen aus aller Welt, berauschen sich an dieser „Fiesta des Horrors“ und füllen die Kassen der Tourismusbranche mit Millionen Euro. Und das alles zu Ehren des Heiligen Firmin.

Tierquälerei zu Ehren eines Heiligen, der weder für Menschen noch für Tiere etwas Wertvolles geleistet hat

Tierquälerei zu Ehren eines Heiligen, der weder für Menschen noch für Tiere etwas Wertvolles geleistet hat

Wer ist dieser Heilige, dem diese Ehren zuteil werden? Das Kirchenlexikon nennt einen Firminus, den Märtyrer (geb. ca 272 in Pamplona, gest. ca. 303 in Amiens). Er war Sohn eines römischen Beamten in Pamplona, wurde zum Christentum bekehrt und berühmt als Missionsprediger. In der Zeit des römischen Kaisers Diokletian soll er der Legende nach verfolgt, eingekerkert, gegeißelt und als Märtyrer enthauptet worden sein. Seine Reliquien befinden sich heute noch in Pamplona in der ihm geweihten Kapelle San Fermin. Von guten Taten und vorbildlichem Leben nach den christlichen Geboten ist nichts bekannt. Mit Tieren hatte er auch nichts zu tun. Zur Erinnerung an die Enthauptung tragen die Teilnehmer des Stierrennens, wie das grausame Spektakel verharmlosend genannt wird, ein rotes Halstuch. Die rationale Begründung, was das mit dem heiligen Firmin zu tun hat und warum Stiere von Menschen tagelang gejagt und dann ermordet werden, bleibt die Urheberin dieses Kultes, die katholische Kirche, schuldig, hat sie nie erklären können und will sie gar nicht erklären. Eine Deutung führt in jedem Fall ins Irrationale, ja ins Absurde, denn Vernunft und Glaube pflegen in der Religion oft weit auseinanderzuklaffen. Vielleicht war die ursprüngliche Absicht von Priestern oder fanatischen Gläubigen bei Einführung des Kultes, dass an Tieren das historische Martyrium an dem Heiligen als Schau vorgeführt werden soll. Vielleicht soll auch das Martyrium den Gläubigen vorgeführt werden, wenn wirklich einer von ihnen mit den Hörnern aufgespießt oder durch sie verletzt wird. Der Leidende hat dann das „Glück“, das Martyrium „nacherleben“ zu dürfen. Pech hat er allerdings, wenn er an den Verletzungen stirbt. Oder vielleicht ist es doch Glück, das Glück nämlich, in die ewige Seligkeit zu gelangen?

Das archaische Blutopfer von Tieren als Ursprung vieler kirchlicher Tiertötungsbräuche

Wie alle derartigen blutigen Tierrituale, und deren gibt es noch zahlreiche in der katholischen Kirche, sind es adaptierte archaische heidnisch-magische Opferkulte, von denen die katholische Kirche nicht lassen will. Die Blutmystik hat schon immer die Menschen beeindruckt und begeistert und ist ein effektives Mittel, Gläubige an die Religion zu binden.

Zwar wurde im Christentum das heidnische Tieropfer, das im Alten Testament ein heiliges Ritual von zentraler Bedeutung war, in der Zeit Konstantins des Großen verboten, doch schwingt das religöse Motiv bei den Festspielen und -bräuchen, bei denen Tiere gequält und getötet werden, immer noch mit, gepaart mit der puren Lust an Grausamkeit beim absurden Kräftemessen Tier – Mensch. Das sportliche Vergnügen, die etablierte Festindustrie mit Tausenden von Arbeitsplätzen und Profiten in Millionenhöhe, das florierende Tourismusgeschäft, die gewaltigen Spendenflüsse und eine populäre, festefördernde Lokalpolitik haben den ursprünglichen psychoreligiösen und theologischen Hintergrund solcher Bluttraditionen völlig verdrängt.

Auf der Gegenseite wird aber auch der Ruf nach Tierschutz, nach Verboten oder Entschärfungen von Grausamkeiten immer lauter, und aufklärende Kampagnen, die meist aus der Bevölkerung kommen, weniger von den Behörden, sind immer häufiger zu Gange. Kürzlich stimmten die Abgeordneten des katalanische Regionalparlaments für die Abschaffung der Stierkämpfe in ihrer Region. Die Parlamentsausschüsse müssen noch zustimmen.

Wie steht die katholische Kirche , in deren Glaubensgebäude die Heiligen – obwohl das erste Gebot bekanntlich neben Gott andere Götter verbietet - ihren festen Platz haben, zu den grausamen „Tierspielbräuchen“ zu Ehren von Heiligen?

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3 comments

  • Comment Link Mikhail Novikov Montag, den 26. Dezember 2011 um 12:17 Uhr posted by Mikhail Novikov

    Die Bibel besteht aus verschiedenen Büchern (die Texte verschiedener Bücher der Bibel widersprechen einander).
    Die Doktrin Christus hat nichts des Allgemeinen mit der Doktrin Moiseis, Samuils, Davids (die befahlen, Tausend Tiere, der Frauen und der Kinder zu töten).
    Moisei hat befohlen, die Lämmer am Feiertag des Ostern zu töten und, vom Blut der Tiere der Tür des Hauses zu schmieren. Christus hat verboten, es zu machen. Christus brachte der Tiere niemals zum Opfer. Christus aß das Fleisch niemals.
    Christus (im Evangelium) zitiert Upanischada. Aber die christlichen Priester wissen davon nicht, dass viele Reden Christus - Zitate aus Upanishada sind (weil die christlichen Priester Upanishada nicht lasen).
    Deshalb in der modernen Nachchristenheit ist viel es Unsinn und Grausamkeit.

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  • Comment Link Rudolf Stier Dienstag, den 25. Oktober 2011 um 15:59 Uhr posted by Rudolf Stier

    Ihr Kirchies + Glaubies seid alle kaputt und werdet immer kaputter....

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  • Comment Link Peter Donnerstag, den 14. Juli 2011 um 11:41 Uhr posted by Peter

    Warum geißeln Sie eigentlich - völlig zu Recht übrigens! - nur die Tierquälerei in westlichen Ländern? Warum prangern Sie - ähnlich wie "Peta" und andere Organisationen nicht auch das blutige und grausame Schächten des Islam (und vereinzelnd des Judentums) an? Warum werden sogenannte "Halal" oder "Helal"- Metzgereien, die im Ruhrgebiet wie Pilze aus dem Boden schießen nicht von Tierschutzorganisationen ebenso angeprangert wie die westliche Massentierhaltung? Wieso wird nirgendwo zum Boykott des ach so beliebten "Döners" aufgerufen, der ausschliesslich aus dem Fleisch zu Tode gequälter, nämlich "geschächteter", Tiere besteht?



    Antwort von Webmaster:

    Es geht nicht darum das eine Unrecht gegen das andere aufzuwägen, sondern erst einmal vor der eigenen Haustüre zu kehren und unsere Kultur ist nun mal mit der Kirche und dem daraus folgenden Christentum historisch verstrickt, weniger mit dem Islam.

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